Transparenz in der Transportkette 26.11.2020, 19:25 Uhr

Einsatz von digitalen Technologien steigt signifikant

Jedes zweite Unternehmen sagt, dass die Relevanz einer transparenten Supply Chain in den letzten Monaten zugenommen hat. Dies ist ein Ergebnis des 13. Hermes-Barometers „Transparenz in der Supply Chain“. Hermes Germany hat dafür 200 Logistikentscheidern deutscher Unternehmen befragt.

Jedes zweite Unternehmen sagt, dass die Relevanz einer transparenten Supply Chain in den letzten Monaten zugenommen hat. Foto: panthermedia.net/everythingposs

Jedes zweite Unternehmen sagt, dass die Relevanz einer transparenten Supply Chain in den letzten Monaten zugenommen hat.

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Für jedes zweite Unternehmen nahm die Relevanz einer transparenten Lieferkette in den vergangenen Monaten zu. Doch obwohl der Einsatz notwendiger Technologien gestiegen ist, verzögern zahlreiche Hemmnisse wie beispielsweise Sicherheitsbedenken und Kommunikationsprobleme die Anstrengungen der Unternehmen, eine transparente Supply Chain zu realisieren. Dies ist ein Ergebnis des 13. Hermes-Barometers „Transparenz in der Supply Chain“, eine Umfrage von Hermes Germany unter 200 Logistikentscheidern in deutschen Unternehmen.

Deutlich gestiegen sind vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sowie wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten insbesondere die Informationsanforderungen an die Lieferketten: 47 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass eine transparente Supply Chain durch die Pandemie eine deutlich größere Bedeutung erhalten hat. Rund ein Viertel der Befragten bestätigte darüber hinaus der Aussage, dass die Komplexität innerhalb der eigenen Lieferkette zunimmt und sich die Risiken über den gesamten Produktions- und Vertriebsprozess nur schwer kontrollieren lassen.

Dies sind die Hindernisse auf dem Weg zur transparenten Lieferkette

Wie bereits in der Befragung im Jahr 2017 sind Kommunikationsprobleme zwischen den beteiligten Partnern und die nicht vorhandene Vernetzung mit Lieferanten und Handelspartnern auch in diesem Jahr die Haupthindernisse bei der Verwirklichung einer transparenten Lieferkette. 46 % der Umfrageteilnehmer werden durch Sicherheitsbedenken und durch fehlendes Vertrauen (43 %) daran gehindert, Daten mit ihren Partnern zu teilen. Dies allerdings bildet die Basis für eine optimierte Kommunikation und die Steigerung der Transparenz innerhalb einer Supply Chain. „Die Nutzung einer gemeinsamen SCM-Software, mit der sich Zugriffsrechte definieren und Daten sicher teilen lassen, könnte hier eine nutzbringende Lösung für alle Beteiligten sein“, sagt Moritz Gborglah, Division Manager International Freight bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany.

Kleinere Unternehmen können Know-how oft nicht binden

Des Weiteren sind nicht vorhandene personelle Ressourcen ein relevantes Hindernis für eine intensivere Zusammenarbeit. Dies ist insbesondere bei jedem zweiten kleineren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern der Fall. „Gerade kleineren Unternehmen fällt es schwer, Know-how langfristig im Unternehmen zu binden“, so Gborglah. Zusätzlich erschwert wird die Transformation nach wie vor durch den hohen Zeit- und Kostenaufwand für die Implementierung notwendiger Technologien.

Technologienutzung nimmt zu

Jedoch ist der Einsatz von Technologien für die Supply Chain Planung globaler Lieferketten hochgradig relevant: 75 % der Entscheider bestätigten die Aussage, dass vor allem digitale Technologien von entscheidender Bedeutung sind, um auch bei zukünftigen Krisen über eine widerstandsfähige Supply Chain zu verfügen.

Diese Auffassung spiegelt sich auch in der Technologienutzung wider. Deren Wert hat im Vergleich zu 2017 signifikant zugenommen. Einen besonders hohen Zuwachs verzeichnen die Nutzung von Dashboards (plus 17 %), Portalen und Plattformen (plus 16 %) und Cloud-Lösungen (plus 13 %). Zukunftsweisende Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) oder Blockchain nutzen derzeit 10 % der befragten Unternehmen. Diese Entwicklung zeigt eindeutig, dass in der Fläche nur bereits erprobte Technologien Verwendung finden. „Für die Anwendung innovativer Technologien braucht es mehr Best-Practice-Beispiele, an denen sich die Unternehmen orientieren können“, begründet Gborglah. Sein Unternehmen habe beispielsweise gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Big Data gemacht. Diese Erfahrungen würden jetzt an die Kunden weitergegeben.

Jede dritte Lieferkette ist transparent

Etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer sehen ihre Unternehmen gut aufgestellt und ebenfalls für größere Disruptionen vorbereitet. 55 % von ihnen verneinten die Aussage, dass in Folge der Pandemie zuvor nicht sichtbare Schwachstellen in der Supply Chain aufgedeckt wurden. „Das Bewusstsein für die eigenen Prozesse und Limitationen scheint gewachsen zu sein“, sagt Gborglah. Der Experte betont in diesem Zusammenhang wie wichtig es sei, dass Unternehmen die wachsende Bedeutung der eigenen Supply Chain für die Performance des gesamten Unternehmens erkennen.

Digitale Echtzeit-Supply Chains nehmen zu

Das zunehmende Wissen hängt wahrscheinlich auch mit der gesteigerten Transparenz innerhalb deutscher Lieferketten zusammen. Den Umfrageergebnissen zufolge verfügen aktuell 32 % der befragten Unternehmen über eine digitale Echtzeit-Supply Chain, um damit Risikofaktoren in der Lieferkette zu identifizieren. Im Jahr 2017 sind es nur 20 % gewesen. „Diese Entwicklung ist durchaus positiv zu bewerten“, sagt Gborglah und ergänzt: „Sie zeigt jedoch auch, welchen Weg knapp 70 % der Unternehmen noch zu gehen haben, um langfristig erfolgreich am Markt bestehen zu können.“

Unterstützung dabei, Optimierungspotenziale entlang der Supply Chain zu identifizieren und zu nutzen, erhalten Unternehmen von Logistikexperten wie Hermes Germany. Nach einer ganzheitlichen Analyse werden vorhandene Prozesse analysiert und dann Handlungsempfehlungen beziehungsweise konkrete Schritte für die Verbesserung der Nachhaltigkeit und die Erhöhung der Effizienz innerhalb der Supply Chain vorgeschlagen.

Das vollständige Hermes-Barometer und weitere Informationen zum Thema Supply Chain Management oder Logistik 4.0 finden sich im Hermes Supply Chain Blog: www.hermes-supply-chain-blog.com.

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Von RMW

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