Digitale Plattformen von Dakosy leisten einen Beitrag bei der täglichen Abwicklung von globalen Transporten 01.04.2019, 00:00 Uhr

Vernetzte Importprozesse in Hamburg

Mit rund 9 000 Schiffsanläufen im Jahr zählt der Hamburger Hafen zu einem der wichtigsten Logistikknotenpunkte weltweit. Hier laufen nationale und globale Warenströme zusammen. 2018 wurden insgesamt mehr als 135 Mio. t Seegüter umgeschlagen. Mit dem Start der Baumaßnahmen im Rahmen der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe werden noch größere Umschlagmengen erwartet.

Mit rund 9 000 Schiffsanläufen im Jahr zählt der Hamburger Hafen zu einem der wichtigsten Logistikknotenpunkte weltweit. Der Umschlag dieser enormen Warenmengen setzt eine leistungsfähige IT-Infrastruktur voraus. Bild: HHLA

Mit rund 9 000 Schiffsanläufen im Jahr zählt der Hamburger Hafen zu einem der wichtigsten Logistikknotenpunkte weltweit. Der Umschlag dieser enormen Warenmengen setzt eine leistungsfähige IT-Infrastruktur voraus. Bild: HHLA

Eine enorme Herausforderung, die ohne eine leistungsfähige IT-Infrastruktur nicht möglich wäre. Denn in die Umschlagprozesse sind Terminals, Reeder und Makler, Spediteure, Verkehrsträger für den Hinterlandverkehr sowie verschiedene Behörden wie Zoll oder Wasserschutzpolizei involviert. Grundlage für die reibungslosen Abläufe im Hafen sind daher die Vernetzung und der digitale Informationsaustausch zwischen über 2 000 beteiligten Akteuren. Im Hamburger Hafen übernimmt dies das Port Community System (PCS), welches vom Hamburger Softwarehaus Dakosy betrieben wird. Mithilfe ihrer intelligenten Plattformen koordinieren alle Beteiligten ihre Prozesse.

„Das PCS gehört zu den am weitest entwickelten Hafen-IT-Systemen in der Welt. Wir gewährleisten den elektronischen Austausch von transportrelevanten Informationen aller Art, dazu zählen beispielsweise Zollinformationen, Frachtbriefe, Manifeste, Verfügungen, Behördenanmeldungen, Transportaufträge und Statusinformationen für jeden Transportpartner. Auch können viele dieser Prozesse, wie zum Beispiel die Zollabwicklung, automatisiert angestoßen werden. Das spart den Beteiligten viel Zeit – und damit auch Geld“, erklärt Ulrich Wrage, Vorstand bei Dakosy.

Statusinformationen für eine bessere Planung

Mit der Import Message Platform, kurz IMP, erzielt das PCS eine schnelle und effektive Importabwicklung für den Hamburger Hafen.

Werden beispielsweise Container im Hafen Hong Kong aufgenommen und in Hamburg entladen, sendet der Spediteur frühestmöglich, circa fünf bis zehn Tage vor der Schiffsankunft, Informationen aus der sogenannten Verfügung an die Plattform. Als initiale Nachricht informiert die Verfügung, welcher Container an welchem Terminal erwartet wird und mit welchem Verkehrsträger der Weitertransport erfolgen soll. Durch das Manifest (Ladeliste) wird die Datenbasis der IMP erweitert. Die Daten aus Manifest und Verfügung werden im IMP-Datenpool zusammengeführt und zur IT-unterstützten Steuerung aller weiteren Prozesse wie dem Terminalumschlag, der Behördenanmeldung und der Transportabwicklung neu zusammengesetzt. „Der Wertschöpfungsgrad ist sehr hoch, denn die anfänglich erfassten Daten können für alle weiteren Schritte wieder verwendet werden. Frühzeitige Statusinformationen verbessern die Dispositionsmöglichkeiten zusätzlich und unterstützen die zeit- und ortgerechte Ressourcenplanung. Insgesamt verkürzen sich die Durchlaufzeiten erheblich und ermöglichen Kosteneinsparungen. Ist dem Terminal vor Schiffsankunft bekannt, wann und mit welchen Verkehrsträgern der Hinterlandtransport erfolgen soll, ist eine weitere Optimierung der Yardplanung möglich“, erklärt Dirk Gladiator, Prokurist bei Dakosy, den automatisierten Ablauf auf der IMP.

Ebenso werden auf Wunsch des Kunden alle involvierten Behörden über Statusinformationen über die einzelnen Transportfortschritte informiert.

