Echtzeit-Bilderkennungssystem 10.12.2020, 08:45 Uhr

Wie Künstliche Intelligenz Einzug in den Fertigungsprozess hält

Die Möglichkeiten der Digitalisierung befeuern den Fortschritt von Unternehmen, Branchen und Industrien. Zwei Unternehmen haben jetzt erfolgreich ein Echtzeit-Bilderkennungssystem in die Flugzeug-Endmontage integriert.

Ein modernes Echtzeit-Bildverarbeitungssystem arbeitet bereits erfolgreich in der Endmontage bei einem Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Foto: Geheimtippmedia

Ein modernes Echtzeit-Bildverarbeitungssystem arbeitet bereits erfolgreich in der Endmontage bei einem Unternehmen der Luftfahrtindustrie.

Foto: Geheimtippmedia

Die Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen auch für die Fertigungsindustrie. Diese jedoch tatsächlich zu realisieren, liegt nach wie vor in Menschenhand: Entscheidend ist, neue Technologien und Vorgehensweisen mit existierenden Prozessen erfolgreich zu verbinden. Ein Beispiel hierfür ist ein intelligentes Echtzeit-Bildverarbeitungssystem, welches das KI-Unternehmen Synergeticon entwickelt und mit Cenit nun in der Endmontage bei einem Unternehmen in der Luftfahrtindustrie integriert hat. Die Kooperation stellt damit einen wichtigen Schritt in Richtung eines „digitalen Zwillings“ von Fertigungslinien dar.

Live-Informationen lassen sich mehrfach nutzen

Das System, das aus Kameras und einer auf künstlicher Intelligenz basierten Software besteht, macht die Echtzeit-Sichtbarkeit der aktuellen Arbeitsfortschritte im Hangar möglich. Konkret bedeutet dies: Die auf der Grundlage der aufgenommenen Bilder erzeugten Live-Informationen zum aktuellen Stand des Arbeitsfortschritts fließen situativ aufbereitet in den Fertigungsprozess ein. Dies geschieht sowohl prädiktiv als auch zu Zwecken von Ex-Post-Analysen.

Ein besonderes Merkmal ist die Tatsache, dass bei den Kamera-Aufzeichnungen – dank intelligent geschulter Algorithmen – Personen nicht aufgenommen werden, Bild 1. Dies ist ein eindeutiger Mehrwert des Systems – und ein Beweis, wie eine smarte Digitalisierung durch den Einsatz künstlicher Intelligenz auch die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen kann.

Bild 1. Die Bildverarbeitungstechnologie des Hamburger Start-ups kann automatisch die relevanten Objekte erkennen und Menschen dabei unsichtbar machen – auch in der Produktionsumgebung.

Foto: Synergeticon

Der Mensch agiert als Enabler

Welche Rolle spielt nun der Mensch dabei? Als langjähriger IT-und Software-Spezialist begleitet die Cenit AG aus Stuttgart namhafte Unternehmen im Flugzeugbau bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie. Um neue und zukunftsweisende Technologien zu implementieren, wird eine weitreichende Expertise eingebracht. Aber auch neue, innovative Partner werden bei Bedarf mit „an Bord“ geholt: „Um optimale Lösungen für die komplexen Herausforderungen der Digitalisierung zu erarbeiten, sind neue, vernetzte Denkweisen gefragt. Wir verstehen uns dabei als Enabler, der mit eigenem Wissen vorangeht und auch innovative, junge Unternehmen mit ins Spiel bringt“, erklärt Markus Schwarze, Verantwortlicher für das Geschäftsfeld bei Cenit.

Start-up in der Luftfahrtindustrie bringt Expertise ein

Einer dieser Partner ist das junge Unternehmen Synergeticon aus Hamburg, ein Spezialist auf den Gebieten Künstliche Intelligenz (KI), Kollaborative Robotik und Datenanalyse. „Die intelligente, automatische Bildverarbeitung in Produktion und Wartung wird aufgrund ihrer wegweisenden Effizienz in der Fertigung immer mehr an Bedeutung gewinnen“ – hier ist sich David Küstner, Gründer und Gesellschafter bei Synergeticon, sicher. Denn durch den Einsatz der mittels der Software generierten Daten und Informationen ist es für den Anwender möglich, Abweichungen im Produktionsablauf quasi zeitgleich zu registrieren und entsprechend darauf zu reagieren, Bild 2.

Bild 2. Mithilfe der „intelligenten Kamera“ wird es möglich, Abweichungen im Produktionsablauf quasi zeitgleich zu registrieren. Grafik: Synergeticon

„Wir sind stolz, dass wir dieses wichtige Thema gemeinsam mit Cenit voranbringen können“, fügt er hinzu. Sein Unternehmen wurde 2015 in Hamburg als Start-up in der Luftfahrtindustrie gegründet und arbeitet bis heute mit seinen Erstkunden Airbus und Lufthansa Technik zusammen. Seitdem ist es zu einem führenden Spezialisten für KI-unterstützte Softwarelösungen in der Industrie herangewachsen und neben der Luftfahrtbranche inzwischen auch in zahlreichen weiteren Industriezweigen aktiv.

Derzeit befindet sich das gemeinschaftlich angegangene, KI-basierte Bildanalyse-Projekt noch in der Anfangsphase. Das langfristiges Ziel lautet jedoch, diese Technologie als Wegbereiter für zahlreiche digital unterstützte Anwendungen zu nutzen. Denn so kann sie die Effizienz von Produktionsprozessen entscheidend voranbringen.

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Von Von Thomas Dulz, David Küstner

Thomas Dulz ist Sales Manager Aerospace bei Cenit in Stuttgart.
David Küstner ist Geschäftsführer der Firma Synergeticon in Hamburg.

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