Personalien, Wirtschaftszahlen und mehr 17.12.2021, 12:30 Uhr

News zum Jahreswechsel aus der Fertigungstechnik-Branche

Was gibt es Neues in der Welt der Fertigungstechnik? Welche Stellen wurden und werden neu besetzt? Wie haben sich die Unternehmen in der schwierigen Zeit geschlagen?

Preisverleihung für herausragende Messtechnik-Forschung: Dr. Bernd-Jochen Schniewind (Vorsitzender des Kuratoriums der Dr.-Ing. Siegfried Werth Stiftung), Roy Seitz (Preisträger), Prof. Dr. Paul Zbinden (Institutsleiter IMES der OST-Ostschweizer Hochschule) (v. l.). Foto: Werth

Preisverleihung für herausragende Messtechnik-Forschung: Dr. Bernd-Jochen Schniewind (Vorsitzender des Kuratoriums der Dr.-Ing. Siegfried Werth Stiftung), Roy Seitz (Preisträger), Prof. Dr. Paul Zbinden (Institutsleiter IMES der OST-Ostschweizer Hochschule) (v. l.).

Foto: Werth

Das Jahr 2021 war weiterhin von Lieferengpässen geprägt; auch die Folgen der Pandemie wirken sich immer noch aus. Dennoch gab es auch einiges Positives zu vermelden, sowie Weichen stellende Personalien. Die VDI-Z hat aktuelle Meldungen zum Jahresende 2021 für Sie zusammengestellt.

Franz-Xaver Bernhard neuer Vorsitzender des VDW

Vom Vorstand des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) und des Fachverbands Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme im VDMA, Frankfurt am Main, wurde Franz-Xaver Bernhard in der Herbstsitzung einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Dies gaben die Verbände am 16. Dezember 2021 bekannt. Bernhard tritt damit zum 01. Januar 2022 die Nachfolge von Dr. Heinz-Jürgen Prokop an, der den Vorsitz satzungsgemäß mit Beendigung der zweiten Amtszeit nach sechs Jahren niederlegt.

„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und auf meine künftigen Aufgaben im VDW-Vorstand“, sagte der neue Vorsitzende nach seiner Wahl. Und weiter: „Die Werkzeugmaschinenindustrie macht schwierige Zeiten durch. Zwar sprudeln jetzt die Aufträge wieder stärker, doch verhindern Engpässe bei den Zulieferungen vielfach, dass die Bestellungen auch ausgeliefert werden können. Da gilt es, immer wieder aufzuzeigen. Gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit müssen wir erklären, warum einer mittelständischen Branche wie der unsrigen häufig die Hände gebunden sind.“

Franz-Xaver Bernhard ist Jahrgang 1959; er ist ist verheiratet und hat zwei Söhne. Nach dem Hauptschulabschluss folgte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Nach dem Grundwehrdienst absolvierte er eine Weiterbildung zum Maschinenbautechniker und erwarb die Fachhochschulreife. 1983 trat er in die Hermle AG, Gosheim, ein, zunächst als Leiter Anwendungstechnik. Dann startete er eine Vertriebskarriere vom Leiter technischer Vertrieb über den Bereichsleiter Vertrieb bis er schließlich 2001 zum Vorstand für Vertrieb, Forschung und Entwicklung berufen wurde. „Das war immer mein Ziel, denn Kundenkontakt und das Vertrauensverhältnis, das über viele Jahre zu den Kunden aufgebaut wird und für den Investitionsgütervertrieb wesentlich ist, motiviert mich heute immer noch“, beschreibt Bernhard den Reiz der Aufgabe. Seit 2001 engagiert sich Bernhard im VDW, zunächst als Mitglied im Wirtschaftsausschuss. 2003 übernahm er dessen Vorsitz. Seit 2013 ist er zusätzlich im VDW-Vorstand aktiv.

Franz-Xaver Bernhard von der Hermle AG, Gosheim, ist ab dem 1. Januar 2022 neuer Vorsitzender des VDW und des Fachverbands Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme im VDMA.

Foto: Hermle

Preis der Dr.-Ing. Siegfried Werth-Stiftung verliehen

Am 03.12.2021 überreichte der ehemalige technische und kaufmännische Leiter von Werth Messtechnik, Gießen, Dr.-Ing. Bernd-Jochen Schniewind, in Rapperswil/CH den Preis der Dr.-Ing. Siegfried Werth Stiftung für eine hervorragende Masterarbeit mit dem Titel „StereoVision: High-Speed Stream-Based Parallel Dense Disparity Map Calculation“ an Roy Seitz von der OST-Ostschweizer Fachhochschule.

Die Stiftung wurde 1987 zum Andenken an den Gründer der Werth-Messtechnik durch Maria Werth gegründet. Der Stiftungszweck ist die „Förderung und Finanzierung wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der berührungslosen dimensionellen Messtechnik“ und wird durch die Vergabe von Preisen für ausgezeichnete Dissertationen, Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Bachelorarbeiten auf diesem Gebiet erfüllt.

