3 207 Teilnehmer besuchten den Deutschen Logistik-Kongress 2019 01.11.2019, 00:00 Uhr

Logistik treibt die digitale Veränderung

Unter dem Motto „Mutig machen“ fand vom 23. bis zum 25. Oktober der Deutsche Logistik-Kongress 2019 der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Berlin statt. Der Wirtschaftsbereich zeigt sich nach zehn Wachstumsjahren derzeit skeptisch, was die weitere Entwicklung angeht.

3 207 Logistikexperten trafen sich Ende Oktober in Berlin zum Deutschen Logistik-Kongress der Bundesbereinigung Logistik (BVL). Bild: BVL/Kai Bublitz

3 207 Logistikexperten trafen sich Ende Oktober in Berlin zum Deutschen Logistik-Kongress der Bundesbereinigung Logistik (BVL). Bild: BVL/Kai Bublitz

Robert Blackburn äußerte sich in seiner Eröffnungsrede entsprechend zurückhaltend. „Um die Konjunktur anzukurbeln, haben Notenbanken früher Zinsen gesenkt. Das geht angesichts der Nullzinsphase derzeit nicht und das macht Sorge“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BVL. Die größten Risiken für den Wirtschaftsbereich Logistik liegen aus seiner Sicht in den weltwirtschaftlichen Unsicherheiten, die ganz überwiegend Folgen schlechter Politik seien. Insbesondere gelte das für die ungelösten und sich möglicherweise ausweitenden Handelskonflikte – und für den Brexit mit seinen Implikationen für das Gesamtgefüge in Europa.

„Mutig machen“, das Motto des Kongresses, liege ihm sehr am Herzen, so Blackburn. „Ich bin davon überzeugt, dass Erfolg von Mut abhängig ist. Courage ist eine Mischung aus Selbstvertrauen und Entschlossenheit. Sie ist gleichzeitig ein gutes Mittel gegen sich selbst erfüllende Prophezeiungen – vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ Gerade die Digitalisierung beinhalte große Chancen für die Logistiker in Industrie, Handel und für die Logistikdienstleistungsunternehmen.

Blackburn sieht die Logistik als Treiber der digitalen Veränderung und als „DIE“ Schlüsselfunktion der Zukunft. Sie könne die gestaltende Kraft auf vielen wirtschaftlichen Feldern sein – und zwar in allen drei Dimensionen – ökonomisch, ökologisch, sozial – in den Unternehmen selbst und über Unternehmensgrenzen hinweg. „Der Informations-, Daten- und Güteraustausch wird unternehmensübergreifend und multimodal stattfinden. Logistikprozesse werden über Plattformen vernetzt, also transparenter, agiler, resilienter und nachhaltiger sein“, erläuterte Blackburn das Zukunftsszenario.

Wirtschaftliche Entwicklung

Was den mittelfristigen Geschäftsverlauf angeht, zeigen sich die Logistiker skeptisch. Dies dokumentiert auch der Logistik-Indikator der BVL, der im September für das dritte Quartal veröffentlicht worden ist. Obwohl die Geschäftslage im expansiven Bereich verharrte, rutschte das Geschäftsklima erstmals seit sechs Jahren unter die neutrale 100er Marke ab. Grund dafür sind die Erwartungen, die in seltener Einigkeit in der Industrie, im Handel und bei den Logistikdienstleistern im kontraktiven Bereich liegen. Der Kurvenverlauf sieht aus wie vor der großen Krise der Jahre 2008/2009 – nur nicht so steil. „Mit dieser Realität müssen wir uns aktiv auseinandersetzen“, so Blackburn.

