Verkehrssicherheit 27.07.2020, 14:00 Uhr

Bessere Sicht mit dem „dritten Auge“

Im Straßenverkehr kommt es häufig zu unübersichtlichen Situationen in denen ein „drittes Auge“ hilfreich sein kann. Taucht etwa rechts oder links neben dem LKW ein Fahrradfahrer im toten Winkel auf, kann es zu lebensbedrohlichen Unfällen kommen. Bei Regenwetter oder in der Dunkelheit ist die Sicht noch zusätzlicher erschwert. Abbiegeassistenten können helfen

Abbiegeassistenten können in gefährlichen Verkehrssituationen Unfälle vorbeugen. Foto: Kara – stock.adobe.com

Abbiegeassistenten können in gefährlichen Verkehrssituationen Unfälle vorbeugen.

Foto: Kara – stock.adobe.com

Abbiegeassistenten helfen Fahrern von Nutzfahrzeugen, Unfälle zu verhindern. Wie ein drittes Auge unterstützen sie die Profis am Steuer in schwierigen Fahrsituationen. Vorausgesetzt, sie bleiben während der Fahrt aktiviert. Die nützlichen kleinen Systeme gehören in Neufahrzeugen inzwischen zur Pflichtausstattung: Bei Kollisionsgefahr warnt das System optisch und/oder akustisch bzw. bremst automatisch bis zum Stillstand ein. Zudem gibt es aktuell 15 Abbiegeassistenten zum Nachrüsten mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis. Die Entwicklung entsprechender Fahrerassistenzsysteme, wie dem Abbiegeassistenten, geht stetig voran. Wer sich heute für die Investition entscheidet, hat die Auswahl zwischen drei Technologien.

Welche Technologien gibt es für bewegte und unbewegte Objekte?

Mit Sensoren an der Fahrzeugkabine arbeiten Abbiegeassistenten auf Ultraschallbasis. Sie berechnen die Distanz vom Sensor zu einem Hindernis und warnen im Gefahrenfall auf einem LED-Display. Eine Kombination der Ultraschallsysteme mit einer Kamera ist sehr zu empfehlen, denn Ultraschall reagiert sowohl auf bewegte als auch unbewegte Objekte. Der Fahrer kann somit den Grund der Warnung selber kontrollieren.

Distanzmessung und Geschwindigkeit

Geräte auf Radarbasis messen neben der Distanz auch die Geschwindigkeit von Objekten. Sie unterscheiden so zwischen bewegten und statischen Objekten, was Fehlalarme wirksam reduziert. Auch diese Systeme kann man durch eine Kamera plus Monitor ergänzen.

Zu guter letzt: Der Allrounder

Die Kameraaufnahmen werden bei Kamera-Software-Systemen (KSS) mit einer Software zur Auswertung kombiniert. Damit ist ebenfalls eine Unterscheidung zwischen bewegten und stehenden Objekten möglich. Befindet sich ein Radfahrer im Detektionsbereich, warnt ein roter Rahmen auf dem Monitor. Biegt der Fahrer trotzdem ab, ertönt zusätzlich ein Warnton. Sinnvoll sind Gerät mit Nachtsichttechnik, die auch bei Dunkelheit verlässlich funktionieren.

Assistenzsysteme werden vom Bund gefördert

Das Bundesverkehrsministerium und das Bundesamt für Güterverkehr stellen Fördergelder zur Anschaffung von Abbiegeassistenzsystemen zur Verfügung. „Wir appellieren an unsere Mitgliedsunternehmen, ihre Fahrzeuge mit den modernsten Fahrerassistenzsystemen auszustatten“, sagt Dr. Klaus Ruff, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der BG Verkehr. Allgemein sollten bei Neuanschaffungen Beschäftigte mit eingebunden werden. Das erhöht später die Akzeptanz. Die BG Verkehr empfiehlt zudem, in einer Dienstanweisung festzulegen, dass Assistenzsysteme während der Fahrt aktiviert sein müssen. Außerdem sollten Führungsverantwortliche immer wieder darauf dringen, dass die Spiegel am Fahrzeug optimal eingestellt und gut einsehbar sind, also vor allem nicht zugestellt bzw. zugehängt. Weitere Informationen unter www.bg-verkehr.de.

von Annika Hilse

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