Kreislaufwirtschaft 24.01.2020, 15:45 Uhr

Recycelbare Suppentüten in der Türkei

Mit der Kreislaufwirtschaft Energie und Ressourcen schonen. Das hat sich nicht nur die EU auf die Fahnen geschrieben. Im Kreis zu wirtschaften – also Materialien sehr oft wieder zu nutzen –, ist aber nicht einfach. Ein Lebensmittelkonzern geht hier in der Türkei voran.

Eine Tütensuppe von Unilever in einer rezyklierbaren Verpackung für den türkischen Markt. Bild:  Mondi

Eine Tütensuppe von Unilever in einer rezyklierbaren Verpackung für den türkischen Markt. Bild: Mondi

Die Kreislaufwirtschaft steckt weltweit vielfach noch in den Kinderschuhen – so auch beim Kunststoff. Ein Beispiel: Die Abfallwirtschaft in Deutschland verwertet die gesammelten Kunststoffabfälle zwar nahezu vollständig. 2017 hat sie 46 Prozent aller gesammelten Kunststoffabfälle werkstofflich und knapp 1 Prozent rohstofflich verwertet. Doch 53 Prozent dieser Abfälle wurden energetisch verwertet. Und: In den meisten Ländern wird deutlich weniger Kunstsoff stofflich recycelt. Dabei ist es aus Klima- und Umweltschutzsicht wichtig, mehr Kunststoffabfälle werkstofflich zu verwerten.

Auch Unternehmen fühlen sich hier in der Pflicht. Das gilt etwa für den Lebensmittelkonzern Unilever. In seinem „Sustainable Living Plan“ sagt er unter anderem zu, bis 2030 die Belastung der Umwelt während der Herstellung und Verwendung durch seine Produkte zu halbieren. Dazu gehört, von 2025 an nur noch wiederverwertbare, recycelbare und kompostierbare Kunststoffverpackungen für Unilevers Produkte zu verwenden.

Kooperation mit Verpackungsspezialisten

Dies ist ein ehrgeiziger Plan, den Unilever als Lebensmittelkonzern allein nicht umsetzen kann. Er beauftragte daher 2018 den Verpackungs- und Papierspezialisten Mondi, solch eine wieder verwertbare Verpackung herzustellen. Die richtige Wahl, denn auch Mondi interessiert sich für Nachhaltigkeit: Das Unternehmen wolle von 2025 an mehr Kunststoffverpackungen sammeln und verarbeiten als verkaufen, betont Atahan Özgünay, Mondis F&E-Manager in der Verpackungsentwicklung für die Marken Knorr und Lipton für Nordafrika, den Nahen Osten, Türkei und in Rußland.

Monolayer aus Polyproyplen

Unilever Plan war, eine rezyklierbare Monomaterialverpackung für sein Trockenpulversortiment von Knorr herstellen zu können. Solch eine Verpackung besteht statt aus mehreren Kunststoffen nur noch aus einem Material. Dies gelangt nicht von heute auf morgen. Fachleute von Mondi und Unilever forschten hier mehrere Monate gemeinsam. Eine Herausforderung sei gewesen, „die erforderlichen Sauerstoff- und Wasserdampfbarrieren ebenso einzuhalten wie bei der aktuell nicht recycelbaren Verpackung“, erinnert sich Cüneyt Karci. Er betreut Mondis Großkunden in Kalenobel. Dies gelang Mondis und Unilevers Fachleuten. Das neue Monomaterial erfüllt auch alle anderen physikalischen und chemischen Voraussetzungen, um als Verpackungsmaterial eingesetzt zu werden. Grundmaterial dieser Verpackung ist der Kunststoff Polypropylen. Mondi erhält es aus den Werken der US-amerikanischen Firma Jindal Films in Belgien und Italien geliefert. Mondi stellt daraus in seinem Werk in Kalenobel bei Istanbul das flexible Verpackungsmaterial als Rollenware her.

Versuchslabor Türkei

Bei der Entwicklung des Verpackungsmaterials haben Mondis und Unilevers Fachleute auch darauf geachtet, dass Unilever das neue Rollenmaterial weiterhin an seinen Produktionsstandorten an den gleichen Fertigungsmaschinen einsetzen kann. Das Aachener Institut für Recyclingfähigkeit und Produktverantwortung (cyclos-HTP) hat zudem die Recyclingfähigkeit der Folie bescheinigt. Unilever testet die neue Verpackungslösung für einige Knorr-Produkte  auf dem türkischen Markt. Nehmen die Kunden die neue Verpackung an, wird der Konzern diese eventuell auch für andere Produktsortimente der Marke Knorr in der Türkei und anderen Ländern verwenden.

www.mondigroup.com

 

 

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