Mit Effizienz und Technologie gegen Emissionsvorschriften 29.05.2015, 00:00 Uhr

Neue Strategien zur Kostensenkung für Automobilhersteller

Als Folge gesetzlicher Vorgaben zur Senkung der C02-Emissionen sehen sich europäische Automobilhersteller und Zulieferer mit steigenden Herstellkosten und sinkenden Margen konfrontiert. Um dem entgegenzuwirken, gilt es, effiziente Strategien zur Kostensenkung einzusetzen.

Fahrzeugproduktion in Zeiten verschärfter Emissionsziele: Hier sind effiziente Produktkostenmanagement-Lösungen gefragt. Bild: aPriori

Fahrzeugproduktion in Zeiten verschärfter Emissionsziele: Hier sind effiziente Produktkostenmanagement-Lösungen gefragt. Bild: aPriori

Die EU-Gesetzgebung sieht immer strengere Emissionsvorschriften für Pkw vor: Ziel dieser Maßnahmen ist es, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 auf 95 g/km herunterzusetzen. Die Tatsache, dass in Europa strengere und schwieriger umzusetzende Regelungen in Kraft sind als in anderen Regionen, übt auf die europä­ische Automobilindustrie großen Druck aus. So gab Volkswagen Mitte 2014 in einem Interview bekannt, dass die Einhaltung der EU-Emissionsverordnungen das Unternehmen für jedes eingesparte Gramm Kohlendioxid 100 Millionen Euro koste.

Die damit verbundene Produktion von kraftstoffsparenderen Autos, Bild, stellt zwar kurzfristig eine große Herausforderung für die europäischen Automobilhersteller dar, doch auf lange Sicht bietet sich ihnen die Chance, die weltweite Entwicklung im Bereich von Hybrid- und Elektroautos an­zuführen und so einen signifikanten Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Der Branche kommt dabei zu Gute, dass die Nachfrage nach kraftstoffsparenderen Autos, insbesondere nach SUVs (Sport Utility Vehicle), unter den europäischen Konsumenten ständig steigt. Bei den hohen Kraftstoff­preisen – der Steueranteil je Liter liegt im Durchschnitt bei etwa 70 % – wünschen sich die Konsumenten eine höhere Effizienz und niedrigere Kosten.

Fertigungsprozesse effizienter gestalten

Automobilhersteller stehen nun vor einer großen Herausforderung: Um die zusätzlichen Kosten zu kompensieren, müssen sie nach neuen Möglichkeiten zur Kostenminimierung, zur Modellierung neuer Fertigungsszenarien und zum Umgang mit dem steigenden Outsourcen von Teilen, Werkzeugen und Komponenten suchen. Viele Unternehmen sehen sich damit konfrontiert, dass ihre Fertigungsprozesse nicht effizient genug sind und dass oftmals keine funktionsübergreifende Kommunikation vorhanden ist – und infolge dessen auch keine Transparenz, wie sich Änderungen von Komponenten und Materialien auf die Kosten auswirken. Zu komplexe, organisch gewachsene Ressourcenplanungs-, Lieferketten- und Fertigungssysteme sorgen dafür, dass die Kostendaten vieler Automobilhersteller und Tier-1-Zulieferer über das gesamte Unternehmen verstreut sind und die verschiedenen Abteilungen und Projektgruppen häufig ihre eigenen – oft kollidierenden – Kostenziele und -pläne einhalten. Das führt vielfach dazu, dass Unter­nehmens­leitung und Produktentwick­lungs­teams ihre Produktkosten nicht vollständig im Blick behalten.

Die Investition in innovative neue Technologien führt dazu, dass sich auch die herkömmliche Sichtweise der Automobilhersteller, was Fertigung, Werkzeugauslegung, Komponentenänderungen und Produktentwicklung betrifft, ändert: Effiziente Produkt­kostenmanagement-Lösungen beispielsweise erlauben eine schnelle Bewertung von verschiedenen Kostenszenarien, sowohl für komplette Fahrzeugplattformen als auch für Einzelteile und Zulieferer. So können die unterschiedlichen Eigenschaften und „Trade-offs“, die mit Produkt­variationen für die globalen Märkte gleichzusetzen sind und unter anderem Personalaufwand, Materialien, Fertigungsprozesse, gesetzliche Anforderungen, Logistik und Zuliefererstrukturen umfassen, bewertet werden. Hersteller können somit den vorteilhaftesten Ansatz für jedes Produkt und jedes Teil basierend auf Kosten, Qualität und Markteinführungszeit identifizieren.

Automatisierte Kostenkontrolle

Durch automatisierte Kostenkontrollfunktionen erhalten Unternehmen die Möglichkeit, den Anteil kostenoptimierter Teile in neuen Produktdesigns zu erhöhen und die Gewinnspannen zu optimieren. Hersteller können hunderte oder sogar tausende Teile gleichzeitig kalkulieren und die Zuliefererpreise vergleichen. „Ausreißer“ werden sofort markiert, sodass Beschaffungsleiter sich auf die Teile konzentrieren können, die dem Unternehmen die größten Einsparmöglichkeiten bieten. Auf diese Weise werden Beschaffungsteams dabei unter­stützt, ein größeres Volumen an Preisanfragen für Produkte mit ähnlichen Eigenschaften sowie mit dem höchsten Spar­potential zu erstellen.

Dank dieser Funktionen zur schnellen und einfachen Kostenkalkulation wissen Designer und Ingenieure immer genau, ob die von ihnen beim Produktdesign verwendeten Komponenten den Kostenrahmen sprengen oder nicht. Nur durch den Einsatz moderner Technologien, die während des Entwicklungsprozesses Zugriff auf Echtzeit-Kostenkalkulation gewähren, können Ingenieure und Hersteller wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen treffen – und damit trotz steigender Kosten, die durch die gesetz­lichen Vorgaben hinsichtlich Kraft­stoffeffizienz und Emissionsreduzierung entstehen, ihre Gewinnmargen ausbauen. 

Von Holger Alexander

Holger Alexander ist Sales Director (DACH) bei aPriori Deutschland in Kisdorf. Das Unternehmen bietet Software und Dienstleistungen für das Produktkostenmanagement an, mit denen sich in der Fertigungsindustrie messbare Einsparungen erzielen lassen (www.apriori.com).

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