Südostasien wird zur aufstrebenden Handelsregion für den Hamburger Hafen 17.09.2020, 10:50 Uhr

Vietnam investiert in Hafeninfrastruktur

Im August 2020 trat das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam in Kraft. Der Handel zwischen dem Hamburger Hafen und dem südöstlichen asiatischen Land, der ohnehin in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, wird davon voraussichtlich weiter profitieren.

Zwischen Hamburg und Vietnam werden in Zukunft durch das im August 2020 in Kraft getretene Freihandelsabkommen noch mehr Güter ausgetauscht werden, als bisher. Foto: Rolf Müller-Wondorf

Zwischen Hamburg und Vietnam werden in Zukunft durch das im August 2020 in Kraft getretene Freihandelsabkommen noch mehr Güter ausgetauscht werden, als bisher.

Foto: Rolf Müller-Wondorf

Der Warenaustausch zwischen Vietnam und dem Hamburger Hafen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Im Jahr 2019 wurden 106 000 Standardcontainer (TEU) zwischen Vietnam und Hamburg bewegt – ein neues Rekordergebnis. Der Zuwachs von 15 % im Vergleich zu 2018 ist auch den neuen Direktverbindungen geschuldet, die zwischen den Carriern in dieser Region aufgebaut wurden.

Weiteres Wachstum wird erwartet

Dieses Wachstum wird sich voraussichtlich fortsetzen. Neue Marktanreize setzt das jetzt in Kraft tretende Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der Europäischen Union. Dieses wurde im ersten Halbjahr 2020 von der vietnamesischen Nationalversammlung und dem Europäischen Parlament ratifiziert mit dem Ziel, das Transportvolumen zwischen den Märkten zu erhöhen. Zollschranken sollen für die Erreichung dieses Ziels abgebaut werden. Dies gilt insbesondere für Warenlieferungen aus Europa. Für diese sollen innerhalb der kommenden zehn Jahre 99 % der Zölle abgebaut werden. Im Gegenzug wird die EU bei Inkrafttreten des Freihandelsabkommens die Zölle auf 84 % der vietnamesischen Produkte auf null Prozent senken. Nach sieben Jahren soll dies dann für 88 % der Zölle gelten.

Attraktiver Produktionsstandort

Vietnam möchte sich als attraktiver Produktionsstandort etablieren und ist daher schon in mehrerer Freihandelsabkommen eingebunden. Im Visier sind insbesondere diejenigen Unternehmen, die ihre Produktion angesichts gestiegener Kosten innerhalb Asiens verlagern möchten. Da die zunehmenden Warenströme auch logistisch bewältigt werden müssen, will Vietnam rund 3,8 Mrd. US-Dollar in die Hafeninfrastruktur des Landes investieren.

Container- und Mehrzweckdienste

Vietnam und den deutschen Nordseehafen verbinden aktuell fünf Liniendienste. Es werden sowohl Häfen im Süden als auch im Norden des asiatischen Landes angelaufen. Neben drei Mehrzweckdiensten werden auch zwei Containerdienste betrieben. Die Mehrzweckdienste eignen sich vor allem für konventionelle Stückgüter und Projektladung. Die dafür eingesetzten Mehrzweckschiffe befördern zwischen 15 000 und 30 000 t. Sie sind mit Bordkranen ausgerüstet, die bis zu 700 t im Kombibetrieb heben können – im Einzelfall aber auch mehr.

Containerterminals im wirtschaftlichen Zentrum

Auf die Containerterminals in der Region des Wirtschaftszentrums Ho Chi Minh City konzentrieren die Containerdienste ihre Services. Sie betreiben Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von 14 000 TEU. Weitere Umschlagplätze werden erreicht durch das Umladen von Ladungen. Die Mehrzweckdienste steuern fahrplanmäßig sowohl die konventionellen Häfen um Ho Chi Minh City an als auch Haiphong, das nahe der Hauptstadt Hanoi liegt. Weitere Häfen werden auf Anfrage angesteuert. Je nach Hafen, Rotation oder Verkehrsrichtung liegen die Transitzeiten zwischen Vietnam und Hamburg zwischen 28 und 35 Tagen.

Gegenseitiger Warenfluss

Von Vietnam aus werden vorwiegend Maschinen und Ausrüstung, dazu zählen Haushaltsgeräte und andere elektronische Erzeugnisse sowie Metalle, Holzwaren und chemische Erzeugnisse in Richtung Hamburg verschifft. Den norddeutschen Hafen verlassen in Richtung Vietnam vor allem Papier- und Pappe, chemische Erzeugnisse sowie Nahrungs- und Genussmittel.

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Von Rolf Müller-Wondorf

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