26.10.2020, 17:51 Uhr

So wird das Flottenmanagement sicher und effizient

Das Zusammenspiel KI-gestützter Fahrassistenz-Systeme mit zentraler Steuerung vereinfacht effizientes Flotten-Management und verbessert die Sicherheit

Zur Unterstützung der Fahrer und zur Vermeidung von Unfallrisiken kommen heute kameragestützte Assistenzsysteme zum Einsatz. Foto: VIA Technologies

Zur Unterstützung der Fahrer und zur Vermeidung von Unfallrisiken kommen heute kameragestützte Assistenzsysteme zum Einsatz.

Foto: VIA Technologies

Die Kombination intelligenter Assistenz-Systeme mit Cloud-Anbindung erhöht Fahrsicherheit

2.685.661 Verkehrsunfälle gab es laut statistischem Bundesamt 2019 auf deutschen Straßen [1]. Besonders gefährlich sind Verkehrsunfälle, an denen Lastkraftwagen beteiligt sind. Das Risiko, bei einem Unfall mit LKW-Beteiligung zu sterben, ist viermal höher als bei Unfällen zwischen PKW [2]. Im vergangenen Jahr gab es rund 30.000 Unfälle mit Personenschaden, an denen mindestens ein Güterkraftfahrzeug beteiligt war [33]. Zur Unterstützung der Fahrer und Vermeidung von Unfallrisiken kommen heute kameragestützte Assistenzsysteme zum Einsatz. Sie warnen vor drohenden Unfällen, erkennen mithilfe von KI-Funktionen wenn Fahrer Ermüdungserscheinungen zeigen, lenken deren Blick zurück auf die Straße, zeigen was vor und hinter dem Fahrzeug passiert und zeichnen automatisch kritische Ereignisse auf. Für Flotten- und Fuhrparkmanager lassen sich diese Funktionen noch wesentlich effizienter nutzen, wenn sie mit einer zentralisierten cloud-basierten Online-Verwaltung kombiniert sind. VIA Technologies, Experte für Embedded Systems sowie Fahrzeugsicherheitslösungen, zeigt auf, wie die Kombination dieser Technologien die Verantwortlichen in die Lage versetzt, ihre Fahrer zu unterstützen und alle Fahrzeuge sowie potenzielle Gefahren im Blick zu behalten.

Enormer Zeitdruck lastet auf den Fahrern

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, dass es so viele besonders gefährliche Unfälle mit LKW-Beteiligung gibt. Der Zeitdruck auf die Fahrer ist enorm, und da LKW-Fahrer statistisch einfach mehr Zeit hinter dem Steuer verbringen, ist auch die Wahrscheinlichkeit von Ermüdung oder Ablenkung besonders hoch. Ein typisches Beispiel sind Lastwagenfahrer, die das Ende eines Staus übersehen und auf den Vordermann auffahren. So gab es 2019 allein 488 LKW-Unfälle am Stauende. 454 davon waren Unfälle rein zwischen LKW. Sie hatten 45 Todesopfer, zahlreiche Verletzte und einen enormen Sachschaden zur Folge. Bei den 34 Fällen, in denen ein PKW am Stauende stand, kamen acht PKW-Insassen ums Leben und es gab zahlreiche Schwerverletzte. [4].

Ist ein LKW-Fahrer nur kurz unaufmerksam, weil er beispielsweise auf sein Handy blickt, kann dies auf der Autobahn dramatische Folgen haben. In fünf Sekunden fährt ein LKW bei 90 Kilometern pro Stunde 125 Meter weit. Die Polizeidirektion Oldenburg hat im vergangenen Jahr ein Projekt namens „Ablenkung im Führerhaus“ gestartet. „Es gab einen Fall, bei dem der Fahrer seinen linken Fuß hochgelegt, in der rechten Hand ein Smartphone und in der linken Hand eine Zigarette hatte“, schildert Polizeisprecher Christopher Deeken dem NDR Niedersachsen ein Extrembeispiel [5].

