Abfallrecycling 01.10.2016, 00:00 Uhr

Pressen und Schreddern aus einer Hand

Kanalballenpresse, Aktenschredder und Festplattenzerkleinerer: Ein Entsorgungsunternehmen aus Fulda hat in Maschinen der HSM GmbH + Co. KG aus Frickingen investiert, um für kommende Aufgaben gerüstet zu sein. Die neuen Geräte sollen den Betrieb zukunftsfähig machen und dabei helfen, gegen große Wettbewerber zu bestehen.

Die HSM-Kanalballenpresse im Einsatz.Bild: HSM

Die HSM-Kanalballenpresse im Einsatz.Bild: HSM

Die Schmitt Recycling und Entsorgung GmbH & Co. KG aus Fulda ist ein kleinerer mittelständischer Betrieb mit 35 Mitarbeitern. Das Familienunternehmen muss sich gegen zwei Wettbewerber mit internationalem Hintergrund behaupten. Dies macht es zum einen mit einer klaren persönlichen Präsenz im Umgang mit den Kunden und zum anderen mit einer leistungsfähigen und wirtschaftlichen Infrastruktur. Inhaber Wolfgang Schmitt setzt bei dieser Strategie auf HSM. Insgesamt drei Maschinen des Unternehmens stehen mittlerweile auf seinem 15 000 m2 großen Betriebsgelände im Fuldaer Teilort Besges: der Festplattenschredder HSM Powerline HDS 230, der Aktenschredder DuoShredder 6060 sowie die Kanalballenpresse VK 12018 RFU. „HSM ist der einzige Anbieter, der für unseren Recyclingbetrieb das gesamte Spektrum anbietet, das empfinden wir als einen großen Vorteil“, sagt Schmitt. „Wir bekommen alles aus einer Hand.“

Leistungsfähiger Aktenschredder

Schmitt hat sich persönlich an den Produktionsstandorten der Entsorgungsmaschinen in Süddeutschland umgesehen und sich dort von der Fertigungstiefe und von der Produktionsqualität überzeugt. Die Produkte des Unternehmens nutzt er in seinem in den 1990er Jahren gegründeten Betrieb bereits länger, allerdings nicht immer in dieser Größenordnung. Das hatte den Nachteil, dass die Maschinen das Wachstum des Fuldaer Anwenders nicht mehr abbilden konnten, da sie für geringere Dimensionen konzipiert wurden. „Wir haben regelmäßig einen neuen Aktenschredder gekauft“, so Schmitt, „Doch irgendwann wurde das unwirtschaftlich und wir haben das Thema ordentlich aufgestellt.“ Seit April 2015 arbeitet bei dem Recyclingunternehmen ein großer Aktenschredder mit einer Aufnahme durch Unterflurförderung und mit einem Durchsatz von bis zu 2 500 kg/h. Der DuoShredder 6060 zerkleinert Akten mitsamt Ordnern und die Metallbestandteile werden magnetisch aussortiert. So muss kein Mitarbeiter mehr abgestellt werden, der die Ordner vom Inhalt trennt. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Sicherheit bei der Vernichtung sensibler Dokumente durch die geringe Partikelgröße von maximal 10,5 x 76 mm.

Eine Presse für alles

Schmitt Recycling verwertet alles was zu wertvoll ist, um vernichtet zu werden: von Schrott, Altpapier, Kunststoffen, ABS-Stoßfängern und Altholz über Folien sowie Styropor bis hin zu Kabeln, Metall- und Bioabfällen. Das Unternehmen kauft den Wertstoff an, transportiert diesen in die eigenen Lagerhallen und verkauft ihn zum bestmöglichen Zeitpunkt an Recyclingfirmen. Den Großteil machen dabei Papierabfälle aus. Supermarktketten liefern beispielsweise gepresste Kartonagen und kippen ihre Abrollcontainer in der Halle aus. Dies summiert sich jährlich auf 36 000 t Altpapier und Kartonagen. „Die Kanalballenpresse ist hier das Herzstück“, sagt Schmitt. „Wenn sie hustet, hat der ganze Betrieb ein Problem.“ Ausfallsicherheit sei darum ein sehr hohes Kriterium, zumal die Lagerflächen für ungepresstes Material nicht groß dimensioniert sind.

