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+++Exklusiver Fachbeitrag+++ 24.07.2023, 17:00 Uhr

So wird die Schnittstelle „Wareneingang“ entschärft

In Verbindung mit ZetesMedea automatisiert das kamerabasierte ImageID-Gate einen Teil des Wareneingangsprozesses von Continental und kommt damit der Strategie von Industrie 4.0 einen großen Schritt näher.

Bei Conti Temic microelectronik in Ingolstadt werden täglich große Mengen an Paletten vereinnahmt, auf denen jeweils bis zu 60 einzelne Behälter gestapelt sind. Jeder Behälter verfügt über ein MAT-Label mit einem 2D-Barcode, der ausgelesen und mit den in SAP vorhandenen Anlieferungen verglichen werden muss.  Foto: Zetes/Marcus Walter

Bei Conti Temic microelectronik in Ingolstadt werden täglich große Mengen an Paletten vereinnahmt, auf denen jeweils bis zu 60 einzelne Behälter gestapelt sind. Jeder Behälter verfügt über ein MAT-Label mit einem 2D-Barcode, der ausgelesen und mit den in SAP vorhandenen Anlieferungen verglichen werden muss.

Foto: Zetes/Marcus Walter

Es ist ein Markt mit Zukunft: Moderne Autos sind mit einer zunehmenden Zahl von Sensoren ausgestattet, die ihr Umfeld wahrnehmen können und dadurch die Fahrsicherheit erheblich erhöhen. Das ermöglicht zum Beispiel das Erkennen von Verkehrszeichen und das autonome Fahren. Entwickelt und produziert werden solche digitalen Helfer von Conti Temic microelectronic, einem Tochterunternehmen der Continental AG. Einer der Produktionsstandorte befindet sich in Ingolstadt.

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Fokus auf Industrie 4.0

Vor dem Hintergrund des konzernweiten Wandels in Richtung Industrie 4.0 spielen auch hier die Themen Digitalisierung und Automatisierung eine wichtige Rolle. Verbesserungspotenziale entlang des internen Materialflusses werden bei Continental gezielt identifiziert und genutzt. Dabei geriet auch der Wareneingangsprozess in den Fokus. In Ingolstadt werden täglich große Mengen an Paletten vereinnahmt, auf denen jeweils bis zu 60 einzelne Behälter gestapelt sind. Jeder Behälter verfügt über ein MAT-Label mit einem 2D-Barcode, der ausgelesen und mit den in SAP vorhandenen Anlieferungen verglichen werden muss.

„Dieser Vorgang wurde früher aufwendig manuell mit einem Handscanner durchgeführt und dauerte einige Minuten pro Palette“, erinnert sich Alexander Lamotte, der bei Continental Automotive Technologies als Supply Chain Specialist tätig ist. Stellte sich dabei eines der Etiketten als fehlerhaft heraus, musste dieses danach erneut erstellt und erfasst werden. „Wir wollten diesen Prozess automatisieren und machten uns auf die Suche nach geeigneten Lösungen und Anbietern“, so Lamotte.

Effizienzsteigerung und Raumgewinn im Bestand

Die Paletten werden im Wareneingang zunächst mit einem Gabelstapler vom Lkw entladen und von dort zum ZetesMedea ImageID-Gate transportiert.

Foto: Zetes/Marcus Walter

Professionelles Auftreten

Nach mehreren Gesprächen kristallisierte sich das von Zetes konzipierte, kamerabasierte ImageID-Gate zur Palettenerfassung als Teil des Warehouse Execution Systems (WES) ZetesMedea als die beste Kombination heraus. „Zetes hat uns sowohl durch die Technologie als auch durch ein sehr professionelles Auftreten überzeugt“, betont Monika Fuchs, die am Standort Ingolstadt den Wareneingang verantwortet. Dieser Eindruck habe sich auch in der anschließenden Projekt- und Implementierungs-Phase bestätigt, die im Juni 2021 beendet werden konnte.

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Bedienerfreundliche Schnittstelle

Seitdem funktioniert der Wareneingang bei Continental in Ingolstadt wie folgt: Die Paletten werden im Wareneingang zunächst mit einem Gabelstapler vom Lkw entladen, ggf. die Stretchfolie entfernt und von dort zum ZetesMedea ImageID-Gate transportiert. Dieses befindet sich unmittelbar vor dem Hallendurchfahrtstor, das den Wareneingang von der Lagerhalle trennt. Rechts und links vor der Durchfahrt sind am Gate die Zetes ImageID-Kameras installiert, die Bilder von jeder Palette bzw. jedem Mehrwegtransportbehälter aufnehmen. Die Technologie dekodiert und überprüft sofort alle Etiketten der Mehrwegtransportbehälter, die sich auf der Palette befinden, und löst für den Mitarbeiter am Rolltor ein Freigabe- oder Stoppsignal aus. Zu den weiteren Elementen des Gates gehören eine Signal-Ampel sowie eine mobile Arbeitsstation mit einem mobilen Scanner, Etikettendrucker und Monitor. Dessen Bildschirm zeigt die webbasierte und bedienerfreundliche Benutzerschnittstelle (Web UI) von ZetesMedea. „Das ImageID-Gate ist ein weiterer Schritt in eine automatisierte Zukunft. Mit dieser Technologie arbeiten wir im Wareneingang schneller und in einer höheren Qualität“, bestätigt Andreas Dinzinger, Head of SCM Warehouse and Shipping am Standort Ingolstadt.

