Neuheiten zur EMO 29.09.2021, 08:30 Uhr

Ganzheitliche Produktionslösungen für „Elektromobilität und Co.“

Innovative Schleif- und Drehprozesse machen die Fertigung von Komponenten für die E-Mobilität hochflexibel und zugleich produktiv. Wie das aussehen kann, ist auf der diesjährigen EMO in Mailand vom 4. bis zum 9. Oktober zu sehen.

Dashboards von "Edna": Das modulare Software-Ökosystem besteht aus miteinander verbundenen Software- und Maschinenkomponenten, womit die Etablierung von Industrie-4.0.-Anwendungen in Fertigungsprozessen besonders schnell gelingt. Foto: Emag

Dashboards von "Edna": Das modulare Software-Ökosystem besteht aus miteinander verbundenen Software- und Maschinenkomponenten, womit die Etablierung von Industrie-4.0.-Anwendungen in Fertigungsprozessen besonders schnell gelingt.

Foto: Emag

Ob E-Antrieb, Hybrid-Motor oder konventioneller Antrieb – die Schleifbearbeitung rückt derzeit in den Fokus der Produktionsplaner. Sie benötigen auf der einen Seite neue Lösungen für perfekte Bauteil-Oberflächen, die bei sehr hohen Drehmomenten und Drehzahlen die geforderte Laufruhe garantieren. Auf der anderen Seite kommt es auf die Flexibilität der Maschinen an. Sie sollen sehr unterschiedliche Produktionsaufgaben mit kurzen Rüstzeiten effizient bewältigen, was gerade im Schleifbereich nicht einfach umzusetzen ist.

Wälz- oder Profilschleifen oder besser beides?

Im Zentrum steht bei einen süddeutschen Werkzeugmaschinenbauer – passend zur Messe im italienischen Mailand – die Maschine „G 250“ des Tochterunternehmens Emag SU (früher: Samputensili) mit Sitz in der Nähe von Bologna. Mit dieser Lösung lassen sich Achsantriebsräder, Gangräder und Wellen per Wälzschleifen oder Profilschleifen kosteneffizient herstellen. Dabei können bei Bedarf auch sehr kleine Profilschleifscheiben oder Wälzschleifschnecken zum Einsatz kommen, was für maximale Flexibilität und Produktivität in der Produktion sorgt.

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Überzeugend ist das Konzept der Maschine, die sich für Verzahnungsbauteile mit einem Durchmesser von bis zu 250 Millimetern und einer Länge von maximal 550 Millimetern eignet. Diese Technologie „punktet“ auf verschiedenen Ebenen: So verfügt die Maschine über zwei Tischspindeln, um die Span-zu-Span-Zeiten während des Fertigungsprozesses zu minimieren. Dabei finden Wälzschleifen und Profilschleifen jeweils auf der Hauptschleifspindel statt, sodass kein unerwünschter Wärmegang entsteht, wie dies bei Vorsatzspindeln der Fall ist. Außerdem lässt sich die Maschine in wenigen Minuten auf das andere Verfahren umrüsten. „Die Eingabe läuft über eine benutzungsfreundliche Dialogsoftware ab, die das Einrichten einfach und übersichtlich gestaltet. Die Rüstzeiten sind minimal“, betont Francesco Zambon, Managing Director von Emag SU Mailand.

Die Kombimaschine für Wälzschleifen oder Profilschleifen fertigt Bauteile wie Achsantriebsräder, Gangräder und Wellen bis zu 550 Millimetern Länge besonders kosteneffizient.

