Sicher fahren mit Durchblick 23.07.2020, 10:00 Uhr

Maske weg vom Spiegel

Störfaktoren, Ablenkung, Müdigkeit - Manche Faktoren, die zu schweren Unfällen führen, vor allem auch durch LKW, lassen sich von vorneherein vermeiden. Dekra und BG Verkehr machen auf diese Gefahren aufmerksam.

Um sie bei Bedarf schnell griffbereit zu haben, hängen viele ihre Corona-Schutzmasken an den Rückspiegel im Fahrzeug. Dort behindern sie die Sicht des Fahrers. Bild: © DEKRA / Thomas Küppers

Um sie bei Bedarf schnell griffbereit zu haben, hängen viele ihre Corona-Schutzmasken an den Rückspiegel im Fahrzeug. Dort behindern sie die Sicht des Fahrers. Bild: © DEKRA / Thomas Küppers

Schon vergleichsweise kleine Spiegelanhänger wie Schlüsselbänder oder Duftbäume sindgefährlich. Für die Mund-Nasen-Schutzmaske mit ihrer relativ großen Fläche gilt das umso mehr. Der Spiegel ist schließlich kein Garderobehaken. Darauf macht die DEKRA Unfallforschung macht kürzlich aufmerksam. Besonders problematisch wird dies vor allem beim Rechtsabbiegen. Das ständige Gebaumel der Maske am Spiegel führe zudem dazu, dass man Bewegungen außerhalb des Fahrzeugs am rechten Fahrbahnrand erst viel später wahrnehme. So kann es zu schweren Unfällen kommen, die vermeidbar gewesen wären. Die Corona-Maske sollte im Fahrzeug am besten in einem der Staufächer aufbewahrt werden. Negativ auf die Sicherheit wirken sich auch Namensschilder und Gardinen aus, wie sie an manchen Windschutzscheiben von Lkw zu sehen sind. Auf die mit dieser Sichteinschränkungen verbundenen Gefahren wird im Animationsfilm der BG Verkehr hingewiesen.

Unfälle mit Lkw in der Europäischen Union

25 Prozent der Menschen, die zwischen 2010 und 2018 auf den Straßen der Europäischen Union zu Tode kamen, starben aufgrund einer Kollision mit einem Lkw. Das geht aus einer Zusammenstellung des European Transport Safety Council (ETSC) hervor.

Auf die Zahl der gefahrenen Kilometer berechnet, starben bei diesen Unfällen prozentual viel mehr Menschen als bei Unfällen mit anderen Fahrzeugen. Wie die in Brüssel ansässige Organisation feststellt, ging zwar in den letzten Jahren die Gesamtzahl der tödlichen Unfälle mit schweren Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen zurück: im Zeitraum zwischen 2010 und 2018 im Schnitt jährlich um 1,8 Prozent. Bei tödlichen Verkehrsunfällen ohne Beteiligung eines Lkws war der Rückgang allerdings stärker. Er betrug 2,8 Prozent.

Diese Unfälle sind vermeidbar- mit Blick auf die Straße

Der ETSC fordert in diesem Zusammenhang Maßnahmen, die die Sicherheit schwächerer Verkehrsteilnehmer erhöhen und die Sicht der Fahrer verbessern. Wichtig sind nach Ansicht der Organisation auch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, wie etwa baulich getrennte Fahrradwege.

Tools, die helfen können

Abbiegeassistenten helfen Fahrern von Nutzfahrzeugen, Unfälle zu verhindern. Wie ein drittes Auge unterstützen sie die Profis am Steuer in schwierigen Fahrsituationen. Vorausgesetzt, sie bleiben während der Fahrt aktiviert. Sie gehören in Neufahrzeugen inzwischen zur Pflichtausstattung: Abbiegeassistenten warnen bei Kollisionsgefahr optisch und/oder akustisch bzw. bremsen automatisch bis zum Stillstand ein. Zudem gibt es aktuell 15 Abbiegeassistenten zum Nachrüsten mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis. Die Entwicklung entsprechender Fahrerassistenzsysteme, wie dem Abbiegeassistenten, geht stetig voran. Auch eine sichere Befestigung von Handy, Navi und Co ist für die Sicherheit unerlässlich, sowie eine möglichst geringe Anzahl an Informationsgeräten. Hier kann Beispielsweise ein im Radio integriertes Navigationsgerät helfen. Die Bedienung übers Lenkrad hilft dem Fahrer, den Blick bei der Bedienung nicht von der Straße abzuwenden und so Unfälle zu vermeiden.

Von Annika Hilse

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