Großraumtransport von der Toskana an die russische Ostseeküste verlief reibungslos 16.03.2021, 14:05 Uhr

Internationale Logistik trotzt der Pandemie

Alle reden von Krise – die Logistik jedoch läuft über Landesgrenzen hinweg nahezu problemlos. So etwa ein internationaler Großtransport zwischen der Toskana und der russischen Ostseeküste.

Verladung der Ausrüstung auf ein Kranschiff im toskanischen Hafen. Foto: WR Group

Verladung der Ausrüstung auf ein Kranschiff im toskanischen Hafen.

Foto: WR Group

Die Handelsbeziehungen zwischen der europäischen Union und Russland haben in 2020 nicht zuletzt aufgrund von Sanktionen oder auch durch die Corona-Krise gelitten. In Folge haben die europäischen Importe aus Russland deutlich abgenommen. Weniger betroffen davon sind aber die Exporte von der Europäischen Union nach Russland. Russland führt immer noch Maschinen und Anlagen ein, da laufende industrielle Investitionsprojekte fristgerecht umgesetzt werden müssen. Laut Ru-Stat, einer russische Statistikbehörde für Im- und Exporte, kommen 27 % der importierten Anlagen und Maschinen aus der Europäischen Union – zu einem großen Teil aus Italien und Deutschland.

Russisches Großprojekt

Auch für den Wiederaufbau einer Anlage für die Fraktionierung und den Umschlag von stabilem Gaskondensat in der russischen Hafenstadt Ust-Luga wurde die Industrieausrüstung von Italien bezogen. Die Modernisierung dieses Verarbeitungskomplexes zählte zu den größten Projekten in Russland im Jahr 2020. Der Großraumtransport zwischen der Toskana und der russischen Ostseeküste wurde Ende vergangenen Jahres von der deutschen WR Group abgewickelt. Die Unternehmensgruppe transportierte insgesamt elf überdimensionale Ausrüstungseinheiten nach Russland mit einem Gesamtgewicht von rund 620000 kg. Darunter Hochdruckabscheider, Wärmetauscher, Kompressoren sowie einen 280 t schweren Hydrocracker-Reaktor mit den Maßen 28,4 m x 5,45 m x 5,41 m.

Für den Transport der Großausrüstung vom Produktionsstandort zum Verschiffungsort im italienischen Hafen sowie vom Hafen in Ust-Luga zum Zwischenlager des Endbetreibers setzte die WR Group selbstfahrende modulare Transporter ein. Verschifft wurde die Ausrüstung mit einem Kranschiff. Dieses Vorgehen wurde von der WR Group als Logistiklösung vorgeschlagen und umgesetzt, da es im Hafen von Ust-Luga keine geeigneten Kräne zur Schiffsentladung gibt. Insgesamt war die Fracht 19 Tage unterwegs.

EAC-Zertifikate wurden benötigt

Der italienische Ausrüstungshersteller benötigte für die Einfuhr der Hochdruckbehälter und Ersatzteile nach Russland zudem EAC Zertifikate. Auch bei diesem Problem unterstützte die WR Group ihren Kunden und organisierte -obwohl die Bewegungsfreiheit durch das Coronavirus aktuell sehr eingeschränkt ist – die Anreise der eigenen akkreditierten EAC Zertifizierungsexperten zum Produktionsstandort. Dies war wichtig, damit die hydraulischen Prüfungen der Hochdruckbehälter vor Ort durchgeführt werden konnten. Eine Ausstellung der EAC-Zertifikate ist ohne diese Tests nicht möglich.

Pandemie bringt neue Herausforderungen

Für Wadim Rosenstein, CEO der WR Group, war dieses logistische Großprojekt mit vielen Herausforderungen verknüpft. Nicht zuletzt aufgrund der aktuell herrschenden Weltlage. Es sei der WR Group allerdings dennoch gelungen, den Anforderungen des Auftraggebers zu entsprechen. Es seien alle Liefertermine eingehalten worden und die Fracht habe den Endbetreiber – wie vereinbart – innerhalb von 19 Tagen erreicht. Zudem wurde die Ausrüstung nach den Anforderungen der Technischen Regelwerke der Eurasischen Wirtschaftsunion zertifiziert und sie überquerte die internationalen Grenzen mit Berücksichtigung aller Sicherheitsmaßnahmen.

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