Digitale Transformation 13.05.2020, 12:24 Uhr

Logistikdienstleister müssen selbstbestimmter auftreten

Eine aktuelle Studie der IUBH Internationalen Hochschule verdeutlicht, wie es um die Digitalisierung bei Logistikdienstleistern (LDL) steht. Dazu wurden unter Leitung von Hubert Vogl 35 Experten zum Thema „Transport & Logistik – Digitale Transformation KMU LDL 2019“ befragt.

Supply Chain

Unternehmen, Verbände und Politik haben die Digitalisierung als zentrale Herausforderung erkannt, mit der sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner Firmen und der gesamten deutschen Volkswirtschaft sichern lässt.

Foto: panthermedia.net/stuartmiles

Neuere Studien zeigen, dass die Digitalisierung mittlerweile im deutschen Mittelstand angekommen ist. Nicht nur als Teil der Strategie, sondern auch in der betrieblichen Praxis. Die Unternehmen sehen in der Digitalisierung überwiegend ein großes Potenzial, Ihre Marktanteile und damit ihren langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern und weiter auszubauen.

Wege zur digitalen Transformation

Wo aber stehen die deutschen klein und mittelständisch organisierten Logistikdienstleister (KMU LDL) und vor allem wie gehen sie die digitale Transformation an? Ist ihre Vorgehensweise in erster Linie von einem fremdgesteuerten Aktionismus geprägt oder wird der Entwicklungsprozess durch eine systematische und strategieorientierte Reifegradentwicklung ganzheitlich geführt und unterstützt?

Handlungsbedarf erkannt

Für die Beantwortung dieser Fragen hat Hubert Vogl von der IUBH Internationalen Hochschule unter der Fragestellung Thema „Transport & Logistik – Digitale Transformation KMU LDL 2019“ im Zeitraum Oktober bis Dezember 2019 Experteninterviews mit 35 Führungskräften aus dem Logistik- und Transportbereich geführt und ausgewertet. Im Ergebnis ergeben sich folgende Kernaussagen:

Die Digitalisierung steht bei den Logistikdienstleistern nicht nur ganz oben auf der Agenda. Die Unternehmen arbeiten auch intensiv daran, ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen durch den Einsatz von digitalen Technologien zu verbessern.

Im Detail zeigen sich bei der Mehrheit der Unternehmen klare Handlungsbedarfe in der systematischen, ganzheitlichen und strategieorientierten Vorgehensweise.

Weniger als die Hälfte der Unternehmen verfügen über eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie und nur knapp 1/3 der Unternehmen gehen proaktiv auf die Kunden zu und stellen den Mehrwert ihrer digitalen Ideen und Lösungen heraus.

Change-Management, Systematik sowie Selbstbestimmtheit im digitalen Entwicklungs- und Veränderungsprozess signalisieren noch deutliche Potenziale nach oben.

Die Vermittlung des Wandels in der Fehlerkultur zählt zu den größten Barrieren.

Neue Kulturtechniken erlernen

Die Unternehmen haben erkannt, dass sie sich von Ihrer über Jahrzehnte manifestierten Fremdbestimmung – mit eindeutigem Fokus auf der Umsetzung der Kundenvorgaben – lösen müssen. Aber gerade Selbstbestimmung muss erlernt werden. Dies mag eine überraschende Feststellung sein, beschreibt aber eine zentrale Herausforderung von Logistikunternehmen in Zeiten der Digitalisierung. Mitarbeiter und Führungskräfte müssen neue Kulturtechniken und berufliche Fertigkeiten und Kompetenzen erlernen. Dies trifft letztendlich auch auf die Selbstbestimmung zu, auch wenn dies so gut wie nicht thematisiert wird.

Selbstbestimmtheit stärken

Logistikunternehmen sind seit Jahrzehnten darauf trainiert, die stetig komplexer und anspruchsvoller werdenden Vorgaben ihrer Kunden immer schneller und kostengünstiger umzusetzen. Die Null Fehler Philosophie in den Wertschöpfungsprozessen bestimmt das Handeln im gesamten Unternehmen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit dominiert das Tagesgeschäft. Selbstbestimmung rückt damit in den Hintergrund. Change-Management und Reifegradorientierung können den digitalen Transformationsprozess der KMU LDL nicht nur unterstützen und beschleunigen, sondern dabei helfen, die nächsten wichtigen Schritte zur Selbstbestimmtheit erfolgreich zu gehen.

Digitalisierung als Chance

Die digitale Transformation ist eine zentrale Herausforderung. Unternehmen, Verbände und Politik haben schon vor Jahren erkannt, dass Digitalisierung notwendig ist, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit einzelner Firmen und der gesamten deutschen Volkswirtschaft zu sichern. Auch für KMU LDL bietet die Digitalisierung erhebliche Chancen. In ihr liegt ein großes Potenzial den eigenen Marktanteil nicht nur zu halten, sondern aktiv und selbstbestimmt auszubauen.

Zur Person

Hubert Vogl lehrt an der IUBH Internationalen Hochschule als Professor für Logistikmanagement. Seine Schwerpunkte sind Beschaffungs- und Produktionslogistik, Logistikdienstleistung und Supply Chain Management. Im Rahmen seiner Forschungsaktivitäten stehen digitale Transformationsprozesse bei KMU sowie innovative Nachhaltigkeitskonzepte in den Lieferketten im Fokus. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Scherm Gruppe hat sich Vogl mit der Planung und Umsetzung von Logistik- und Produktionsstandorten auseinandergesetzt – von der Ausschreibung bis zur Inbetriebnahme und Hochlaufbetreuung. Daneben stand der Aufbau prozessorientierter Managementsysteme im Mittelpunkt seiner Tätigkeit.

Von RMW

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