Neuer Film der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE) zeigt Einsparpotenziale an praktischem Beispiel 01.06.2019, 00:00 Uhr

Digitalisierung fördert Ressourceneffizienz

Digitale und vollautomatisierte Abläufe steigern die Ressourceneffizienz von Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Am Beispiel einer Blechwarenfabrik werden in dem neuen Filmbeitrag der VDI ZRE die Ressourceneffizienzpotenziale aufgezeigt, die sich mithilfe von Digitalisierung und Automation heben lassen.

Digitalisierung fördert Ressourceneffizienz – ein neuer Film des VDI Zentrums Ressourceneffizienz zeigt Einsparpotenziale am praktischen Beispiel. Bild: VDI ZRE

Digitalisierung fördert Ressourceneffizienz – ein neuer Film des VDI Zentrums Ressourceneffizienz zeigt Einsparpotenziale am praktischen Beispiel. Bild: VDI ZRE

Die Blechwarenfabrik Limburg GmbH verarbeitet pro Jahr etwa 20 000 t Weißblech zu rund 80 Mio. Dosen, Kanistern und Eimern. Stetig anhaltendes Wachstum führte dazu, dass es am bisherigen Standort im Herzen Limburgs zunehmend zu Kapazitätsengpässen kam. Das Unternehmen wäre nach Aussage seines CEO, Sebastian Trappmann, auf sehr „spezielle Lösungen“ angewiesen gewesen, hätte es den alten Standort halten wollen. Mit dem Umzug vom Rand der Altstadt an einen neuen Standort bei Limburg vollzog das Unternehmen aber den Schritt ins Zeitalter der Industrie 4.0. Dafür wurden insgesamt 30 Mio. € investiert.

Vernetzung führt zu Effizienzgewinn

Die wesentliche Neuerung stellen der Einsatz und die hochgradige Vernetzung verschiedener IT-Systeme dar. Beispielsweise steuert ein Produktionsplanungssystem (PPS) über ein Manufacturing Execution System (MES) sämtliche Produktionsprozesse. Ein Energie- managementsystem (EMS) analysiert und reguliert die Energieströme, die im Fertigungsprozess und der Gebäudetechnik auftreten (z. B. Druckluft und Klimatechnik). Alle Daten laufen in einem Business Intelligence System (BI) zusammen, in dem die Produktions- und Energiedaten in Relation zueinander gesetzt und mit Soll-Werten abgeglichen werden. Stellt das BI beispielsweise fest, dass mehr Druckluft für eine bestimmte Anzahl von Dosen verbraucht wird als vorgesehen, alarmiert es einen Techniker. Dieser kann umgehend nach Leckagen suchen und sie beseitigen – das spart Energie.

Wie Hugo Sebastian Trappmann betont, wird es durch die eingesetzten Möglichkeiten der Digitalisierung und Automation möglich, Ressourcen weitaus effizienter einzusetzen, Arbeitsweisen effizienter zu gestalten und so zu erreichen, dass keine Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

Keine undefinierten Lager mehr

Und auch das Lagern und Transportieren laufen jetzt vollständig digital. Ein Warehouse Management System (WMS) steuert die fahrerlosen Transportsysteme und die Bewegungen im Lager. Das fördert die effiziente Ausnutzung von Lagerfläche, zudem mindert es die Gefahr von Beschädigungen an den Blechen, die durch unsachgemäßes manuelles Transportieren entstehen könnten. Aufgrund dieses gut organisierten Materialtransports werden jährlich 100 t Weißblech eingespart.

WMS wurde mit der Photovoltaik-Anlage kombiniert

Auf dem Dach der Fabrik sind außerdem über 2 500 Solareinheiten installiert, die ein Drittel des benötigten Stroms im Unternehmen liefern. Das Besondere dabei: Das Warehouse Management System (WMS) steuert in Abhängigkeit der Stromverfügbarkeit automatisch die Bewegung der Warenströme im Lager, d. h. energieintensive Lagerbewegungen werden dann ausgeführt, wenn besonders viel Strom durch die hauseigene Photovoltaik-Anlage erzeugt wird.

Darüber hinaus wird die in der Produktion anfallende Abwärme zum Heizen, beispielsweise der Verwaltungsräume, und zur Erzeugung von Warmwasser genutzt.

Resümee

Alles in allem spart das Unternehmen auf diese Weise jährlich rund eine halbe Million Euro Material- und Energiekosten ein und konnte seine Treibhausgasemissionen um mehr als 2 600 t pro Jahr verringern.

Der Film „Industrie 4.0 am Beispiel – Ressourceneffizienz durch Digitalisierung“ ist auf dem YouTube-Kanal des VDI ZRE „Ressource Deutschland TV“ oder im WebVideomagazin abrufbar.

Weitere Informationen sind erhältlich auf der Internetseite https://www.ressource-deutschland.de/ 

Ressourceneffizienz lohnt sich!

Wussten Sie, dass Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe durchschnittlich 45 % ihrer Gesamtkosten für das Material ausgeben? Dabei würden sie mit der Senkung des Materialverbrauchs nicht nur bares Geld sparen, sondern auch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten. Denn Ressourceneffizienz ist in Zeiten knapper Rohstoffe von immenser Bedeutung.

Den effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen gilt es zu stärken und zu fördern. Ressourcen sind dabei weit mehr als Energieträger – Rohstoffe, zum Beispiel Erze, Bodenschätze oder Wasser, Nutzflächen und vieles mehr gehören dazu. Ressourceneffizienz bedeutet, Strategien zu entwickeln, damit weniger Rohstoffe eingesetzt, Prozesse ressourcenschonender gestaltet und nachhaltige Verfahren unterstützt werden.

Die Website www.ressource-deutschland.de bietet branchenspezifische Informationen, Instrumente, Publikationen und Filme zum Thema Ressourceneffizienz. Auf der Website erfahren Sie, wie Sie durch den effizienten Einsatz von Ressourcen im Betrieb oder innerhalb der Produktionsprozesse mehr Nutzen erzielen und nachhaltig Kosten sparen können. Das sichert nicht nur Ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern macht Ihren Betrieb auch fit für die künftigen Herausforderungen am Markt.

Das Kompetenzzentrum Ressourceneffizienz ist ein Projekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums und bündelt das verfügbare technische Wissen über den effizienteren Verbrauch von Material und Energie. Das branchenspezifische Know-how stellt es den Unternehmen zur Verfügung. Das Projekt ist bei der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH angesiedelt.

Redaktion

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