Duisburger „Versuchs- und Leitungszentrums Autonome Binnenschiffe“ gegründet 28.09.2020, 09:49 Uhr

Pro Klimaschutz: Wasserwege statt Landstraße

Den Verkehr auf die Wasserstraßen bringen lautet das vorrangige Ziel eines aktuellen Projekts, zu dem Hendrik Schulte – Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium – unlängst den Startschuss gab.

In den nordrhein-westfälischen Gewässern – wie hier in Duisburg – sollen Binnenschiffe künftig autonom und elektrisch fahren. Foto: Rolf Müller-Wondorf

In den nordrhein-westfälischen Gewässern – wie hier in Duisburg – sollen Binnenschiffe künftig autonom und elektrisch fahren.

Foto: Rolf Müller-Wondorf

NRW-Staatssekretär Hendrik Schulte übergab für die Errichtung eines Versuchs- und Leitungszentrums „Autonome Binnenschiffe“ jüngst einen Förderbescheid des Landes über 1,5 Millionen Euro. Dieser Betrag fließt an das Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST). Das DST soll das Versuchs- und Leitungszentrum gemeinsam mit Partnern entwickeln. Zu diesen Partnern zählen die Universität Duisburg-Essen mit den Lehrstühlen „Mechatronik“ und dem „Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik & Transportsysteme“ sowie die RWTH Aachen mit dem „Institut für Regelungstechnik“. Im Zentrum des neuen Zentrums steht ein Simulator. Mit dessen Unterstützung lassen sich Automatisierungsfunktionen ebenso erproben wie Überwachungs- und Notfalleingriffe bei autonom agierenden Schiffen oder ferngesteuerte Binnenschiffe.

Digitalisierung und Automatisierung für das wichtigste Binnenschiffland

Laut Hendrik Schulte müssen insbesondere am Logistikstandort NRW, dem nach seiner Ansicht wichtigste deutsche Binnenschifffahrtsland, freie Kapazitäten auf Wasserstraßen viel stärker als bisher genutzt werden. Dafür würden im Rahmen des neuen Projekts zukunftsweisende Technologien entwickelt und dafür auch die enormen Chancen von Digitalisierung und Automatisierungsprozessen genutzt.

Mit den Landesmitteln sollen im Versuchs- und Leistungszentrum nun die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zügig beginnen- Die Wissenschaftler beschäftigen sich insbesondere mit der Entwicklung von Systemen zum automatisierten – und perspektivisch – zum später angestrebten autonomen Fahren. Mithilfe dieser Systeme würde in Zukunft auch das nautische Personal entlastet und somit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt. Zudem erhöht sich die Sicherheit und die Effizienz der Binnenschifffahrt.

NRW gilt als ideale Modellregion

Auch für Rupert Henn, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DST, ist Nordrhein-Westfalen mit den Flüssen Rhein und Ruhr eine ideale Modellregion, um die Möglichkeiten autonom agierender Binnenschiffe mit elektrischem Antrieb zu testen. Er ist davon überzeugt, dass der Simulator des Versuchs- und Leitungszentrums dazu führen wird, dass die Binnenschifffahrt immer stärker automatisiert abgebildet wird.

Ideales Testfeld für die autonome Binnenschifffahrt

Im Umfeld des Dortmunder Hafens, genauer gesagt auf dem Endstück des Dortmund-Ems-Kanals, haben die Experten ein ideales Testfeld für die Zukunft der nordrhein-westfälischen Binnenschifffahrt ausgemacht. Mit den Testfahrten soll bereits 2021 begonnen werden. Dies wird von Ocke Hamann, Geschäftsführer für den Bereich Standort, Digital, Innovation und Umwelt der Niederrheinischen IHK zu Duisburg, begrüßt. „Mit der Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft kann das Potenzial zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiff gehoben werden“, sagt er . Bereits heute würden in NRW etwa 25 % der transportierten Gütermengen per Binnenschiff transportiert.

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Von Rolf Müller-Wondorf

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