Intralogistik-Konjunktur im Pandemiejahr 2020 16.02.2021, 14:06 Uhr

Deutsche Intralogistikhersteller verlieren 10 % Produktionsvolumen

Die Cotona-Pandemie geht auch an der Intralogistik-Branche nicht spurlos vorbei, wie die aktuellen Zahlen beweisen, die der VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik jetzt veröffentlichte.

Nach Angaben des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik verbuchten die deutschen Intralogistikhersteller im Jahr 2020 ein geschätztes Minus von 10 % im Produktionsvolumen. Foto: panthermedia.net/jukai5

Nach Angaben des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik verbuchten die deutschen Intralogistikhersteller im Jahr 2020 ein geschätztes Minus von 10 % im Produktionsvolumen.

Foto: panthermedia.net/jukai5

Keine guten Nachrichten für die Branche. Nach Angaben des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik verbuchten die deutschen Intralogistikhersteller im Jahr 2020 ein geschätztes Minus von 10 % im Produktionsvolumen. Dies bedeutet, dass die Produktion in Summe auf 22 Mrd. Euro zurückging. Zum Vergleich: Dieser Wert lag 2019 noch bei 24,5 Mrd. Euro. „Die Pandemie hat sich natürlich auch auf die Intralogistikbranche ausgewirkt, wenn auch in den einzelnen Produktbereichen sehr unterschiedlich. Neben einem Auftragsrückgang in einigen Sparten waren wir vor allem mit Kurzarbeit, Materialengpässen und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. Seit dem Herbst stabilisiert sich die Situation wieder“, sagt Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und CEO der Kion Group AG und ergänzt: „Ein stark positiver Treiber war 2020 vor allem der E-Commerce. Das zusätzliche Onlinegeschäft, beispielsweise mit Waren des täglichen Bedarfs, hat für eine verstärkte Nachfrage nach hochautomatisierten Intralogistiklösungen gesorgt.“ Für das aktuelle Jahr rechnet der Fachverband daher mit einem Wachstum von 8 %. Dies würde einem Produktionsvolumen von 23,8 Mrd. Euro entsprechen.

Die Situation in den internationalen Märkten

Ebenfalls ein Minus verbucht das Exportgeschäft der deutschen Intralogistikhersteller in 2020. „Wir schätzen, dass das Exportvolumen insgesamt um etwa 15 % rückläufig ist. Gerade in den wichtigsten Kernmärkten gab es starke Rückgänge“, sagt Sascha Schmel, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik. Dies betreffe zum Beispiel den EU-27-Binnenmarkt. Dieser verzeichnete bis einschließlich November 2020 fast 20 % weniger Exporte als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Schmel: „Die hiesigen Hersteller profitierten in den vergangenen Jahren stark von der Nachfrage innerhalb der EU. Besonders Frankreich, die Niederlande und Italien waren hier die Hauptabnehmer. Diese Exportbeziehungen gingen 2020 deutlich zurück.“ Auch Ausfuhren in die USA – bis jetzt wichtigster Einzelabnehmer deutscher Intralogistiklösungen – seien in diesem Zeitraum um geschätzte 23 % zurückgegangen. Exporte nach China hätten um rund 10 % abgenommen.

Blick aus den gesamten Maschinen- und Anlagenbau

Auch auf den gesamten Maschinen- und Anlagenbau wirkte sich das Krisenjahr 2020 spürbar negativ aus: Nach vorläufigen Berechnungen sank die Produktion um real 12,1 %. Dies ist nach Angaben des Industrieverbands das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Für das laufende Jahr rechnen die Experten des VDMA mit einem realen Produktionszuwachs von 4 %. Angesichts des hohen Rückgangs im vergangenen Jahr stelle dies jedoch lediglich den Beginn einer Aufholphase von niedrigem Niveau aus dar.

Von Rolf Müller-Wondorf

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