Umfrage: Urbane Logistik stellt Kommunen vor große Herausforderungen 05.01.2021, 10:00 Uhr

Personalmangel verhindert nachhaltige Logistikkonzepte

In einer Umfrage unter kommunalen Verwaltungen ist das Umweltbundesamt der Frage nachgegangen, wie sich Logistik in urbanen Ballungsräumen nachhaltiger gestalten lässt.

Das Umweltbundesamt (UBA) wollte von den Kommunen wissen, wie sich Logistik im urbanen Umfeld nachhaltiger gestalten lässt. Ein wichtiges Ergebnis: Vielerorts fehlt schlichtweg das Personal, um mögliche Fördermittel abzurufen. Foto: panthermedia.net/jamesteohart

Das Umweltbundesamt (UBA) wollte von den Kommunen wissen, wie sich Logistik im urbanen Umfeld nachhaltiger gestalten lässt. Ein wichtiges Ergebnis: Vielerorts fehlt schlichtweg das Personal, um mögliche Fördermittel abzurufen.

Foto: panthermedia.net/jamesteohart

Die Belieferung von Industrie oder von Einkaufszentren durch Kurier-, Express- oder Paketdienste stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen bei Klimaschutz, Lärmschutz oder bei der Luftreinhaltung. Das Umweltbundesamt (UBA) hat jetzt untersucht, welche Herausforderungen genau bestehen, mit welchen Konzepten diese Aufgaben angenommen werden und welche Ressourcen für die Bewältigung notwendig sind. Ein wichtiges Ergebnis: Vielerorts fehlt schlichtweg das Personal, um mögliche Fördermittel abzurufen.

Zehn Thesen für die urbane Logistik

Insgesamt haben etwa 200 der insgesamt 800 vom UBA angeschrieben Kommunen geantwortet. Auf Basis dieser Umfrageergebnisse hat das Umweltbundesamt in der jetzt vorliegenden Studie zehn Thesen zur nachhaltigen urbanen Logistik aufgestellt. Diese sollen eine Grundlage für weitere Diskussionen bieten. Darüberhinausgehend wurden die Ergebnisse der Befragung detailliert aufbereitet und es wurden denkbare Maßnahmen für eine nachhaltige urbanen Logistik aufgezeichnet.

Im Zusammenhang mit der Befragung sind insbesondere drei Aspekte im Umgang mit dem städtischen Güterverkehr deutlich geworden:

Probleme nicht nur in Großstädten und Stadtzentren

Die Befragungsergebnisse zeigen: Das Thema urbane Logistik betrifft nicht ausschließlich Großstädte oder Metropolkerne. Auch Mittelstädte haben teils einen großen Problemdruck durch die urbane Logistik und unterscheiden sich in ihren Einschätzungen zu ihren lokalen Rahmenbedingungen, den Konzepten und den erforderlichen Ressourcen oftmals kaum von Großstädten.

Kommunen fehlen zum Teil regulative Grundlagen für Maßnahmen

Kommunen müssen sich bei der Gestaltung und Bewältigung der urbanen Logistik häufig auf „harte“ regulative Instrumente stützen (Luftreinhaltepläne, Lärmaktionspläne). Kommunen ohne spezifischen Problemdruck durch Lärm oder negative Auswirkungen auf die Luftqualität können jedoch nicht auf entsprechende Instrumente zurückgreifen, obwohl einige Kommunen diese Instrumente gerne einsetzen würden, um die negativen Umweltwirkungen durch den Güterverkehr zu mindern und die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Verkehr zu verbessern. Allen Kommunen fehlen darüber hinaus regulative Grundlagen für den Klimaschutz. Daher wünschen sie sich regulative Unterstützung für einen aktiven kommunalen Klimaschutz im Verkehr.

Personalmangel behindert eine nachhaltigere Logistik

Viele der befragten Kommunen gaben an, dass ihnen die personellen Kapazitäten für den Abruf von Fördermitteln (Invest) fehlen. Dies gilt vor allem auch für die Projektbegleitung von (geförderten) Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund erhält die Einrichtung eines „Runden Tisches“ für die kommunale Logistik besondere Bedeutung, um neben dem Austausch über erforderliche Maßnahmen möglichst auch weitere Gestaltungsressourcen zu gewinnen, zum Beispiel durch den Ausbau der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.

Die kompletten Ergebnisse der Befragung sowie Vorschläge für Handlungsoptionen sind kostenlos erhältlich im Abschlussbericht „Urbane Logistik – Herausforderungen für Kommunen“ unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/urbane-logistik-herausforderungen-fuer-kommunen.

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Von RMW

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