Im Hafen Antwerpen sorgen autonome Drohnen für Sicherheit und Übersicht 25.02.2021, 11:43 Uhr

Der „Hafen der Zukunft“ nimmt Gestalt an

Erstmals setzte der Hafen Antwerpen jetzt autonome Drohnen ein und sichert damit die komplexe Hafenumgebung. Das selbstständig agierende Fluggerät übernimmt zahlreiche Aufgaben in den Bereichen Kontrolle und Inspektion. Sie ist Teil der Plattform „Port of the Future“, mit der neue Innovationen in der Hafenumgebung eingeführt werden.

Drohnen sollen in Zukunft im Hafen Antwerpen für mehr Sicherheit und Übersicht sorgen. Foto: Hafen Antwerpen

Drohnen sollen in Zukunft im Hafen Antwerpen für mehr Sicherheit und Übersicht sorgen.

Foto: Hafen Antwerpen

Das Gebiet des Hafen Antwerpen ist riesig. Es erstreckt sich über mehr als 120 km² und zählt zur „kritischen“ Infrastruktur Belgiens. Dieses Gebiet gilt es entsprechend abzusichern. Dabei können Drohnen einen wichtigen Beitrag leisten. Sie vermitteln eine einzigartige Perspektive aus der Höhe und erlauben es der Hafenbehörde, das große Gebiet sicher und schnell zu verwalten, es zu kontrollieren oder zu inspizieren. Zuletzt wurde dafür erstmals eine autonome Drohne eingesetzt, welche in enger Zusammenarbeit mit der Firma DroneMatrix entwickelt wurde. „Für DroneMatrix sind die Häfen wichtige Schwerpunktbereiche; die Möglichkeiten für den Einsatz automatisierter Drohnen in diesen Bereichen sind endlos. Erhöhte Sicherheit, erweiterte Inspektionsmöglichkeiten und ein stark verbessertes ‚Situationsbewusstsein‘, das die Effektivität menschlicher Eingriffe erhöhen kann: Dies sind nur einige der Vorteile unserer YACOB-Technologie, die auf flämischem Boden entwickelt wurde. Unsere Hard- und Softwareentwicklungen sind inzwischen soweit herangereift, dass wir jetzt wirklich loslegen können. In den kommenden Monaten wird DroneMatrix mehrere Early-Adopter-Programme starten, bei denen diese Technologie zum ersten Mal auf industriell skalierbare Weise eingesetzt werden wird“, sagt Lander Vanwelkenhuyzen, General Manager DroneMatrix:

Hafengebiet unter permanenter Beobachtung

Das jetzt in Antwerpen installierte Fluggerät startet von einer festen Ausgangsbasis in der Nähe der Kieldrechtschleuse aus und folgt einer festgelegten Route im Hafen. Die Drohne kann aber auch auf Anfrage eingesetzt werden, etwa in Notfällen, um sich einen schnellen Überblick über die Gefahrensituation zu verschaffen. Dabei funktioniert das Flugobjekt vollkommen autonom und sie lädt sich über eine intelligente Dockingstation auf, welche über eine Webplattform zentral verwaltet wird. „Drohnen sind angesichts der riesigen Fläche des Hafengebiets ein Hebel bei der Erfüllung unserer Kernaufgaben als Hafenbehörde. Dank eines Netzwerks von Drohnen können wir das Geschehen im Hafen besser im Auge behalten. Über unsere Innovationsplattform ‚Port of the Future‘ und die Zusammenarbeit mit Partnern wie Dronematrix können wir technologische Innovationen beschleunigen – nicht nur für Drohnen, sondern auch für vielversprechende Entwicklungen in der autonomen Schifffahrt, intelligente Kameras und Sensoren. Auf diese Weise arbeiten wir auf einen sicheren, effizienten und intelligenten Hafen hin: den Hafen der Zukunft“, erläutert Erwin Verstraelen, Chief Digital & Innovation Officer Hafen Antwerpen.

Vielfältige Anwendungsfälle

Es ist vorgesehen, dass die Drohne in Zukunft für sehr unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt werden wird. Dazu zählen beispielsweise das Monitoring und die Überwachung, die Inspektion der Infrastruktur, das Erkennen von Treibgut oder Ölflecken die Liegeplatzverwaltung oder aber das Vorfallmanagement. Das Ziel ist, die unterschiedlichen Anwendungen in einer komplexen und realistischen Umgebung (beispielsweise Windturbinen, Seveso-Anlagen, Hochspannung) zu testen, damit sie künftig den Dienst Harbour Safety & Security (HSS) unterstützen. Zudem werden im Jahr 2021 weitere Tests mit anderen autonomen Systemen stattfinden. Dies dient der Vorbereitung auf die Umsetzung eines operativen Netzwerks autonomer Drohnen, das bereits im Jahr 2022 Realität werden soll.

Autonome Drohnen im Netzwerk

Wie die Verantwortlichen im Hafen Antwerpen betonen, wird der Drohnen-Einsatz im Hafen der Zukunft eine immer wichtigere Rolle übernahmen. Ziel ist ein ganzes Netzwerk autonom agierender Drohnen, das einen „Live-Feed“ der verschiedenen Hafenaktivitäten liefern kann. Umfangreiche Tests wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Rahmen der Teilnahme des Hafens Antwerpen am SAFIR-Projekt durchgeführt. Diese sollten die Machbarkeit unbemannter und bemannter Drohnen im Hafengebiet untersuchen. Ende 2020 verständigten sich der Hafen Antwerpen und die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) zudem auf ein gemeinsames Projekt, das eine pilotengesteuerten Drohne beinhaltet.

Fazit

Diese ersten Tests mit Drohne im Hafengebiet sind das Ergebnis einer Innovationsplattform, die der Hafen Antwerpen industriellen Akteuren und Technologieentwicklern zur Verfügung stellt, um innovative Technologien in der Hafenumgebung zu testen und deren Entwicklung weiter zu beschleunigen. Damit möchten die Hafenbetreiber nicht nur deren eigene Ambitionen beim Drohneneinsatz verwirklichen, sondern diese Möglichkeit auch anderen Interessengruppen innerhalb der Hafenplattform bieten. Dazu die Hafenschöffin Annick De Ridder: „Wir tun alles, was wir können, um einen sicheren Hafen zu gewährleisten, und dafür werden Drohnen in naher Zukunft unverzichtbar werden, auch in unserem Hafen. Innovation und Digitalisierung sind entscheidend, um das nachhaltige Wachstum unseres Hafens auf lange Sicht sicherzustellen. Der Hafen Antwerpen ist daher die treibende Kraft hinter der Erfindung und Realisierung von Lösungen für die Herausforderungen von morgen. Der Hafen ist das ideale Umfeld, um innovative Technologien zu testen und weiterzuentwickeln.“

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