Grüne Logistik 02.03.2022, 18:00 Uhr

Hafen Antwerpen: Das Projekt Antwerp@C soll den CO2 -Fußabdruck halbieren

Die ersten Studien sind jetzt angelaufen und die endgültigen Investitionsentscheidungen für das Projekt Antwerp@C sollen Ende 2022 fallen. Das Ziel des Gemeinschaftsprojekts: Die Emissionen im Hafen Antwerpen sollen bis 2030 halbiert werden.

Das Antwerp@C-Projekt hat zum Ziel, die Bemühungen der Industrie zur Halbierung der CO2-Emissionen im Hafen von Antwerpen bis 2030 durch die Errichtung einer gemeinsamen CO2-Infrastruktur zu unterstützen. Foto: portofantwerp

Das Antwerp@C-Projekt hat zum Ziel, die Bemühungen der Industrie zur Halbierung der CO2-Emissionen im Hafen von Antwerpen bis 2030 durch die Errichtung einer gemeinsamen CO2-Infrastruktur zu unterstützen.

Foto: portofantwerp

Antwerp@C ist eine Initiative von Air Liquide, BASF, Borealis, ExxonMobil, INEOS7, TotalEnergies, Fluxys und dem Hafen von Antwerpen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Bemühungen der Industrie um eine 50-prozentige Reduzierung der CO2– Emissionen im belgischen Nordseehafen Antwerpen bis 2030 durch die Errichtung einer gemeinsamen CO2-Infrastruktur zu unterstützen. Mit dem Beginn der technischen Studien hat das Projekt nun einen neuen Meilenstein erreicht um einen nachhaltigeren, kohlenstoffärmeren Betrieb rund um den Hafen von Antwerpen zu erreichen. Die sieben führenden Chemie- und Energieunternehmen wollen damit einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen Belgiens und der EU leisten. Das Projekt zielt darauf ab, in den kommenden Jahren zu angemessenen Kosten CO2 für die Sequestrierung in Offshore-Kapazitäten zu sammeln und zu exportieren oder es für eine mögliche künftige Wiederverwendung bereitzustellen.

Beginn der technischen Studien (FEED-Phase)

Nach Abschluss einer Durchführbarkeitsstudie in 2021 ist Antwerp@C nun in die nächste Phase eingetreten und die ersten technischen Studien sind angelaufen. Darin wird der Bau eines zentralen „Backbone“ im gesamten Hafen von Antwerpen entlang der Industriegebiete am rechten und linken Scheldeufer untersucht. Weiterhin befassen sich die Untersuchungen mit einer gemeinsame CO2-Verflüssigungsanlage mit Zwischenlagerung und Schiffsladeeinrichtungen für den grenzüberschreitenden Transport. Diese Studien werden teilweise durch einen Zuschuss der „Connecting Europe Facility (CEF)“, der im Oktober 2020 gewährt wurde, durch Zuschüsse der flämischen Regierung für die Durchführbarkeitsstudie und durch Beiträge aller Teilnehmer des Konsortiums finanziert. Nach Abschluss der Voruntersuchungen wird mit einer endgültigen Investitionsentscheidung für die erste Phase für Ende 2022 erwartet.

Zwischenzeitlich haben Fluxys, Air Liquide und Pipelink (eine Tochtergesellschaft des Hafens Antwerpen) eine „Open Season“ organisiert, um die anfängliche Nachfrage nach der CO2-Infrastruktur, die gebaut werden soll, zu ermitteln. Die Open Season war eine Einladung an alle Unternehmen im weiteren Umkreis des Hafens von Antwerpen, ihr Interesse an einer CO2-Transport- und/oder CO2-Terminierungsinfrastruktur in Antwerpen kundzutun. Die Reaktionen des Marktes werden für eine endgültige Investitionsentscheidung berücksichtigt.

Der Hafen von Antwerpen, ein Pionier der Kohlenstoffabscheidung

Der Hafen von Antwerpen beherbergt den größten integrierten Energie- und Chemiecluster Europas. Damit ist er der ideale Standort für neue, grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zur CO2-Reduzierung. Zu diesem Zweck haben sich Air Liquide, BASF, Borealis, ExxonMobil, INEOS, TotalEnergies, Fluxys und der Hafen von Antwerpen Ende 2019 unter dem Namen Antwerp@C zusammengeschlossen, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit des Aufbaus einer CO2-Infrastruktur zur Unterstützung künftiger CCUS-Anwendungen (Carbon Capture Utilization & Storage, Abscheidung, Verwendung und Speicherung von CO2) zu untersuchen. Carbon Capture & Storage (CO2– Abscheidung und -Speicherung, CCS) und schließlich auch Carbon Capture & Utilization (CO2-Abscheidung und -Verwendung, CCU) – d. h. die Wiederverwendung von CO2 als Rohstoff für die chemische Industrie – werden als wichtige Wege für den Übergang des Antwerpener Hafens zu einem kohlenstoffneutralen Hafen angesehen. Dieses innovative grenzüberschreitende CCUS-Projekt wäre eine der ersten und weltweit größten multimodalen CO2-Exportanlagen mit offenem Zugang.

Europa übernimmt globale Vorreiterrolle

„Es ist an der Zeit, den Übergang zu einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft zu vollziehen. Europa nimmt auf globaler Ebene eine Vorreiterrolle ein. Mit Antwerp@C verfügt der Hafen von Antwerpen über den Schlüssel zur Realisierung eines innovativen grenzüberschreitenden CCUS-Projekts, das hinsichtlich seines Konzepts und Umfangs einzigartig ist. Wir möchten gerne in die nächste Phase der technischen Studien eintreten, da dieses Projekt einen Beitrag zu den flämischen, belgischen und europäischen Klimazielen und zu den erhöhten EU-Zielen für 2030 zur Emissionsreduzierung auf mindestens 55 Prozent leisten wird“, verweist Jacques Vandermeiren, CEO des Hafens von Antwerpen, auf den Nutzen des Projekts Antwerp@C. Wouter de Geest, Vorstandsvorsitzender von Antwerp@C, ergänzt: „Die wichtige Entscheidung, mit der Planung eines so komplexen Projekts zu beginnen, bestätigt das Engagement aller Partner für ihre Klimaziele. Die Unterstützung dieses Engagements durch verschiedene Behörden war unerlässlich, um diese Entscheidung zu treffen, und wird auch während der weiteren Entwicklung des Projekts unerlässlich bleiben. Gemeinsam sind wir viel stärker und können das Industriecluster im Hafen von Antwerpen umgestalten.“

Arbeit mit spezifischen Infrastrukturvorschlägen

Für Pascal De Buck, CEO von Fluxys, ist das Antwerp@C-Projekt „Teil des allgemeinen Projektansatzes von Fluxys, um den Aufbau der erforderlichen Dekarbonisierungsinfrastruktur in ganz Belgien und in Richtung der Nachbarländer zu unterstützen. Sowohl für CO2 als auch für Wasserstoff arbeiten wir mit spezifischen Infrastrukturvorschlägen – derzeit in fünf und in Kürze in sechs wichtigen Industrieclustern. Gemeinsam mit dem Markt bereiten wir die Infrastruktur Schritt für Schritt vor. Innerhalb der Industriecluster, zwischen den Clustern und auch mit Verbindungen zu den Nachbarländern wie in Antwerpen. Auf diese Weise wird unser Land zu einer Drehscheibe für die Moleküle für eine kohlenstoffneutrale Zukunft.“

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Von RMW

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