Fahrassistenzsysteme tragen heute dazu bei, das Unfallrisiko von und durch LKW zu senken. Noch effektiver lassen sich diese Systeme einsetzen, wenn sie mit einem Flottenmanagement-Portal integriert werden.

Komponente 1: Fahrassistenzsysteme im Fahrzeug

Eine Basis für mehr Verkehrssicherheit liefern moderne Fahrassistenzsysteme. Die durch Sensoren oder Kameras gestützten Systeme liefern einen Überblick auf die Fahrzeugumgebung, den Straßenzustand und potenzielle Gefahren. Moderne Systeme nutzen zum Beispiel Dashcams in HD-Qualität, die wiederum Spurhaltewarnsysteme (LDW) und Kollisionswarnungen (FCW) unterstützen. Sie erkennen potenzielle Gefahren und senden einen akustischen Alarm an den Fahrer. Dieser kann so sofort Korrekturmaßnahmen zur Verhinderung eines Unfalls ergreifen. Videomaterial von Vorfällen kann in Kombination mit zusätzlichen Daten aus dem CAN-Bussystem zur Unfallanalyse gespeichert werden.

Integrierte oder zusätzliche Driver Monitoring-Systeme erhöhen die Sicherheit zusätzlich, indem sie ungewöhnliche bzw. gefährliche Verhaltensweisen der Fahrer erkennen. Die heute häufig mit KI-Funktionen unterstützten Systeme können die Blickrichtung der Fahrer erkennen sowie die Mimik analysieren und erkennen so beispielsweise Anzeichen für Übermüdung oder Ablenkungen durch die Nutzung von Smartphones oder anderen Geräten.

Diese Funktionen sind für sich genommen bereits eine erhebliche Unterstützung für die Fahrsicherheit. Für das Flottenmanagement eröffnen sich jedoch noch weit mehr Vorteile, wenn solche Assistenzsysteme direkt in eine zentrale cloudbasierte Plattform zur Flottensteuerung und Unterstützung integriert sind. Die Cloud-Anbindung von Assistenzsystemen eröffnet heute neue Möglichkeiten, um die Effizienz des Flottenmanagements und die Sicherheit von Fahrern und Fahrzeugen zu verbessern.

Komponente 2: Zentrales cloud-basiertes Management und Remote-Unterstützung

360-Grad-Sicht: Lösungen mit Cloud-Anbindung bieten Fuhrparkmanagern mittels einer zentralen Managementkonsole einen vollständigen 360°-Überblick über alle Fahrer und Fahrzeuge sowie Zugriff auf die erforderlichen Daten. Im Dashboard können die angezeigten Daten für festgelegte oder benutzerdefinierte Zeiträume abgerufen werden. Je nach System werden dabei folgende Informationen zur Verfügung gestellt: eine Liste aller betreuten Flotten, Gesamtzahl und Durchschnitt der erfassten Fahrstunden, gefahrene Entfernung, Kraftstoffverbrauch sowie Anzahl der Kollisionswarnungen pro Fahrzeug. Einige System bieten auch Diagramme zur Verfolgung der Fahrzeiten, der Strecken und dem Kraftstoffverbrauch je Fahrer und Fahrzeug sowie Bewertungen oder Ranglisten.

Echtzeit-Verfolgung:

Im Idealfall ermöglichen diese Online-Portale eine Echtzeit-Verfolgung aller registrierten und aktiven Fahrzeuge. Für nicht aktive Fahrzeuge kann der letzte bekannten Standort angezeigt werden. Als generelle Information werden je nach System beispielsweise Kennzeichen, Flotte, Name des Fahrers (oder Unbekannt), Geschwindigkeit, Kraftstoffverbrauch und die aktuelle GPS-Position angezeigt. Einige Systeme bieten auch ein Live-Streaming der Kamerabilder, sodass der Flottenmanager beispielsweise die Verkehrslage vor einem Fahrzeug mitverfolgen kann.