Foto: Emag

Auch Störkonturen mit High-Speed herstellen

Außerdem interessant bei der G 250, die auf der Messe „live“ in Aktion vorführt wird: Auch das Schleifen von störkonturbehafteten Werkstücken ist durch den Einsatz von Wälzschnecken mit kleinem Durchmesser (160 Millimetern) auf der Hauptspindel möglich. Das Einmitten läuft hauptzeitparallel in der Beladeposition ab. Die integrierte Abrichteinheit sorgt für zusätzliche Prozesssicherheit. In der Variante G 250 HS verfügt die Maschine zudem über einen High-Speed-Schleifkopf, der bei Einsatz einer kleinen Schleifscheibe 20.000 Umdrehungen pro Minute möglich macht. „Diese Maschine ist zugleich hochflexibel und hochproduktiv, was im Schleifbereich normalerweise schwer zu kombinieren ist“, so Zambon. „Vor diesem Hintergrund ist sie unter anderem eine ideale Lösung für Verzahnungsaufgaben in der Elektromobilität und bei Getriebemotoren, bei denen häufig sehr kleinere Teile zum Einsatz kommen.“

Der High-Speed-Schleifkopf der "G 250 HS" erlaubt auch das Schleifen von störkonturbehafteten Werkstücken mit kleinen Wälz- und Profilschleifscheiben.

Foto: Emag

Doch das ist noch nicht alles – welche weiteren Lösungen stehen im Fokus des EMO-Auftritts, bei dem die Maschinen aus Bologna zum ersten Mal seit der Übernahme von Samputensili auf einem Messestand der Salacher zu sehen sind?

Leistung bei der Drehbearbeitung mit Automation steigern

Insgesamt prägen die Botschaften „Flexibilität“ und „Produktivität“ den gesamten Messeauftritt. So zeigen die Maschinenbauer auch ihre Drehmaschinen VL 2 und VL 8 sowie die leistungsfähige Rundschleifmaschine WPG 7. Die modular aufgebauten VL-Drehmaschinen stehen mit ihrer integrierten Automation für höchste „Performance“ und niedrige Stückkosten auf kleinem Raum. Die Basis dafür sind hochwertige Komponenten: Der Maschinen-Grundkörper besteht aus dem dämpfenden Polymerbeton „Mineralit“. Die Automation mittels einer Pick-up-Arbeitsspindel verfährt in den Achsen X und Z sehr reaktionsschnell, und auch der Werkzeugrevolver garantiert kurze Schwenkzeiten. Die VL 2 eignet sich für die Bearbeitung von kleinen Werkstücken mit einem Maximaldurchmesser von 100 Millimetern, die VL 8 nimmt Werkstücke bis zu einem Durchmesser von 400 Millimetern auf. Beide Drehmaschinen sind gut für den Einsatz in der Linienfertigung vorbereitet. Sie lassen sich mit einfachen Automationskomponenten wie Laufbändern, Wendern und Umsetzern verketten – und dann beispielsweise mit nachgelagerten Schleifprozessen auf der Basis von Emag-SU-Technologie verknüpfen.

Software-Ökosystem sorgt für ganzheitliche Lösung

Die Präsentation von Schleif- und Drehtechnologie auf der Messe soll anschaulich zeigen, wie die Fertigungssysteme die gesamte Prozesskette von der Weich- bis zur Hartbearbeitung abdecken. Der Planungsaufwand beim Kunden reduziert sich dadurch deutlich. „Dieses Know-how bringen wir natürlich auch bei der Etablierung von neuen Produktionslösungen für die Elektromobilität ein“, betont Zambon.

Besonders hervorzuheben: Mit dem „Edna“-System verfügen die Salacher auch über die passende Peripherie. Dahinter verbirgt sich ein modulares Software-Ökosystem aus miteinander verbundenen Software- und Maschinenkomponenten, mit dem die Etablierung von Industrie 4.0-Anwendungen besonders schnell gelingt. Ob die Kunden nun ihre Produktionszahlen visualisieren möchten, Schichten optimieren oder Ausfälle von Maschinen durch vorausschauende Wartung vermeiden wollen – für diese Problemstellungen stellt Edna eine passende Lösung dar. „Am Ende hat der Kunde ein perfektes Produktionssystem, das mit Blick auf Taktzeiten neue Benchmarks setzt, gleichzeitig aber ebenso eine hohe Stabilität und Prozesssicherheit bietet. Alle Bearbeitungsprozesse vom Drehen bis zum Schleifen laufen perfekt verzahnt hintereinander ab. Diese enormen Vorteile wollen wir verstärkt in den Markt einbringen. Die EMO ist dafür eine ideale Plattform“, so Zambon abschließend.

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Von Emag / Birgit Etmanski