Hat das Schiff den Hamburger Hafen erreicht, informiert die Plattform mit der Meldung „Leine fest!“, dass der Entladevorgang begonnen hat und mit „Lösch-Ist“, wann dieser abgeschlossen ist. Der Zoll prüft vor Schiffsankunft die elektronischen Zollgestellungen für alle Waren, die das Schiff an Bord hat. Jede Kontrolle verzögert den Weitertransport. Auch erfährt die Wasserschutzpolizei über die elektronische Gefahrgutanmeldung bereits vorab, welche Container Gefahrgut enthalten und kann eine Beschau anordnen. Daher profitieren die Beteiligten davon, dass sie über die IMP frühzeitig eine Statusinformation erhalten, ob eine Prüfung ansteht und wann diese abgeschlossen ist.

Der Status für die Abholbereitschaft der einzelnen Container wird im System farbig mit rot oder grün signalisiert. Bei Beschaumaßnahmen durch die Wasserschutzpolizei oder den Zoll ist der Abholstatus rot, und zwar bis er für die Abholung freigegeben ist und auf grün wechselt. Durch diesen digitalen Ablauf realisiert der Spediteur einen großen Zeitgewinn.

Viele weitere Behörden wie die Hamburg Port Authority (HPA), die Pflanzengesundheitskontrolle, das Veterinär- und Einfuhramt, das Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, das Institut für Hygiene und Umwelt und das Statistik- amt Nord sind ebenfalls an die IMP angeschlossen und, abhängig von der importierten Ware, ebenfalls involviert.

Mit dem Zusatzmodul AutoIMP, einer Automatisierungsfunktion für Spediteure, kann der Zollprozess weiter beschleunigt werden. Hierdurch kann der Spediteur in seiner Zollsoftware eine vorzeitige Einfuhrzollanmeldung erstellen. Diese wird dann automatisch an den Zoll gestellt, wenn von der IMP die Statusinformation Lösch-Ist des Terminals vorliegt. Der Zeitgewinn rechnet sich vor allem wenn die Container außerhalb der normalen Bürozeiten oder am Wochenende gelöscht werden. In einem solchen Fall mussten die Mitarbeiter früher entweder länger und auch am Wochenende arbeiten oder konnten den Zollprozess erst am nächsten Morgen beziehungsweise nach dem Wochenende anstoßen. In der Regel ist der Zoll dann aber ausgelastet, sodass die Zollfreigaben mehr Zeit in Anspruch nahmen. Da alle zollrelevanten Transportpapiere verschlüsselt in IMP hinterlegt sind, dort jederzeit abgerufen werden können und der Zoll rund um die Uhr arbeitet, werden die nun vorzeitig eingereichten Anträge auch nachts oder am Wochenende bearbeitet und freigegeben.

Reibungslose Zusammenarbeit im Hinterland

Ein zusätzlicher Zeitgewinn entsteht, wenn der Spediteur vorab das Lkw-Unternehmen benennt, das mit der Abholung beauftragt wurde. So wird dieses ebenfalls automatisch über die IMP zum Status des Containers informiert und kann die Abholung vom Terminal vorausschauend planen und erledigen. Dies erfolgt über eine verbindliche Slotbuchung, bei der das Fuhrunternehmen mit den Terminals Zeitfenster für die Containeranlieferungen und -abholungen verabredet. Die An- oder Abholung kann dadurch schnell und reibungslos erfolgen. Wartezeiten an den Terminals und Staus im und am Hafen werden deutlich reduziert. Auch die Bahnunternehmen erhalten über die Plattform Transportaufträge und Statusinformationen. Da die Container auf verschiedenen Zügen zusammengestellt werden, muss jede Planänderung von nur einem einzelnen Container so früh wie möglich bekannt sein. Feeder und Binnenschiffsunternehmen haben durch die Vorab-Informationen ähnliche Vorteile. Sobald der Hinterlandtransport komplett abgeschlossen und der Container beim Empfänger ausgeliefert ist, werden alle involvierten Parteien auf der IMP über den Abschluss des Importprozesses informiert.

Thomas Schröder, Stellvertretender Geschäftsführer des Vereins Hamburger Spediteure e. V., hat die IMP seit ihrer Inbetriebnahme im Frühjahr 2010 begleitet: „Die intelligenten IMP-Funktionen sind das Resultat der kooperativen und sehr guten Zusammenarbeit zwischen dem Zollamt Hamburg Waltershof, der Hafenwirtschaft und Dakosy. Dadurch konnte der Hafen einen Digitalisierungsgrad realisieren, wie er in kaum einem anderen europäischen Hafen zu finden ist.“

Redaktion

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