Antonov-Charterflug transportiert Abfüllanlage für monatlich bis zu 30 Mio. Dosen Impfstoff 14.04.2021, 13:59 Uhr

Spezialcharter zur Bewältigung der Pandemie

Der Logistikdienstleister DB Schenker transportierte im Auftrag des US-Gesundheitsunternehmens Nexus Pharmaceuticals das Equipment für eine Produktionslinie für Impfstoffe von Deutschland in die USA. Das Besondere: Die Lieferung bestand aus 20 Kisten mit einer Länge von bis zu 8,5 m.

Der Logistikdienstleister DB Schenker transportierte im Auftrag des US-Gesundheitsunternehmens Nexus Pharmaceuticals das Equipment für eine Produktionslinie für Impfstoffe von Deutschland in die USA. Foto: DB Schenker/Mario Arnold

Der Logistikdienstleister DB Schenker transportierte im Auftrag des US-Gesundheitsunternehmens Nexus Pharmaceuticals das Equipment für eine Produktionslinie für Impfstoffe von Deutschland in die USA.

Foto: DB Schenker/Mario Arnold

Der Logistikanbieter DB Schenker wickelte jetzt einen besonders anspruchsvollen Transportauftrag ab. Das Transportgut war eine Impfstoffabfüllanlage des deutschen Spezialmaschinenherstellers Bausch + Ströbel und Franz Ziel. Dafür war mit der Antonov An-124 ein besonders leistungsfähiges Frachtflugzeug notwendig, um die wertvolle Fracht von Deutschland (Frankfurt-Hahn) nach Chicago-Rockford in den USA zu bringen. Das Gesamtvolumen lag bei 82 t. Nach ihrer Fertigstellung kann die Produktionslinie dort bis zu 30 Mio. Impfstoffdosen pro Monat abfüllen. Mit der Konstruktion und der Fertigung der Anlage wurde schon einige Jahre vor der Pandemie begonnen.

Impfstoffproduktion weltweit ausbauen

„Mit unserer Expertise in interkontinentalen Transporten wollen wir den globalen Kampf gegen die Pandemie unterstützen, indem wir weltweit Kapazitäten für die Impfstoffproduktion aufbauen. Wir sind stolz darauf, dass wir auch in Zeiten begrenzter Marktkapazitäten kurzfristige Luftfrachtlösungen für unsere Kunden realisieren können“, sagt Thorsten Meincke, Vorstand für Luft- und Seefracht bei DB Schenker. Hersteller der jetzt transportierten Anlage ist Bausch + Ströbel, ein deutscher Spezialist für Maschinen und Systeme zur pharmazeutischen Verpackung. Das Unternehmen begann bereits weit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit der Entwicklung und mit dem Bau der jetzt transportierten Produktionslinie. Sie dient der Abfüllung pharmazeutischer Produkte in Glasfläschchen, die sogenannten Vials. Der Hersteller Franz Ziel entwickelte einen maßgeschneiderten Isolator, um eine wirklich aseptische Umgebung für die Verarbeitung von sterilen pharmazeutischen Erzeugnissen zu errichten.

Kapazität der Antonov reichte nicht aus

DB Schenker brachte das Equipment von den Standorten der beiden Unternehmen in Ilshofen und Billerbeck aus in Richtung Flughafen Frankfurt-Hahn. Dort wurde das rund 67 t schwere Transportgut per Charterflug mit einer Antonov An-124 nach Chicago-Rockford gebrachte. Dafür wurde die Fracht in 20 Boxen aufgeteilt, wobei der größte Container eine Länge von 8,5 m und ein Ladegewicht von 8,3 t besaß. Für die Dimensionen der Impfstoffabfüllanlage reichte selbst die riesige Transportkapazität der Antonov nicht aus. Weitere 15 t mussten auf dem wöchentlichen Liniencharterflug von DB Schenker von München nach Rockford transportiert werden.

30 Mio. Dosen Impfstoff pro Monat

Nachdem die beiden Flüge in den USA gelandet sind, hat DB Schenker die komplette Ladung nach Pleasant Prairie in Wisconsin weitertransportiert. Dort wird der Hersteller Nexus Pharmaceuticals die Impfstoffabfüllanlage mit dem dazugehörigen Isolator künftig in einer modernen sterilen pharmazeutischen Produktionsanlage einsetzen. Die Maschine ist in der Lage – je nach Art des Impfstoffs – bis zu 30 Mio. Impfdosen pro Monat zu produzieren. Diese von der neuen Maschine abgefüllten Impfstoffe will der Hersteller sowohl in den USA als auch international vertreiben.

Medizinischen Bedarf während der Pandemie decken

„Nexus Pharmaceuticals ist sich der Notwendigkeit einer Erhöhung der Produktionskapazitäten für Impfstoffe sehr bewusst und hat daher deutliche Schritte unternommen, um die Situation anzugehen. Die Abfüllanlage und der dazugehörige Isolator sind dafür wichtige Bausteine. Ihre Ankunft ist ein neuer Höhepunkt des Bestrebens von Nexus, den medizinischen Bedarf während der Pandemie zu decken. Die Investition von Nexus und die enorme Unterstützung von DB Schenker trägt maßgeblich dazu bei, dass die Inbetriebnahme unserer hochmodernen sterilen pharmazeutischen Produktionsanlage so schnell erfolgen kann“, bestätigt John Cook, Vice President of Manufacturing Operations von Nexus Pharmaceuticals.

Die Antonov An-124

Die für den Transport der Abfüllanlage eingesetzte Antonov An-124 hat eine Länge von fast 70 m und eine Flügelspannweite von etwa 73 m. Mit diesen Ausmaßen ist das Transportflugzeug ähnlich groß wie ein „Jumbo-Jet“ vom Typ Boeing 747. Für den Transportdienstleister DB Schenker war für die Auswahl des viermotorigen Flugzeugs nicht das Gewicht der Sendung entscheidend, sondern die Größe der Fracht. Diese wies immerhin ein Gesamtvolumen von 400 m³auf.

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