Das sind die Top-5 Roboter-Trends in 2021 19.02.2021, 14:20 Uhr

Roboter lernen neue Tricks

Roboter sind aus der modernen Logistikwelt nicht wegzudenken. Sie sind vielseitig einsetzbar und werden dementsprechend immer häufiger in Produktion und zur Stärkung der internationalen Lieferketten installiert.

Die Integration von Arbeitsplätzen mit Mensch-Roboter-Kollaborationwächst rasant und Roboter arbeiten immer häufiger Hand-in-Hand mit Menschen zusammen - und dies sogar ganz ohne Schutzzaun. Foto: ABB

Die Integration von Arbeitsplätzen mit Mensch-Roboter-Kollaborationwächst rasant und Roboter arbeiten immer häufiger Hand-in-Hand mit Menschen zusammen - und dies sogar ganz ohne Schutzzaun.

Foto: ABB

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Zahl der weltweit installierten Industrie-Roboter mehr als verdreifacht. Zuletzt stieg die Stückzahl auf 381 000 Einheiten per annum. Die International Federation of Robotics (IFR) macht gleich fünf Top-Trends aus, welche die industrielle Fertigung und die Produktionslogistik aktuell rund um den Globus prägen. „Die Industrie-Roboter befinden sich in einer Pole-Position, wenn es darum, geht die traditionelle Produktion mit ‚Digitalstrategien‘ zu verbinden“, sagt Dr. Susanne Bieller, Generalsekretärin des IFR.

Roboter „lernen immer neue Tricks“

Doch ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Denn Roboter lernen immer neue Tricks: Um neue und sehr anspruchsvolle Aufgaben zu meistern werden Industrie-Roboter zunehmend mit Bildverarbeitung, KI-Software und anderen Sensorsystemen ausgestattet. Ein Beispiel dafür ist nach Angaben der IFR-Verantwortlichen das Sortieren von Abfällen auf einem Förderband. Dies sei bislang nur von menschlichen Händen durchführbar gewesen. Auch seien die neuen Roboter-Generationen einfacher zu installieren und zu programmieren. Gleichzeitig seien sie auch noch vernetzbar. Und die Fortschritte bei den Kommunikationsprotokollen ermöglichten inzwischen auch die nahtlose Integration von Robotern in Automatisierungs- und Industrie 4.0-Strategien.

Einsatz in intelligenten Fabriken

Die Folge: Roboter arbeiten heute in intelligenten Fabriken. Beispielsweise in der Automobilindustrie, dem Vorreiter für Smart-Factory-Lösungen. Dort ersetzen Industrie-Roboter heute sogar Fließbänder, welche die traditionelle Automobilproduktion seit weit mehr als 100 Jahren dominierten. Die Zukunft, diesbezüglich sind sich die IFR-Verantwortlichen sicher, gehört dem vernetzten Zusammenspiel von Robotern und autonom fahrenden Fahrzeugen. Oder – besser gesagt – den autonomen mobilen Robotern (AMRs). Diese sind mit modernster Navigationstechnik ausgestattet und dadurch deutlich flexibler als herkömmliche Fertigungsstraßen. Karosserien werden von fahrerlosen Transport-Systemen befördert. Diese lassen sich von der Fließbandfertigung abkoppeln und zu den Montagestationen umleiten, an denen sich dann individuell ausgestattete Varianten montieren lassen. Steht ein vollständiger Modellwechsel an, müssen lediglich – statt die gesamte Produktionslinie ab- und umzubauen – die Roboter und AMRs neu programmiert werden. Gleichzeitig wächst die Integration von Arbeitsplätzen mit Mensch-Roboter-Kollaboration rasant und Roboter arbeiten immer häufiger Hand-in-Hand mit Menschen zusammen. Und dies sogar ganz ohne Schutzzaun.

Neue Märkte werden erschlossen

Die bereits beschriebenen Durchbrüche bei der Vernetzung sorgen dafür, dass Roboter verstärkt auch in Fertigungssektoren eingesetzt werden, welche die Automation erst kürzlich für sich entdeckt haben. Dazu zählen beispielsweise die Textilindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Holzverarbeitungs- und Kunststoffwirtschaft. Nach Angaben des FIR wird die rasant fortschreitende digitale Transformation zu völlig neuen Geschäftsmodellen führen, da die Produzenten leichter denn je diversifizieren können. Verschiedene Produkte lassen sich in der smarten Fabrik im raschen Wechsel nacheinander auf derselben Anlage montieren. Dadurch hat die starre traditionelle Fertigungsstraße schon bald ausgedient.

Roboter für den Klimaschutz

Investitionen in moderne Robotertechnologie werden auch durch die Anforderungen an die Industrie, künftig möglichst CO2-neutral zu produzieren, gefördert. Schließlich arbeiten moderne Roboter sehr energieeffizient und reduzieren so mit ihrem Einsatz unmittelbar den Energieverbrauch in der Produktion. Aufgrund ihrer Präzisionsarbeit werden darüber hinausgehend weniger Ausschuss oder fehlerhafte Ware produziert. Das wirkt sich positiv auf den Ressourceneinsatz und den Output aus. Ferner sind Roboter auch bei der kosteneffizienten Produktion von Anlagen für erneuerbare Energien im Einsatz. Dies betrifft zum Beispiel die Herstellung von Wasserstoff-Brennstoffzellen oder von Photovoltaikmodulen.

Roboter stabilisieren Lieferketten

Gerade in der aktuellen Pandemie hat sich herausgestellt, dass die globalisierten Lieferketten einige Schwächen aufweisen. Hersteller nutzen verstärkt die Möglichkeit, Versorgungswege mit einer völlig neuen Perspektive zu denken. Wenn dann auch noch die Automatisierung die Produktionsbedingungen angleicht, erhalten Produzenten eine völlig neue Flexibilität, die in den sogenannten Hochlohnregionen wie den meisten Ländern der Europäischen Union, Südkorea, Japan oder Nordamerika bislang meist nicht zur Verfügung stand. Dies zeigt: Eine Automation mit Robotern bietet Flexibilität, Sicherheit und Produktivität.

Dazu Dr. Susanne Bieller: „Die Fortschritte bei den Robotertechnologien tragen zu einem steigenden Robotereinsatz bei. Die COVID-19-Pandemie hat selber keine neuen Trends ausgelöst, aber sie hat den Einsatz von Robotik über die etablierte Praxis hinaus beschleunigt. In dieser Hinsicht erweist sich die Pandemie als die größte Triebkraft für Veränderungen in der Industrie.“

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