+++Anzeige+++ 06.07.2021, 13:37 Uhr

Ohne Code zur eigenen App mit der No-Code Lösung TULIP

Die Maschinen und Abläufe in der Fabrik werden durch digitale Technologien immer intelligenter und adaptiver und dank Automation zudem immer autonomer. In solchen Szenarien treten die individuellen Fähigkeiten und das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als differenzierendes Element oft in den Hintergrund. Hier setzen neue digitale Lösungen an, um die menschliche Kreativität und Innovationsfähigkeit digital nutzbar zu machen oder digital zu unterstützen.

Inside-Out: DMG MORI nutzt TULIP auch in den eigenen Produktionswerken, wie hier in der Excellence Factory bei DECKEL MAHO in Pfronten. Foto: DMG Mori

Inside-Out: DMG MORI nutzt TULIP auch in den eigenen Produktionswerken, wie hier in der Excellence Factory bei DECKEL MAHO in Pfronten.

Foto: DMG Mori

Herausforderungen industrieller Digitalisierung

Die Fertigung ist in vielen innerbetrieblichen Werkstätten und bei externen Dienstleistern (sogenannten Job Shops) oftmals noch ein sehr analoger Prozess, in dem viele Informationen auf Papier kommuniziert werden. Obwohl sich diese Arbeitsweise häufig über Jahre in der Praxis bewährt hat, geht es nun darum, das bestehende Wissen in die neue digitale Welt zu überführen.

Diesen Ansatz verfolgt TULIP, ein 2013 gegründetes Spin-off des MIT Massachusetts Institute of Technology in Boston und seit 2019 Partner von DMG MORI. Die Manufacturing Platform des Unternehmens ermöglicht die Digitalisierung von Arbeitsabläufen im Shopfloor ohne die Einbindung von IT-Experten. Möglich macht dies ein No-Code-Programmiersystem, mit dem Workflow-Apps ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können.

Das TULIP Portfolio stellt dazu einen digitalen Werkzeugkasten zur Verfügung, aus dem heraus Beschäftige speziell für ihren Bereich ein maßgeschneidertes Drehbuch des digitalen Workflows „verfassen“ können. Nach dem Drag & Drop-Prinzip werden über standardisierte und adaptierbare Funktionsblöcke der TULIP Manufacturing Plattform die einzelnen Sequenzen eines Prozesses beschrieben, visualisiert und zu einer App zusammengefügt. Indem diese App nachfolgend den Ablauf des manuellen Arbeitsprozesses digital begleitet, werden menschliche Fehlerquellen minimiert, während sich der ursprüngliche Gesamtprozesses zudem auf Basis des extrahierten Datenwissen kontinuierlich verbessern lässt.

Eine TULIP App ist immer aus dem Shopfloor für den Shopfloor geschrieben – und je größer die Gruppe ist, die kreativ mitwirkt, umso zügiger erfolgt die Umsetzung und umso besser sind die Ergebnisse. Foto: DMG Mori

Eine TULIP App ist immer aus dem Shopfloor für den Shopfloor geschrieben – und je größer die Gruppe ist, die kreativ mitwirkt, umso zügiger erfolgt die Umsetzung und umso besser sind die Ergebnisse.

Foto: DMG Mori

Neuer Ansatz der Fabrikdigitalisierung

Erstmals eröffnet das TULIP System damit die Möglichkeit, Faktoren menschlicher Kreativität sowie Lern- und Innovationsfähigkeit mit „intelligenten“ Maschinen und digitalen Prozessen unmittelbar zu verbinden und in eine geführte Interaktion mit der gesamten IT- und Cloud-Umgebung zu bringen.

Die Manufacturing-Plattform von TULIP bietet einerseits einen Baukasten vorkonfigurierter Apps für eine Vielzahl von Alltagsaufgaben im Shopfloor, die sich mit Drag & Drop zu einem kompletten Ablaufprogramm kombinieren lassen. Andererseits kann dieses Drehbuch mit eigenen Applikationen ergänzt und angereichert werden. In keinem der genannten Fälle muss am Frontend auch nur eine Zeile Code geschrieben werden, weil die Komplexität im Backend-System der TULIP Plattform aufgelöst wird.

