Emissionsfreie Wasserstoff-Lkw im Massenmarkt 05.01.2021, 14:00 Uhr

H2Accelerate: Kooperation für eine grüne Logistik

Die Lkw-Hersteller Volvo Group, Daimler Truck AG und IVECO sowie die Mineralölkonzerne Shell und OMV werden künftig zusammenarbeiten und so Voraussetzungen schaffen für die Einführung von Wasserstoff-Lkw auf dem europäischen Massenmarkt.

In der neuen Kooperation H2Accelerate wollen Lkw-Hersteller und Mineralölkonzerne  künftig zusammenarbeiten und so die Voraussetzungen für die Einführung von Wasserstoff-Lkw auf dem europäischen Massenmarkt schaffen. Foto: panthermedia.net/chesky_w

In der neuen Kooperation H2Accelerate wollen Lkw-Hersteller und Mineralölkonzerne künftig zusammenarbeiten und so die Voraussetzungen für die Einführung von Wasserstoff-Lkw auf dem europäischen Massenmarkt schaffen.

Foto: panthermedia.net/chesky_w

Immer mehr Unternehmen und Länder bekennen sich zu einem emissionsfreien Transport. Die neu gegründete Interessensgemeinschaft H2Accelerate vertritt daher die Ansicht, dass Wasserstoff bei der vollständigen Dekarbonisierung des Lkw-Bereichs als zentrales Element eine entscheidende Rolle spielen wird.

Zudem können durch die Einführung von wasserstoffbetriebenen Lkw in entsprechend hohen Stückzahlen nach Ansicht der Branchenvertreter neue Industriebereiche entstehen. Dazu zählen beispielsweise CO2-freie Wasserstoffproduktionsanlagen, ein Tankstellennetz mit entsprechend hoher Kapazität für gasförmigen und flüssigen Wasserstoff, große Wasserstoffverteilsysteme oder aber die Produktion von wasserstoffangetriebenen Lkw. Die an der H2Accelerate-Initiative beteiligten Unternehmen rechnen damit, dass synchronisierte Investitionen des ganzen Sektors bereits in der aktuellen Dekade die Bedingungen für die Massenmarkteinführung von schweren wasserstoffbetriebenen Lkw schaffen. Dies ist nach deren Ansicht die Voraussetzung dafür, das europäische Ziel eines emissionsfreien Straßengüterverkehrs bis zum Jahr 2050 zu erreichen.

Implementierung innerhalb von zehn Jahren

Die Experten der neuen Kooperation rechnen damit, dass die flächendeckende Einführung von wasserstoffbetriebenen Lkw etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen wird. Den Auftakt werden die Kunden machen, die sich schon frühzeitig zu dieser umweltschonenden Technologie bekennen und mit Wasserstoff angetriebene Lkw einsetzen wollen. Diese Fahrzeuge werden zunächst in regionalen Clustern zum Einsatz kommen oder entlang der ausgelasteten europäischen Transportrouten mit einer ausgebauten Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur. Später – im Laufe des Jahrzehnts – werden diese Cluster miteinander verbunden, wodurch ein europaweites Netzwerk entstehen wird. „Die flächendeckende Einführung der wasserstoffbasierten Brennstoffzellentechnologie im Schwerlastverkehr hängt von der notwendigen Infrastruktur ab. Zudem sind ganz konkrete Projekte gemeinsam mit Spediteuren und anderen Beteiligten der Branche nötig, um zu demonstrieren, dass diese Lösung finanziell tragfähig ist und sich für den Praxiseinsatz eignet“, bestätigt Gerrit Marx, President Commercial & Specialty Vehicles bei CNH Industrial. Die Zusammenarbeit innerhalb von H2Accelerate werde die Voraussetzungen für diese Entwicklung schaffen und den Übergang zum emissionsfreien Straßengüterverkehr beschleunigen.

Kosten müssen auf Diesel-Niveau bleiben

Für Elisabeth Brinton, Executive Vice President für neue Energien bei Shell ist aber klar, dass die Betriebs- und Fahrzeugkosten für eine deutliche Steigerung der abgesetzten Einheiten wasserstoffangetriebener Lkw mit einem heutigen Diesel-Lkw vergleichbar sein müssen. „Das bedeutet, dass Lkw-Kunden die Möglichkeit haben müssen, ein vollständig emissionsfreies Fahrzeug erwerben zu können, das bei Betankungszeit, Reichweite und Kosten vergleichbar zu heute eingesetzten Fahrzeugen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein klarer regulatorischer Rahmen erforderlich, der die Wasserstoffversorgung, wasserstoffangetriebene Lkw, die Betankungsinfrastruktur und Kundenanreize auf koordinierte Weise regelt“, so Elisabeth Brinton.

Zwei Implementierungsphasen geplant

Phase 1: Erste Tankstellen und Lkw

  • Hunderte Lkw
  • Mehr als 20 Tankstellen mit hoher Kapazität
  • Machbarkeitsnachweis für Konzepte von Tankstellen mit hoher Kapazität
  • Ausgewählte Standorte/Cluster

Phase 2: Europaweite Abdeckung

  • Zweite Hälfte der 2020er Jahre: vierstellige Produktionszahlen pro Jahr
  • Rapide Volumenerhöhung > 10.000 Lkw
  • Europaweite Abdeckung der wichtigsten Transportrouten
  • Tankstellen mit hoher Kapazität und Funktionssicherheit

Öffentliche Mittel werden gefordert

Während des gesamten Ausbaus, so die Kooperationspartner, sind öffentliche Mittel notwendig. Fördermittel für frühe Vorserienprojekte wollen die an H2Accelerate Beteiligten in einer ersten Phase gemeinsam akquirieren. Parallel dazu ist die Zusammenarbeit der Teilnehmer mit Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern geplant. Als Ziel wird die Schaffung eines politischen Umfelds angestrebt, das ein europaweites Betankungsnetz für CO2-freien Wasserstoff und die zukünftige Serienfertigung von Wasserstoff-Lkw unterstützt.

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