Energiewende 30.07.2020, 11:10 Uhr

So funktioniert der wasserstoffbetriebene Straßentransport

Der Hafenbetrieb Rotterdam und Air Liquide verfolgen das Ziel, im Jahr 2025 in den Niederlanden, Deutschland und Belgien 1.000 Lkw mit Wasserstoff zu betreiben.

         Der Hafen Rotterdam beteiligt sich an einem Projekt, das im Jahr 2025 in den Niederlanden, Deutschland und Belgien1.000 mit Wasserstoff angetriebene Lkw auf den Straßen rollen lassen will. Foto: Hafenbetrieb Rotterdam/Kees Torn

Der Hafen Rotterdam beteiligt sich an einem Projekt, das im Jahr 2025 in den Niederlanden, Deutschland und Belgien1.000 mit Wasserstoff angetriebene Lkw auf den Straßen rollen lassen will.

Foto: Hafenbetrieb Rotterdam/Kees Torn

In einem der größten europäischen Projekte zur Förderung und Entwicklung von mit Wasserstoff angetriebenen Lastkraftwagen und zur Schaffung der entsprechenden Infrastruktur haben sich jetzt wichtige Partner entlang der gesamten Lieferkette zusammengetan. Dazu zählen Lkw-Hersteller wie zum Beispiel Iveco/Nikola oder die VDL Groep ebenso wie führende Transportbetriebe wie etwa Jongeneel Transport, Vos Logistics oder HN Post und führende Brennstoffzellen-Lieferanten. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Luftqualität und eine Senkung der CO2-Emissionen um rund 100.000 Tonnen per Anno. Dies würde umgerechnet eine Menge von 110 Millionen gefahrenen Kilometern entsprechen.

Infrastruktur aufbauen

Um 1.000 Lastkraftwagen mit Wasserstoff zu betreiben, von denen rund 500 von Rotterdam aus starten sollen, muss natürlich eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden. Geplant sind 25 Wasserstoff-Tankstellen an den wichtigsten Verkehrskorridoren zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Gleichzeitig forciert das Projekt die Schaffung von Elektrolyse-Kapazitäten für die Produktion des Wasserstoffs. Dazu wollen die an der Initiative beteiligten Partner gemeinschaftlich eine Durchführbarkeitsstudie für die komplette Wertschöpfungskette erstellen.

Weitere Unternehmen können teilnehmen

Bereits heute verfügen die Projektpartner über viel Erfahrungen und Kenntnisse bezüglich der Wasserstoffproduktion, in der Lkw-Produktion, bei der Bereitstellung von Tankstellen, im Güterverkehr oder bei der Herstellung von Brennstoffzellen für den Einsatz im Schwerlastverkehr. Der Hafenbetrieb Rotterdam und Air Liquide wollen den Kreis der teilnehmenden Partner aber noch ausbauen und laden weitere Unternehmen zur Projektteilnahme ein. Gemeinsam wolle man durch den Einsatz von Wasserstoff als sauberen und nachhaltigen Energieträger zur Reduktion der CO2-Emissionen im Straßenverkehr beitragen. Für Ende 2022 ist die Investitionsentscheidung geplant.

Sauberer Energieträger

Nach Ansicht der Projektpartner eignet sich Wasserstoff insbesondere für intensiv genutzte Schwerlastfahrzeuge. In diesem Fall könne der Energieträger einen besonders wichtigen Beitrag für einen sauberen Transport leisten. Dies führe zu einer geringeren Luftverschmutzung, zur Reduktion der Treibhausgase, zu weniger Luftverschmutzung im urbanen Umfeld und zu einer verringerten Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Bekämpfung des Klimawandels

Für François Jackow, Executive Vice President und Mitglied des Executive Committee der Air Liquide Group, steht die Bekämpfung des Klimawandels im Mittelpunkt der Mission. „Wir entwickeln zu diesem Zweck eine breite Palette an Lösungen. Wir sind davon überzeugt, dass Wasserstoff entscheidend für die Energiewende ist, eine wichtige Rolle im Güterverkehr spielen und ein Mittel zur Realisierung eines nachhaltigen CO2-neutralen Transports darstellen wird.“ Diese neue Allianz stehe für das Engagement der teilnehmenden Parteien, den Klimawandel gemeinschaftlich zu bekämpfen. Sein Unternehmen bringe dafür viel Erfahrung im Umgang mit der gesamten Wasserstoffkette ein.

Transport nachhaltiger gestalten

Und auch Allard Castelein, CEO Hafenbetrieb Rotterdam, will mit der Teilnahme an diesem Projekt Ambitionen in die Tat umsetzen und Transporte nachhaltiger gestalten. „Mit dieser Koalition von Partnern, die sich gegenseitig ergänzen, können wir den Straßenverkehr ohne Emissionen in Schwung bringen“, zeigt sich der Experte überzeugt. Der Hafenbetrieb Rotterdam werde so auch seiner Verantwortung als größter europäischer Hafen gerecht und helfe damit lokalen, nationalen und auch europäischen Behörden dabei, ihre eigenen Ambitionen zu verwirklichen.

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Von Rolf Müller-Wondorf

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