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten

Im Grunde genommen lässt sich in einem bestehenden Prozess jeder manuelle Handgriff über eine TULIP-App abbilden und begleiten – und jedes Unternehmen entscheidet „bottom up“ aus dem Shopfloor heraus selbst, was Sinn stiftet – und was nicht.

So beleuchtet beispielsweise in der Montage ein mit TULIP gesteuertes Pick-to-Light-System die Behälter der auszuwählenden Komponenten oder es werden Messvorgänge visualisiert und die Ergebnisse automatisch übernommen und geprüft. An der Maschine geleiten TULIP Apps den Werker bei komplexeren Rüstaufgaben oder prozessbegleitenden Routinen.

Mit solchen Anwendungen erhöht der Einsatz von TULIP den Durchsatz und es werden qualitativ bessere Ergebnisse durch eine Reduzierung von Ausschuss erzielt. Zudem reduziert der standardisierte und digital abbildbare Arbeitsablauf die Einarbeitungszeit für neue Beschäftigte.

Wenn ein Mitarbeiter aus der Achsenmontage des GILDEMEISTER Produktionswerks von DMG MORI einen neuen Kollegen einarbeiten will, muss er die nötigen Arbeitsschritte nicht lange erklären: Denn durch die wesentlichen Arbeitsgänge führt den neuen Kollegen eine selbst erstellte App. Schritt für Schritt erklärt das Programm, welches Bauteil als Nächstes montiert werden muss – und wie etwa die Maße für Bohrlöcher aussehen müssen, damit das montierte Bauteil die Qualitätsprüfung besteht.

Die zuvor genannten TULIP-Effekte bei Produktivität und Qualität wirken dabei unabhängig vom industriellen Ausbildungsniveau. Mitarbeiter werden generell in die Lage versetzt, Fertigungsanwendungen an ihre individuellen Anforderungen anzupassen, eigene Probleme im Arbeitsablauf zu lösen und Ressourcen ganzheitlich effizienter zu nutzen. Der digitalisierte Prozess setzt dazu auf das Know-how der Menschen. So steigt der Effekt, je höher die fachliche Kompetenz der Belegschaft ist. Eine TULIP App ist immer aus dem Shopfloor für den Shopfloor erstellt – und je größer die Gruppe ist, die hier kreativ ein- und mitwirken kann, umso zügiger erfolgt die Umsetzung und umso besser sind die Ergebnisse.

Wie ein Drehbuch führt TULIP den Werker und die Werkerin: Schritt für Schritt visualisiert das Programm, was als nächstes zu tun ist. Die interne Verprobung von TULIP erfolgt bei DMG MORI seit geraumer Zeit in der Spindelfertigung bei DECKEL MAHO in Pfronten. Neue Innovationspotenziale. Foto: DMG Mori

Wie ein Drehbuch führt TULIP den Werker und die Werkerin: Schritt für Schritt visualisiert das Programm, was als nächstes zu tun ist. Die interne Verprobung von TULIP erfolgt bei DMG MORI seit geraumer Zeit in der Spindelfertigung bei DECKEL MAHO in Pfronten. Neue Innovationspotenziale.

Foto: DMG Mori

Die Intelligenz und Effizienz eines Arbeitsablaufs wächst nicht allein durch die prozessunterstützenden TULIP Apps, sondern zudem dadurch, dass Prozesse und Abläufe transparent und digital verfügbar gemacht werden. Das schafft kreative Freiräume für Prozessinnovationen. Bei TULIP geht es demnach immer um Hilfe zur Selbsthilfe; darum, Ineffizienzen zu erkennen und den Status quo aus einem transparenten Prozess heraus datenbasiert kontinuierlich zu verbessern.

TULIP und DMG MORI

Seit der Einführung von TULIP im Jahr 2019 entwickelte sich TULIP bei DMG MORI zu einem großen Erfolg. So wird TULIP für die Digitalisierung sämtlicher Shopfloor-Prozesse sowohl auf als auch neben der Werkzeugmaschine verwendet – und das zum einen bei der Transformation interner Prozesse in den globalen Lieferwerken, zum anderen (und insbesondere) unterstützt das TULIP Angebot die DMG MORI Kunden effizient beim digitalen bottom up Wandel. So agiert DMG MORI gemäß dem eigenen Anspruch als Wegbereiter seiner Kunden im Zukunftsfeld der Digitalisierung.

Von DMG Mori