Akten- und Festplattenschredder sorgen dafür, dass sensible Daten sicher vernichtet werden. Bild: HSM

Akten- und Festplattenschredder sorgen dafür, dass sensible Daten sicher vernichtet werden. Bild: HSM

 

Die vorhandene Presse war in die Jahre gekommen, und die immer häufiger auftretenden Ausfälle wurden zu einem Kostenfaktor. Schmitt musste sich mittelfristig nach einem Ersatz umsehen. Zunächst hatte er eine gebrauchte Kanalballenpresse in Betracht gezogen, der Eigentümer wollte diese Maschine schlussendlich doch nicht verkaufen. Nach ausführlichen Beratungen im Familienrat beschloss der Mittelständler, eine neue Presse zu installieren. Zusätzlich zu seinem Besuch der Fertigung sah sich Schmitt Referenz-Kunden an; das stärkte seinen positiven Eindruck. Investitionen von insgesamt fast 750 000 € seien laut seiner Aussage zwar für einen Familienbetrieb keine Kleinigkeit, aber nur mit Investitionen könne er sich am Markt behaupten und damit letztendlich die Arbeitsplätze im Unternehmen sichern.

Verbesserte Wirtschaftlichkeit

Die Entscheidung für die VK 12018 stellte sich als richtig heraus. Statt in geplant zehn Tagen wurde die große Maschine bereits innerhalb von vier Tagen betriebsbereit montiert. Der Entsorgungsbetrieb profitiert nun von der hohen Kapazität der Ballenpresse. Der theoretische Durchsatz konnte um 50 % gesteigert werden. Innerhalb einer Fraktion ist der Betrieb nun in der Lage, einen Ballen mit rund einer Tonne Gewicht in zwei bis drei Minuten zu pressen. Auch das neue Ballenformat hat Vorteile: Der Umstieg von vormals 80 x 100 cm großen Ballen auf das Format 110 x 110 cm sorgt nicht nur für geringere Drahtkosten, sondern hat auch logistische Vorteile: innerbetrieblich durch weniger Staplerfahrten und geringere Lagerfläche sowie extern, da ein Lastzug nun mit 30 Ballen beladen ist und nicht mehr mit 50.

Der frequenzgeregelte Antrieb der Presse reduziert die Energiekosten an der Maschine um bis zu 30 % gegenüber dem Vorgängermodell. „Energiekosten“, so Schmitt, „werden uns künftig immer mehr beschäftigen, weil sie ein wichtiger finanzieller Faktor sind.“ Ihm gefällt auch, dass der Reinigungsmodus gut arbeitet, denn als verhältnismäßig kleiner Entsorger wechselt er oft die Fraktionen, um den Käufern seiner Ware maximale Qualität zu liefern. Der Betrieb presst mehr als zehn verschiedene Materialien mit der Ballenpresse, neben Papier und Kartonagen sind es auch Stromkabel und Autostoßstangen. Auch wenn die VK 12018 derzeit für die Abfallmengen in dem Fuldaer Betrieb noch etwas zu groß ist, ist es laut Schmitt genau die richtige Maschine. Mit der VK 12018 habe er nun für die kommenden Jahre Potenzial nach oben. Hinzu kommt, dass Besucher die Presse auch optisch gelungen finden, dadurch verbessert sich zusätzlich die Außenwirkung des Unternehmens.

Durch das neue Ballenformat lassen sich die Lkw effektiver beladen. Bild: HSM

Durch das neue Ballenformat lassen sich die Lkw effektiver beladen. Bild: HSM

Auf die Zukunft ausgerichtet ist ebenfalls der Kauf des Festplattenschredders. Datensicherheit sei ein wichtiges Thema, und Inhalte von Festplatten lassen sich nur aufwendig sauber löschen. Deshalb rechnet sich das Zerkleinern, um die Daten unlesbar zu machen. Außerdem lassen sich auf diese Weise die Rohstoffe, die in der Hardware lagern, zurückgewinnen. Auch der Service des Herstellers gefällt dem Entsorger.

Von Stefanie Keller

Stefanie Keller, HSM GmbH + Co. KG, Frickingen, stefanie.keller@hsm.eu

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