Neuer Präsident der European Technical Ceramics Federation

Dr. Carsten Russner, Geschäftsführer von Kyocera Fineceramics Precision mit Sitz in Selb, wurde am 10. Dezember 2021 einstimmig zum neuen Präsidenten der European Technical Ceramics Federation (EuTeCer) gewählt. Damit vertritt er auch die Technische Keramik im Präsidium der Cerame-Unie. „Ich fühle mich geehrt, einer so dynamischen und innovativen Branche auf internationaler Ebene vorzusitzen“, freut sich Russner, „Als neuer Präsident möchte ich die Kommunikation innerhalb der einzelnen Sektoren in Europa verstärken, damit wir in Zukunft voneinander profitieren können.“ Für den Geschäftsführer der auf Feinkeramik spezialisierten Kyocera-Tochter sprachen die über 30-jährige Berufserfahrung und seine daraus resultierende fachliche Expertise sowie sein akademischer Hintergrund. Russner hat Maschinenbau studiert und in Produktionstechnik promoviert und besitzt ebenfalls ein Diplom als Ingenieur in der Fachrichtung Qualität. Sein Wirken schließt auch den stellvertretenden Vorsitz der Fachgruppe Technische Keramik im VKI (Verband der Keramischen Industrie) ein.

 EuTeCer ist ein Verband für Technische Keramik, dessen Mitglieder in UK, Frankreich, Deutschland, Italien, Rumänien und der Türkei sitzen, und der als einer der neun Sektoren zum Dachverband der europäischen Keramikindustrie Cerame-Unie gehört. Die Mitglieder und assoziierten Mitglieder – sowohl nationale Verbände als auch Direktmitglieder – sind in 30 europäischen Ländern ansässig, darunter 27 EU-Mitgliedstaaten. Die Keramikindustrie umfasst nach eigenen Angaben rund 2000 Unternehmen in der EU.

Neues aus der Carl Zeiss AG

Die Hauptversammlung der Carl Zeiss AG hat als Vertreter der Alleinaktionärin Carl-Zeiss-Stiftung Dr. Michael Bolle (60) zum neuen Aufsichtsratsmitglied bestellt. Er soll im Januar 2022 zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Carl Zeiss AG gewählt werden. Dr. Bolle folgt damit auf Dr. Dieter Kurz (73), dessen Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der Carl Zeiss AG nach fast zehn Jahren zum 31. Dezember 2021 endet. Dr. Bolle übernimmt zum 1. Januar 2022 ebenfalls das Amt des Stiftungsratsvorsitzenden der Carl-Zeiss-Stiftung von Dr. Kurz und vertritt damit zukünftig alle Gesellschafterinteressen der Stiftung.

Derweil verzeichnet die Zeiss-Gruppe, Oberkochen, im Geschäftsjahr 2020/21 ein Rekordjahr: Der Umsatz erreicht erstmals in der 175-jährigen Unternehmensgeschichte 7,5 Milliarden Euro-Marke (Bilanzstichtag: 30. September 2021). Er stieg um 20 Prozent auf 7,529 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,297 Milliarden. Euro). Davon entfielen über 90 Prozent auf Märkte außerhalb von Deutschland. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte mit 1,479 Milliarden Euro ebenfalls einen neuen Höchststand (Vorjahr: 922 Millionen Euro). Die EBIT-Marge lag bei 20 Prozent. Der Auftragseingang wuchs auf 8,974 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,814 Milliarden Euro).

Auszubildende setzt sich in einer Männerdomäne bundesweit durch

Die ehemalige Auszubildende zur Zerspanungsmechanikerin Larissa Heller wurde von der IHK (Industrie- und Handelskammer) im November 2021 für ihre herausragenden Leistungen bei ihrer Abschlussprüfung als Bundesbeste ausgezeichnet. Damit hat sie den besten Ausbildungsabschluss unter fast 5.000 Zerspanungsmechaniker-Azubis (m/w/d) deutschlandweit erzielt.

„Ich finde es faszinierend, was ich aus einem Aluminiumrohling alles machen kann. Außerdem mag ich es, wenn die Fetzen fliegen“ -, dies sagt die IHK-Preisträgerin und bundesbeste Zerspanungsmechanikerin 2021 Larissa Heller.

Foto: Polytec

„Ich bin total sprachlos und überwältigt! Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich eine solche Auszeichnung für meine Ausbildung entgegennehmen darf“, freut sich Larissa Heller, die mittlerweile fest angestellt bei Polytec arbeitet. Sie setzte sich damit in einer wahren Männerdomäne als Jahresbeste bundesweit durch. Das macht sie natürlich auch zu einem Vorbild für andere Mädchen, die sich für technische Ausbildungen interessieren.

Was hat sie damals als 20-Jährige dazu bewogen, sich für genau diesen Berufsweg zu entscheiden? „Die Arbeit bietet immer neue Herausforderungen. Ich bekomme eine Zeichnung von einem Modell und muss mir dann überlegen, wie ich vorgehe und wie ich das Programm erstelle, um dieses Werkstück danach in den Händen halten zu können. Dann programmiere ich die Maschine. Der Prozess ist kreativ und anspruchsvoll, das gefällt mir.“ In ihrem Team ist sie die einzige Frau unter zwölf Männern.

Was sollten junge Menschen mitbringen, die sich für eine Ausbildung in der Zerspanungsmechanik interessieren? „Wichtig sind Eigenverantwortung, Kreativität, ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen und gute Grundlagen in Mathe und Physik“, erklärt Heller. Die Polytec GmbH mit Sitz in Waldbronn bei Karlsruhe wurde bereits mehrfach von der IHK für ihre Ausbildung ausgezeichnet. Das Hochtechnologieunternehmen, das sich auf optische Messtechnik spezialisiert hat, bietet Ausbildungen zum Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker, Industriekaufmann sowie den Studienplatz zum Bachelor of Science Informatik (alle m/w/d) an.

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