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Beratung zu alternativen Geschäftsmodellen 08.01.2026, 09:47 Uhr

Wie Automobilzulieferer auf das Verbrenner-Sterben reagieren können

Die E-Mobilität trifft viele Zulieferer klassischer Fahrzeugkomponenten hart. Fraunhofer-Forschende besuchen die Unternehmen auf ihrer „TuWAs“-Tour und weisen auf neue Betätigungsfelder hin.

Samara region, Russia -Assembly line of LADA Cars Automobile Factory AVTOVAZ - on December 13, 2007 in Togliatty

Wenn statt der Verbrenner künftig vermehrt E-Fahrzeuge vom Band rollen, müssen weniger Teile bereitgestellt werden.

Foto: fotoru.gmail.com/Smarterpix

Ein Verbrennungsmotor besteht in der Regel aus über 1000 Teilen und benötigt für die Kraftübertragung ein komplexes Getriebe. In Elektromotoren sind demgegenüber nur wenige hundert Teile verbaut, für die Kraftübertragung reicht meist eine einzige Fahrstufe. Viele Automobilhersteller beziehen wesentliche Komponenten und Teile für den Antriebsstrang von Zulieferern, die der Übergang zur Elektromobilität folglich besonders „angeht“. Der Transformationshub „TuWAs“ des Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU hat für diese Unternehmen einen Baukasten aus Self-Assessment, Best Practices, E-Learnings und einem Trendradar entwickelt; dieser Fundus steht nun auch als mobiles Angebot zur Verfügung.

Die Berater wissen, wo den Firmen in der Umformtechnik der Schuh drückt

Aus mehreren Workshops und zahlreichen Einzelgesprächen der vergangenen drei Jahre weiß das TuWAs-Team, wo den Unternehmen in der Umformtechnik der Schuh drückt. Viele Zulieferer stehen vor der Herausforderung, mit neuen Produkten neue Anwendungsfelder, teilweise auch außerhalb der Automobilindustrie, erschließen zu müssen. Wesentliche Erfolgsfaktoren der Transformation sind eine flexible Produktion, qualifizierte Fachkräfte, effizientes Ressourcenmanagement und eine klare Strategie zur Dekarbonisierung. Digitalisierung kann als wichtige Querschnittsaufgabe und Befähiger betrachtet werden.

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Bereit für die Roadshow: Mit diesem Anhänger reist das „TuWAs“-Team zu Automobilzulieferern, die Unterstützung bei der Transformation in die Elektromobilität wünschen.

Foto: Fraunhofer IWU

Seit kurzem stellt der Transformationshub sein Angebot auch mobil vor Ort bei interessierten Unternehmen zur Verfügung. Das TuWAs-Team plant eine Roadshow mit festen Terminen, vereinbart aber auch ab sofort Einzeltermine in ganz Deutschland. Die mobile Lösung bietet das gesamte Leistungsspektrum des Hubs:

  • Standortbestimmung – das TuWAs-Self-Assessment ermöglicht eine Einschätzung, wo die eigene Organisation bezüglich Mensch, Technologie und Organisation steht. Im Rahmen eines Benchmarkings können Unternehmen ihren Status quo mit den für den Strukturwandel benötigten Anforderungen vergleichen und sich so ein Bild zu Veränderungsbedarfen machen. Nach der Analyse erhalten Unternehmen konkrete Empfehlungen für die Entwicklung von Fähigkeiten und Strategien, mit denen sie ihre Position in der Transformation der Automobilindustrie stärken können.
  • Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Transformationsstrategien und -prozesse stehen für Erfolgsgeschichten, die Orientierung bieten.
  • An Bord des TuWAs-Wagens befinden sich auch praktisch einsetzbare ›Werkzeuge‹ wie eine Augmented-Reality-Brille, die Mitarbeitende über zusätzlich eingeblendete Informationen in Montageprozessen oder bei der Beurteilung von Rüstprozessen unterstützen kann. Auch Radar-Messtechnik zur Beurteilung heißer Umformteile oder Klemmbausteine zur modellhaften Demonstration eines Produktionslayouts sind verfügbar.
  • Ebenfalls Teil des Bordwerkzeugs: Beispielkomponenten für Unternehmen, die den Schritt in neue Produkte bzw. Märkte gehen, etwa um Chancen im Wachstumsmarkt Mikromobilität zu nutzen. Konkret an Bord sind Komponenten für Fahrräder.
  • Demonstratoren für die Kreislaufwirtschaft dürfen nicht fehlen – denn in der wirtschaftlichen Demontage, der Wiederaufarbeitung oder dem Umbau von Produkten liegen viele Chancen für tragfähige Geschäftsmodelle.

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Ansprechperson für interessierte Unternehmen ist der TuWAs-Projektleiter am Fraunhofer IWU, Dr. Markus Bergmann. Laut IWU-Pressemitteilung genügt ein Anruf – und die Transformationsexperten des Hubs tun was für Zulieferbetriebe der Automobilindustrie. Tel.: 0371/5397-1302

Das „TuWAs“-Team am Fraunhofer IWU: Dr. Markus Bergmann (links) und M.Sc. René Selbmann.

Foto: Fraunhofer IWU

TuWAs wird vom Bund gefördert

Für TuWAs, den vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Transformations-Hub für umformtechnische Wertschöpfungsketten im Antriebsstrang, haben sich unter der Leitung des Fraunhofer IWU Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland zu einem interdisziplinären Team zusammengeschlossen. Das Fraunhofer IWU steht im Hub für zahlreiche fertigungstechnische Kompetenzen und ausgeprägte Erfahrungen beim Transfer von Forschungsergebnissen. Teil des Hubs sind außerdem das Labor für Massivumformung (LFM) der FH Iserlohn, die Fachgruppe Advanced System Engineering (ASE) des Heinz-Nixdorf-Instituts der Universität Paderborn, das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen und der Lehrstuhl für Produktentwicklung und Leichtbau (LPL) der Technischen Universität München (TUM).