Nachhaltige Schutzkleidung 22.07.2020, 10:00 Uhr

Fair Wear Works

Durch gezielte Einkausstrategien wollen der Global Nature Fund (GNF) und FEMNET nachhaltige Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen entlang der Lieferkette positiv beeinflussen. Für die Ermittlung der Beratungsbedarfe läuft derzeit eine Umfrage für alle interessierten Unternehmen. Das gemeinsame Projekt soll der Verbesserung der Beschaffung nachhaltiger Textilien in Unternehmen dienen.

Der Bedarf an Textilien und Bekleidung ist in Industrie und Unternehmen hoch. Umso wichtiger, die eigenen Einkaufsstrategien zu optimieren und auf nachhaltige Beschaffung zu achten. Foto: © Ira Lee Nesbitt / Pixabay

Der Bedarf an Textilien und Bekleidung ist in Industrie und Unternehmen hoch. Umso wichtiger, die eigenen Einkaufsstrategien zu optimieren und auf nachhaltige Beschaffung zu achten.

Foto: © Ira Lee Nesbitt / Pixabay

Die GNF und FEMNET unterstützen Unternehmen bei ökologisch-fairem Textileinkauf. Dabei soll das ökologische und soziale Verantwortungsbewusstsein vieler Unternehmen geschult werden.

Arbeitskleidung nachhaltig produziert

Nicht nur Privatpersonen brauchen Textilien, auch viele Unternehmen benötigen Berufsbekleidung, Wäsche oder Merchandise-Artikel. Hier setzt das gemeinsame Projekt von GNF und FEMNET an: Mit „Fair Wear Works“ möchten die Partner mit gezielten Infomaterialien und Veranstaltungen das Bewusstsein von Unternehmen für die soziale und ökologische Relevanz eines verantwortungsvollen Textileinkaufs schärfen und erarbeiten maßgeschneiderte Angebote für deren Einkauf. Textilien für den deutschen Markt werden häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt. Dies ist nicht erst seit der Corona-Krise bekannt, hat sich zuletzt aber wieder in aller Drastik gezeigt: Unzählige Arbeitnehmer*innen verloren von einem Tag auf den anderen ihre Jobs, da die großen Textilkonzerne ihre Aufträge stornierten. Aber auch in normalen Zeiten sind Niedriglöhne, erzwungene Überstunden und fehlende Mitarbeiter*innenbestimmung in den meisten Produktionsstätten an der Tagesordnung. Ein enormer Wasserverbrauch, Chemikalien in Flüssen und ein Anteil von acht Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen machen Textilien auch in ökologischer Hinsicht zu einem höchst kritischen Produkt.

Engagement in CSR und Sustainability

Unternehmen, die daran interessiert sind, Textilien nachhaltiger einzukaufen, können sich an die Projektpartner wenden. Denn nachhaltige Lösungswege für die Integration von sozialen und ökologischen Kriterien in den unternehmenseigenen Einkaufsrichtlinien helfen nicht nur Mensch und Umwelt, sondern kommen auch der Kommunikation unternehmerischen Engagements in den Bereichen CSR und Sustainability entgegen. Derzeit läuft eine Umfrage, um den Bedarf hinsichtlich Beratung und Informationsmaterialien zu ermitteln. Teilnehmen können alle interessierten Unternehmen hier. Weitere Informationen gibt es auf der Projekt-Webseite „Fair Wear Works“: www.globalnature.org/de/textileinkauf. Das Projekt wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland.

Im Dialog mit GNF und Femnet

Seit 1998 engagiert sich der Global Nature Fund (GNF) von Radolfzell am Bodensee, Bonn und Berlin aus für Natur und Umwelt. Dabei steht die Biodiversität im Fokus vieler seiner Projekte, die er rund um den Globus mit einer Vielzahl von Partnerorganisationen voranbringt. In Deutschland und Europa ist dem GNF der Kontakt und Austausch mit Unternehmen besonders wichtig, mit denen er gemeinsam nach Lösungen für nachhaltiges Wirtschaften sucht. FEMNET setzt sich mit politischem Engagement, Bildungs- und Beratungsarbeit für Frauen in den Produktionsländern der globalen Bekleidungsindustrie ein. Im Dialog mit Politik und Wirtschaft strebt FEMNET die verbindliche Verankerung unternehmerischer Sorgfaltspflichten an. FEMNET ist Pionierin bei der Umsetzung öko-fairer Beschaffungsverfahren in der öffentlichen Verwaltung und berät seit 2015 Kommunen bei ihren Textilausschreibungen.

Von von Annika Hilse

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