Mehr Güter auf Schiff und Schiene 29.01.2021, 13:00 Uhr

Politik fordert höheres Tempo bei der Verkehrsverlagerung

Der Nordrhein-Westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst erinnerte jüngst beim 9. Hafenentwicklungsdialog im Gespräch mit Vertretern von norddeutschen Küstenländern und dem Bund an die Wichtigkeit von leistungsfähigen Hinterlandverkehren, Wasserstraßen sowie Digitalisierung und Vernetzung für eine bessere und saubere Mobilität.

Die deutschen Nordseehäfen - wie hier der Hafen Hamburg - suchen stabile Hinterlandanbindungen. Foto: HHM / Peter Glaubitt

Die deutschen Nordseehäfen - wie hier der Hafen Hamburg - suchen stabile Hinterlandanbindungen.

Foto: HHM / Peter Glaubitt

„Seehäfen sind für das Exportland Nordrhein-Westfalen das Tor zum globalen Handel“, sagte der NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst kürzlich während des 9. Hafenentwicklungsdialogs. Momentan werde – aufgrund der geographischen Lage – der größte Teil über die ZARA-Häfen, also über Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam, abgewickelt. Wüst: „Aber ich bin um jede Tonne froh, die wir nicht von unseren starken Mittelständlern in Ost- und Südwestfalen quer durchs Ruhrgebiet und Rheinland fahren.“ Deshalb unterstütze er das Projekt „Hamburg-NRW-Plus“ mit der direkten Containerzug-Verbindung zum Hamburger Hafen und sei offen für weitere, enge Zusammenarbeit mit den deutschen Seehäfen.“

Digitalisierung und Vernetzung bieten neue Chancen

Zudem will die NRW-Landesregierung für eine leistungsstarke Binnenschifffahrt vermehrt auch die Chancen der Vernetzung und Digitalisierung nutzen. So fördere das Land In Duisburg mit 1,5 Millionen Euro ein Versuchs- und Leitungszentrum für autonome Binnenschiffe (https://www.ingenieur.de/fachmedien/logistikfuerunternehmen/transportlogistik/pro-klimaschutz-wasserwege-statt-landstrasse/). Besonders spannend sei die Automatisierung der Binnenschifffahrt vor allem für Regionen mit hoher Verkehrs- und Industriedichte. Dies trägt nach Ansicht des Politikers zur Entlastung des Straßenverkehrs bei und sorgt für eine saubere und damit bessere Mobilität.

Im gleichen Zusammenhang ist ein weiteres spannendes Digitalisierungsprojekt in Duisburg zu erwähnen, welches die Landesregierung gleichfalls mit 1,5 Millionen Euro fördert. Dabei handelt es sich um ein Versuchszentrum für innovative Hafen- und Umschlagtechnologien. An diesem Zentrum wird am Hafen der Zukunft geforscht.

Europäischer „Green Deal“ zählte zu den Diskussionsthemen

Weitere Themen des diesjährigen Hafenentwicklungsdialogs, der – wie viele andere Veranstaltungen auch – als Online-Treffen stattfand, waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Häfen, die Herausforderungen für die Maritime Wirtschaft durch den von der EU-Kommission 2019 vorgestellten europäischen Green Deal sowie die Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz in der Schifffahrt. Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein und gleichzeitig Gastgeber des 9. Hafenentwicklungsdialogs, stellte abschließend fest: „Der heutige Hafenentwicklungsdialog hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Beteiligung des Binnenlandes Nordrhein-Westfalen unterstreicht die herausragende Bedeutung der Seehäfen für die Versorgung aller Regionen Deutschlands mit verschiedensten Gütern.“

Hintergrund

Der regelmäßig stattfindende Hafenentwicklungsdialog der deutschen Küstenländer mit dem Bund gilt als ein zentrales Instrument der Zusammenarbeit und Kooperation zwischen dem Bund und den Küstenländern in Hafenfragen. Zurück geht die Idee zur Durchführung eines derartigen regelmäßigen Hafenentwicklungsdialogs (zunächst mit dem Titel „Deutsche Bucht“) auf eine Initiative der Leiter der Staats- und Senatskanzleien im Jahr 2010. Seitdem fanden Treffen in Wismar, Bremen, Hamburg, Oldenburg, Lüneburg, Hannover und Lübeck statt. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung erstmals online durchgeführt. Und ebenfalls zu erstem Mal hatten Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Nordrhein-Westfalen ein Nicht-Küstenland zum Dialog eingeladen.

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Von RMW

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