Meldeplattform erhöht Effizienz und Sicherheit 11.08.2020, 14:27 Uhr

Binnenschiffahrt: Kooperation treibt Digitalisierung voran

Die neue Online-Meldeplattform SWINg (Single Window for Inland Navigation) optimiert das Meldeverfahren für Binnenschiffe in der Westerschelde und in Flandern.

Die Häfen Ostende, Antwerpen, Zeebrugge, North Sea Port, die Flämische Wasserstraßennetz AG und Nautical Management /CNM), eine Agentur für maritime Dienstleistungen, entwickeln derzeit eine richtungsweisende Meldeplattform. Foto: panthermedia.net/CreativeNature

Die Häfen Ostende, Antwerpen, Zeebrugge, North Sea Port, die Flämische Wasserstraßennetz AG und Nautical Management /CNM), eine Agentur für maritime Dienstleistungen, entwickeln derzeit eine richtungsweisende Meldeplattform.

Foto: panthermedia.net/CreativeNature

Die Häfen Ostende, Antwerpen, Zeebrugge, North Sea Port, die Flämische Wasserstraßennetz AG und Nautical Management /CNM), eine Agentur für maritime Dienstleistungen, entwickeln derzeit eine richtungsweisende Meldeplattform. SWINg (Single Window for Inland Navigation) soll im kommenden Jahr an den Start gehen und wird dazu führen, dass Binnen-Schifffahrtsunternehmen und Schiffer künftig ihre Fracht-, Reise- und Schiffsdaten nur noch einmal digital eingeben müssen, wenn sie innerhalb Flanderns oder auf der Westerschelde unterwegs sind. Momentan müssen diese Daten noch einzeln an alle am Fahrweg befindlichen Behörden gemeldet werden.

Aufwendiges Verfahren

Doch in der Realität ist der Aufwand, der durch dieses Verfahren entsteht, noch deutlich größer. Denn bei einigen Behörden kann diese Meldung nur digital übermittelt werden, andere dagegen fordern diese Meldungen per UKW-Funk ein. „In einigen Fällen muss man sogar aussteigen, um ein Formular am Schalter abzugeben“, bemängelt Chris Danckaerts, Geschäftsführer der „Vlaamse Waterweg n.v..

Meilenstein in der Digitalisierung

Durch die neue Meldeplattform SWINg wird dieses aufwendige Prozedere schon bald der Vergangenheit angehören. Lydia Peeters, Flämische Ministerin für Mobilität und öffentliche Arbeiten, begrüßt vor diesem Hintergrund die neue Meldeplattform als einen bedeutenden Meilenstein bei der Digitalisierung der Binnenschifffahrt. Sie trage zudem zu mehr Effizient und Sicherheit bei. Peeters: „Mit dieser Kooperation und Initiative, an der auch die niederländischen Straßen- und Wasserbaubehörden und andere Akteure beteiligt sind, gehören die Kettenpartner in Sachen Digitalisierung zu den Vorreitern in Europa.“

Administrativer Aufwand sinkt

Der neue Meldeablauf gestaltet sich recht unkompliziert. Über eine – meist bereits vorhandene – Software senden das Binnen-Schifffahrtsunternehmen oder die Schiffer die erforderlichen Daten an die Meldeplattform. Von dort aus werden sie automatisch an die Schifffahrts- und Hafenbehörden weitergeleitet, die auf der geplanten Route des Schiffes liegen. Dafür sind die digitalen Anwendungen der jeweiligen Behörden und die Meldeplattform aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis: Der Meldepflichtige muss seine Daten nur einmal versenden. Der Datenaustausch ist abgesichert über die europäische Datenschutz-Grundverordnung DSGVO.

Binnenschifffahrt wird sicherer und effizienter

Neben den Vorteilen durch die erleichterte Datenübermittlung macht SWINg die Binnenschifffahrt darüber hinaus auch sicherer und effizienter. Denn durch die reduzierte Anzahl an Meldungen wird der Schiffer entsprechend weniger von seiner Arbeit abgelenkt und muss seltener an Land gehen. In der Folge sinkt das Unfallrisiko. Ferner können die Schifffahrts- und Hafenbehörden Risiken von Zwischenfällen genauer einschätzen und schneller darauf reagieren. Durch das neue Meldeverfahren wissen sie bereits im Vorfeld, welche Schiffsarten mit welcher Ladung sich in den Häfen oder auf den Wasserstraßen befinden. Und nicht zuletzt verbessert die frühzeitige Informationsübermittlung durch die Meldeplattform auch die Planung von Schiffsrouten, Brücken und Schleusen.

Keine neue Software nötig

Erfreulich ist auch, dass bereits bestehende Melde-Softwarepakete von den Software-Herstellern mit der neuen Meldeplattform SWINg kompatibel gemacht werden. Daher werden die Schiffer, die schon in der Vergangenheit digitale Meldungen genutzt haben, keine neue Software installieren müssen. Denjenigen Schiffern jedoch, die bislang noch keine Software verwenden, wird vor dem Hintergrund der bevorstehenden verpflichtenden Einführung digitaler Meldung empfohlen, passende Software zu erwerben. Ab dem ersten Januar 2021 wird die digitale Meldung für Schiffe, die Gefahrgut transportieren, verpflichtend sein. Kurz später, so der Plan, wird diese Vorschrift auch für andere Schiffe verbindlich gelten.

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Von Rolf Müller-Wondorf

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