Falls beim Scanvorgang einzelne Barcodes nicht erkannt wurden, wird der Mitarbeiter sofort über eine optische Warnung mit der Ampel sowie über die Web-Benutzeroberfläche (WEB UI) benachrichtigt. Die Mitarbeitenden können die fehlenden Daten direkt mit dem Handscanner nacherfassen, ohne lange suchen zu müssen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, ist die Palette bereit zum Einlagern.

Foto: Zetes/Marcus Walter

Wertvolle Zeit gespart

Sobald der Staplerfahrer die Palette zwischen den beiden Kamerasäulen abgestellt hat, beginnt der Scan-Prozess. Dieser ist nach wenigen Sekunden abgeschlossen, was durch die grafisch aufbereiteten Ergebnisse am Monitor und das grüne Licht der Ampel bestätigt wird. Zugleich wird durch Zetes ImageID das Rolltor zur Lagerhalle geöffnet, sodass die Ware eingelagert werden kann. Jetzt tritt auch der Etikettendrucker in Aktion, der mit SAP automatisch ein Summenlabel generiert. Nachdem dieses auf der Palette fixiert wurde, steht der Einlagerung nichts mehr im Wege. „Früher musste das Summenlabel manuell erstellt werden, was weitere wertvolle Zeit gekostet hat“, erläutert Monika Fuchs.

Falls beim Scanvorgang einzelne Barcodes nicht erkannt wurden, da sie beispielsweise beschädigt oder verdeckt waren, wird der Mitarbeiter sofort über eine optische Warnung mit der Ampel sowie über die Web-Benutzeroberfläche (WEB UI) benachrichtigt. In diesen Fällen werden die betroffenen Label im Palettenbild, das auf der Web UI angezeigt wird, hervorgehoben. Dies ist eine visuelle Hilfe für den Mitarbeiter, der die fehlenden Daten direkt mit dem Handscanner nacherfassen kann, ohne lange suchen zu müssen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, ist die Palette bereit zum Einlagern.

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SAP-Abgleich in Echtzeit

Während ein gelbes Ampelsignal dem Mitarbeiter anzeigt, dass einige Daten fehlen, deutet die Farbe Rot auf einen generellen Fehler hin. In diesem Fall muss die Palette ausgeschleust werden. Das kann zum Beispiel passieren, wenn für die Palette noch kein Auftrag vorliegt. Schließlich werden die Artikeldaten beim Scanvorgang von ZetesMedea nicht nur gelesen, sondern in Echtzeit an einen Webservice übertragen, der die Daten mit den in SAP hinterlegten Anlieferungen abgleicht. Der Wareneingang wird in SAP automatisch gebucht.

Mit dem neuen Wareneingangsprozess ist man bei Continental in Ingolstadt mehr als zufrieden. „Durch das ZetesMedea ImageID-Gate sparen wir bei jeder eingelagerten Palette deutlich Zeit. Der Effekt liegt bei einer Minute pro Palette“, erklärt Alexander Lamotte. Pro Tag summieren sich die Einsparung im Wareneingang, womit wertvolle Zeit gewonnen wird. In weniger als zwei Jahren soll sich die Investition amortisiert haben.

Die Artikeldaten werden beim Scanvorgang von ZetesMedea nicht nur gelesen, sondern in Echtzeit an einen Webservice übertragen, der die Daten mit den in SAP hinterlegten Anlieferungen abgleicht. Der Wareneingang wird in SAP automatisch gebucht.

Foto: Zetes/Marcus Wolter

Unterschiedliche Prozesse

Mit einer noch schnelleren Amortisation rechnet Continental bei der zweiten Installation eines ZetesMedea ImageID-Gates im südhessischen Groß-Rohrheim. Dort betreibt Continental auf einer Fläche von 34 000 Quadratmeter sein zentrales Logistikzentrum für den Pkw-Ersatzteilmarkt. Betrieben wird es von einem externen Dienstleister. „Da sich der Prozess leicht vom Standort Ingolstadt unterscheidet, haben wir uns für Groß-Rohrheim als weiteren Pilotstandort entschieden“, erläutert Alexander Lamotte, der auch dieses Projekt geleitet hat.

Im Gegensatz zu Ingolstadt werden in Groß-Rohrheim keine 2D-, sondern 1D-Barcodes erfasst. Auch die Modulgröße der Barcodes weicht ab. Ein weiterer Unterschied besteht hinsichtlich des Leseabstands zwischen Palette und Kamera. Hier kann ZetesMedea ImageID seine große Flexibilität ausspielen und Leseabstände von bis zu mehreren Metern abdecken. So kann Zetes gewährleisten, alle Barcodes innerhalb eines frei definierbaren Lesebereiches zu erfassen, was in der Praxis bedeutet, dass durchaus Lesefelder von mehreren Quadratmetern Größe erreicht werden. Auch in diesem Punkt ist die von Zetes entwickelte Lösung extrem flexibel. Diese Flexibilität wird Continental auch an anderen Standorten nutzen: Nach den ersten beiden Installationen wird der Technologie-Konzern weitere ZetesMedea ImageID-Gates in USA und Litauen einführen.

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