Kollisionswarnungen:

Über ein Warnsymbol, welches einem Fahrzeug zugeordnet ist, können Kollisionswarnungen in der Live-Verfolgung angezeigt werden. Je nach System und den gesetzlichen Vorgaben kann Videomaterial von Vorfällen in Kombination mit zusätzlichen Daten aus dem CAN-Bussystem zur Analyse durch den Flottenmanager gespeichert werden. Bei einer Kollision oder einem anderen schwerwiegenden Vorfall wird eine Echtzeitwarnung zusammen mit den relevanten Videoclips zur sofortigen Nachverfolgung an das Cloud-System des Flottenmanagements übertragen. Das gilt auch für Kollisionen im Parkmodus, wenn der LKW beispielsweise von einem anderen Fahrzeug touchiert wird.

Driver Monitoring:

Falls das Driver Monitoring über eine Cloud-Synchronisation verfügt, haben Flottenmanager die Möglichkeit Probleme zu identifizieren, die sich möglicherweise auf die Leistung und den Gesundheitszustand ihrer Fahrer auswirken können, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.

2-Wege-Anruf:

Einige Systeme bieten auch ein integriertes 2-Wege-Anrufsystem zwischen dem Fahrzeug und der Flottenmanagementzentrale. Status-Optionen zeigen dabei an, ob das Fahrzeug in Betrieb ist, ob es Empfang hat und der Fahrer erreichbar ist sowie verpasste Anrufe.

System-Einstellungen:

Eine wichtige Funktion für die Verwaltung ist eine zentrale Anpassung der in den Fahrzeugen genutzten Systeme. Dies ermöglicht es, dass vom Flottenmanagement zentral vorgenommene Änderungen auf alle angeschlossenen Geräte heruntergefiltert werden.

Beispiele für diese Einstellungen sind die angezeigten Maßeinheiten für Geschwindigkeit, Kraftstoffverbrauch oder Entfernungen (metrisch, imperial oder US-üblich), bzw. die Lautstärke des Alarmsignals im Fahrzeug bei Warnungen über den Spurhalteassistenten (LDW), die Frontal-Auffahrts-Kollisionswarnung (FCW) und das Driver Monitoring. Weitere Einstellungen betreffen typischerweise die Alarmempfindlichkeit, die einen Schwellenwert für die Auslösung eines Alarms festlegt, bei dem eine Videoaufzeichnung gestartet wird. Auch die Länge der Aufzeichnung ist je nach System einstellbar.

Die Lösungen sollten dabei eine Anpassung der Systeme in Übereinstimmung mit den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben, beispielsweise für Kameraeinsatz und Datenspeicherung, ermöglichen.

Fazit

Flottenmanagement Lösungen mit Online-Portalen und einer Integration von Fahrassistenzsystemen bieten Fuhrparkmanagern eine optimale Übersicht über die gesamte Fahrzeugflotte und ermöglichen es ihnen, alles von einer einzigen Benutzeroberfläche aus zu steuern. Damit lässt sich nicht nur die Verwaltung der Fahrzeuge und die Koordination der Fahrer erheblich vereinfachen. Viele Systeme bieten heute zusätzlich die Option, auch die Fahrer und die Verkehrssicherheit von einer zentralen Kontrollstelle aus zu unterstützen.

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Tabellen/polizeilich-erfasste-unfaelle.html;jsessionid=5F74A037D222DE32EAC70321DAE3CB20.internet8711

[2] https://www.bussgeldkatalog.org/unfallstatistik/

[3] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12297/umfrage/strassenverkehrsunfaelle-von-gueterkraftfahrzeugen/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20die%20Anzahl,Beteiligung%20von%20G%C3%BCterkraftfahrzeugen%20rund%2030.000.

[4] https://www.eurotransport.de/artikel/lkw-unfaelle-am-stauende-das-sterben-geht-weiter-11152014.html

[5] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Abgelenkt-Polizei-filmt-weiter-Lkw-Fahrer,lkw850.html

Von Richard Brown, VP International Marketing bei VIA Technologies, Inc.

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