Zum Jahresende 2019 kann der Wirtschaftsbereich Logistik voraussichtlich zum neunten Mal hintereinander ein stabiles Wachstum von zwei Prozent vermelden. Die Basis dafür wurde in den beiden lebhaften ersten Quartalen gelegt. Die Hochrechnung der Logistikweisen für den Umsatz lautet: 279 Milliarden Euro (nach 274 Milliarden Euro 2018) bei einer stabilen Beschäftigtenzahl von etwas mehr als 3,2 Millionen Menschen bei den Logistikdienstleistern und in den Logistikfunktionen von Industrie und Handel. Bei der Prognose für 2020 geht das Gremium um Prof. Christian Kille von 2,2 Prozent Wachstum aus.

Galaabend

Mit einem inhaltlichen Highlight wartet auch in diesem Jahr der Galaabend auf. Bevor es an die Verleihung des Deutschen Logistik-Preises ging, begrüßte der Vorsitzende der BVL-Geschäftsführung, Prof. Thomas Wimmer, den Botschafter der Volksrepublik China, S. E. Wu Ken, zu einem Gespräch auf der Bühne der Arena Berlin. Dritter im Bunde war Erich Staake, Vorstandsvorsitzender von Duisport. Im Gespräch der drei ging es um die Chancen und Perspektiven der Neuen Seidenstraße, also der von China vorangetriebenen Belt-and-Road-Initiative. Vom Duisburger Hafen aus führt der Weg entlang der eisernen Seidenstraße über Polen, Russland und Kasachstan bis in die chinesischen Städte Chongqing, Wuhan und Yiwu. Bis zu 35 Züge wöchentlich rollen heute schon über die 11 000 Kilometer lange Strecke. Das geplante Projekt umfasst eigentlich zwei Routen. Der nördliche „Silk Road Economic Belt“ verläuft von China über Zentralasien, den Iran, die Türkei und die russische Hauptstadt Moskau bis nach Zentral- und Westeuropa. Die südliche „Maritime Silk Road“ soll Chinas Seehandel mit Südostasien, dem Mittleren Osten, Ostafrika und Europa verbinden.

Künstliche Intelligenz trifft Logistik

Die Logistik erweist sich zunehmend als ideales Spielfeld für den Einsatz KI-basierter Algorithmen: Transportoptimierung, intelligente Sensorik und Prozessautomatisierung sind Beispiele für potenzielle Anwendungen. Dennoch stehen Unternehmen häufig vor der Frage, unter welchen Voraussetzungen sich der Einsatz von KI rentiert und welche Faktoren dabei zu berücksichtigen sind. Anhand von Anwendungsfällen zeigten während des Kongresses mehrere Referenten, wie die erfolgreiche Integration von KI in das operative Geschäft gelingen kann und welche Vorteile daraus resultieren. Des Weiteren wurde erörtert, welche technologischen Weiterentwicklungen im Laufe der nächsten Jahre zu erwarten sind und wie sich KI (noch) stärker in der Breite verankern lässt. 

Der Deutsche Logistik-Preis 2019

Für das Projekt „Logistics Next“ zeichnete die Bundesvereinigung Logistik (BVL) in diesem Jahr die BMW Group mit dem Deutschen Logistik-Preis aus. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der Auftaktgala des Deutschen Logistik-Kongresses.

Aufgesetzt wurde das prämierte Transport- und Intralogistik-Projekt im Jahr 2016. Bei dem Vorhaben geht es darum, mit neuesten Technologien einfach und schnell auf Änderungen reagieren zu können, die in der Automobilproduktion täglich vorkommen. Dazu zählen Künstliche Intelligenz (KI), Industrie 4.0-Konzepte, autonom fahrende Transportfahrzeuge, Elektromobilität und andere alternative Antriebe, aber auch Pick-, Transfer-, Sortier- und Platzierroboter als Dienstleister für menschliche Arbeit. Der Einsatz von Datenbrillen und papierlose Logistikprozesse sowie die intensive Einbindung von Fach- und Führungskräften in die Erneuerung und Verbesserung betrieblicher Abläufe runden das Projekt ab.

Bild: BVL/Kai Bublitz

Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. Schlachte 31 28195 Bremen Tel. 0421 173 84 0 bvl@bvl.de www.bvl.de

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