Online-Forum Produktionskontrolle 29.11.2021, 10:30 Uhr

Schwarmautomatisierung sorgt für flexible Produktion

Die Produktion wandelt sich immer schneller. Individualisierte Bauteile und Kleinserien sind in vielen Branchen schon Standard. Das stellt die Qualitätssicherung vor große Herausforderungen: denn es kommt auf eine 100-Prozent-Kontrolle bei Losgröße Eins an.

Eine 100-%-Kontrolle und die individualisierte Massenfertigung schließen sich gegenseitig aus – oder doch nicht? Darüber diskutieren Expertinnen und Experten am 26. Januar 2022 im virtuellen Online-Forum Produktionskontrolle. Foto: Fraunhofer IPM

Eine 100-%-Kontrolle und die individualisierte Massenfertigung schließen sich gegenseitig aus – oder doch nicht? Darüber diskutieren Expertinnen und Experten am 26. Januar 2022 im virtuellen Online-Forum Produktionskontrolle.

Foto: Fraunhofer IPM

Mehrere Fraunhofer-Institute haben sich zusammengeschlossen, um ihr Know-how zu diesem aktuellen Thema an interessierte Anwender aus Industriebetrieben weiterzugeben. Beteiligt sind das Fraunhofer IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung), Stuttgart, das Fraunhofer IML (Institut für Materialfluss und Logistik), Dortmund, das Fraunhofer IOF (Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik), Jena, und federführend das und Fraunhofer IPM (Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik), Freiburg/Breisgau. Sie präsentieren die für 100-Prozent-Kontrolle benötigten Technologien am 26. Januar in einem Online-Forum aus der Reihe „Produktionskontrolle“. Die Veranstaltung findet digital statt und ist kostenfrei.

Alle Branchen sind von der Individualisierung betroffen

Egal ob in der Automobilproduktion, im Maschinenbau oder in der Medizintechnik-Branche: Die Fertigung individueller Produkte nimmt zu, Losgröße Eins ist keine Seltenheit mehr. Stichprobenartige Prüfungen reichen bei individuell gefertigten Produkten nicht mehr aus. Damit befindet sich die Massenproduktion in einem Dilemma: Lässt sich die Produktion von Kleinserien überhaupt mit einer vollständigen Qualitätskontrolle kombinieren, ohne die Wirtschaftlichkeit zu gefährden? Welche Technologien sind hierfür notwendig?

Unter dem Titel „100-%-Kontrolle bei Losgröße Eins“ machen die vier genannten Fraunhofer-Institute diese Fragen am 26. Januar zum Thema der digitalen Veranstaltungsreihe „Online-Forum Produktionskontrolle“. In fünf Fachvorträgen werden aktuelle Trends in der Automatisierung vorgestellt. Anschließend werden die einzelnen Themen an „virtuellen Kaffeetischen“ in einer informellen Diskussion vertieft.

Gemeinsames Forschungsprojekt soll Fertigungstechnik flexibler machen

In der Veranstaltung wird ein Teil der Arbeiten eines gemeinsamen Fraunhofer-Forschungsprojekts vorgestellt: Im Leitprojekt „SWAP“ entwickeln insgesamt zehn Fraunhofer-Institute neue Konzepte für eine flexible Fertigung. Dabei sollen in modularen Fertigungseinheiten Maschinen, Werkzeuge und Transportmittel intelligent zusammenarbeiten – basierend auf dem Schwarmprinzip. Die vier am Vortragsforum beteiligten Institute entwickeln dafür ein mobiles Robotersystem: Es transportiert die zu fertigenden Bauteile zwischen den Bearbeitungsstationen; das Verhalten des Schwarms richtet sich dabei nach dem Fertigungszustand der Bauteile und nach der Verfügbarkeit der Maschinen.

Über das Online-Forum und das Fraunhofer IPM

Das Online-Forum auf MS-Teams bringt in regelmäßigen Abständen Fraunhofer-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Messtechnik mit Anwenderinnen und Anwendern aus der Industrie zusammen. Auf dem Programm steht jeweils ein klar umgrenztes Thema aus der Mess- und Prüftechnik mit Fokus auf die jeweiligen Anwendungsaspekte. VertreterInnen aus der Industrie berichten über Erfahrungen und Herausforderungen in der industriellen Praxis. Das für den 26. Januar 2022 geplante Forum ist bereits die zehnte Veranstaltung aus der Reihe „Produktionskomtrolle“, die im Dezember 2020 startete.

Das Fraunhofer IPM verfügt auf dem Gebiet über große Expertise: Für die Produktionskontrolle entwickelt es optische Systeme und bildgebende Verfahren, mit denen sich Oberflächen und 3D-Strukturen analysieren und Prozesse regeln lassen. Selbst kleine Defekte oder Verunreinigungen werden auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten erkannt – für eine 100-Prozent-Echtzeitkontrolle im Sinne von Industrie 4.0. Eingesetzt wird eine große Bandbreite an Technologien, darunter digitale Holografie, Infrarot-Reflexions-Spektroskopie und Fluoreszenzverfahren, kombiniert mit sehr schneller hardwarenaher Bild- und Datenverarbeitung. Die Systeme werden beispielsweise in der Umformtechnik im Automobilbereich und zur Qualitätssicherung bei Medizinprodukten eingesetzt. Mehr Informationen zum anstehenden Online-Forum gibt es unter www.ipm.fraunhofer.de.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung. Ihr Fokus liegt auf zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien sowie auf der Verwertung der Ergebnisse in Wirtschaft und Industrie. Die 1949 gegründete Organisation betreibt in Deutschland derzeit 75 Institute und Forschungseinrichtungen. Rund 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erarbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 2,8 Milliarden Euro.

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