Die Zeit ist reif für Augmented Reality in den Unternehmen 01.01.2019, 00:00 Uhr

Von der Realität zur Virtualität

Mit der Verfügbarkeit des Apple-Betriebssystems iOS 11 hat der Hype um Augmented und Virtual Reality neue Nahrung bekommen. Vor allem in den Unternehmen entstehen immer neue Anwendungsszenarien.

Eine Augmented-Reality-Funktion kann physische Waren mit zusätzlichen Informationen wie Produktbildern anreichern. Bild: Scandit

Eine Augmented-Reality-Funktion kann physische Waren mit zusätzlichen Informationen wie Produktbildern anreichern. Bild: Scandit

Auf die Frage, welche Inhalte sich am besten für Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) eignen, fallen den meisten auf Anhieb interaktive Spiele und Entertainment ein. Aber dieses Eintauchen in die künstliche Welt (Immersion) und die „erweiterte Realität“ auf Spiele zu beschränken, greift zu kurz. Man denke nur daran, wie Reise- und Freizeiterlebnisse, Immobilienbesichtigungen, Aus- und Weiterbildung und vor allem viele Aktivitäten im Geschäftsleben durch AR und VR profitieren können. Ein Automobilhersteller beispielsweise nutzt Google Glass zur Analyse von Testreihen an Vorserienfahrzeugen. Zudem haben Produkte wie Oculus Rift, HTC Vive und Microsoft HoloLens für neuen Schwung gesorgt.

Fertigung und Logistik

Ein perfektes Umfeld für AR und VR sind der gesamte Warenfluss und die Abläufe in der Supply Chain. Das beginnt bereits beim Wareneingang, wenn die eingescannten Produkte mit zusätzlichen Information angereichert werden. Damit ist es im weiteren Verlauf eines Fertigungsprozesses weit einfacher Kartons oder Paletten zu finden, zu identifizieren und an den Ort zu bringen, an dem sie aktuell benötigt werden.

Augmented Reality-Brillen und Headsets, ausgestattet mit Barcode-Scannern, unterstützen Mitarbeiter dabei, den Zustand von Artikeln, die vom Fließband kommen, zu erkennen. Allerdings muss man darauf hinweisen, dass sich solche Lösungen aktuell nur für einen zeitlich befristeten Einsatz eignen – Mitarbeiter können sie nicht über den gesamten Verlauf einer Acht-Stunden-Schicht tragen. Aktuelle Smartphones und Tablets dagegen, die AR-Funktionalitäten unterstützen, sind durchaus für einen längeren Einsatz geeignet.

Mitarbeiter am Warenausgang können diese beispielsweise einsetzen und physische Waren mit zusätzlichen Informationen und Produktbildern anreichern. Möglich ist dies etwa mit der Funktion „MatrixScan“, die mit dem Barcode Scanner SDK von Scandit zur Verfügung steht. MatrixScan ist in der Lage, ein ganzes Set von Barcodes in einer einzigen Scan-Sequenz einzulesen und Produktinformationen per Augmented Reality bereitzustellen.

All diese skizzierten Anwendungsszenarien lassen sich mit den heute verfügbaren Technologien problemlos implementieren. Da sich auf der einen Seite der Markt für AR- und VR-Headsets immer weiter entwickelt und gleichzeitig die dazu passende Software – einschließlich Barcodescanning – immer leistungsfähiger wird, entstehen auch immer neue Anwendungsszenarien für AR und VR in den Unternehmen.

Aber auch Verbraucher können interessante Anregungen mit dem iPhone 8 sammeln, etwa dann, wenn sie die App „Ikea Places“ nutzen, um in der eigenen Wohnung Möbel virtuell zur Probe aufzustellen. Weitere Anwendungsszenarien sind Apps für Verbraucher, die Artikel scannen, um sich Produktempfehlungen und Inhaltsstoffe anzeigen zu lassen oder sich in einem Supermarkt gezielt den Weg zu den Regalen mit veganen Produkten zeigen zu lassen und ihnen dazu weitere Zusatzinformationen anzubieten.

Dr. Samuel Müller, Scandit

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