Automatische Entsorgung von Altkartons mit dem Plattenketten-Fördersystem deniway von Ferag 01.10.2019, 00:00 Uhr

Systemlösung aus einem Guss

Das Plattenketten-Fördersystem deniway eignet sich gut zur Entsorgung von Altkartons im Order Fulfillment-Prozess und im Wareneingang. Dazu hat die Schweizer Ferag AG ihren Klassiker gezielt angepasst. So sorgt unter anderem eine verbesserte Seitenführung für einen staufreien Abtransport der Verpackungsmaterialien. Bei Anwendern wie Zalando in Brieselang/Berlin, Erfurt und Mönchengladbach sowie DHL in Hamburg hat das leicht skalierbare System bereits seine ersten Feuerproben mit Bravour bestanden.

Zalando Brieselang/Berlin: Der Versandhändler setzt deniway-Förderer zur Entsorgung von Altkartonage seit fünf Jahren erfolgreich im Retouren-Management ein. Bild: Ferag

Zalando Brieselang/Berlin: Der Versandhändler setzt deniway-Förderer zur Entsorgung von Altkartonage seit fünf Jahren erfolgreich im Retouren-Management ein. Bild: Ferag

Das zum 1. Januar 2019 in Kraft getretene Verpackungsgesetz, die deutsche Umsetzung der europäischen Verpackungsrichtlinie 94/62/EG, nimmt Online-Händler als Hersteller und Vertreiber von Verpackungen noch stärker in die Pflicht. Die Gesetzesnovelle, die die bisherige Verpackungsverordnung ablöste, verändert nicht nur die Spielregeln. Zugleich zeigt sie, dass der Entsorgung von Verpackungsmaterialien im E-Commerce-Bereich ein hoher Stellenwert zufällt. So muss jeder Versandhändler im Rahmen seiner Systembeteiligungspflicht minutiös nachweisen, dass er Karton, Pappe, Kunststofffolien und andere Verpackungsmaterialien umweltgerecht beseitigt. Das heißt: Im Wareneingang, in der Kommissionierung oder im Retouren-Management anfallende Abfallstoffe müssen für das spätere Recycling vorbereitet werden. Altkartons etwa wandern in eine Papierpresse, in der sie vor ihrer Wiederaufbereitung komprimiert werden.

Ergonomische Überkopf-Lösung

Ferag hat für das innerbetriebliche Handling solcher Altkartons auf Basis des bewährten deniway-Systems eine effiziente und ergonomische Lösung entwickelt. Dabei punktet die deniway-Technologie mit ihrer leicht zu realisierenden 3D-Fähigkeit. Denn die Beschäftigten der Versandhändler und Fulfillment-Dienstleister werfen die an ihren Arbeitsstationen anfallenden Leerkartons buchstäblich auf kontinuierlich über sie hinweg rollende deniway-Platten. Versuche mit unterschiedlichen Probanden ergaben eine optimale Höhe von zwei Metern für die über Kopf montierte Anlage. An Stellen, wo Mitarbeiter nichts aufwerfen, kann die Förderstrecke – je nach Anforderung des Kunden – durchaus höher angebracht sein. Bei Zalando in Erfurt klettert die deniway-Linie abseits der Arbeitsplätze auf bis zu vier Meter Höhe, um Gabelstaplern und anderen am Boden verkehrenden Fahrzeugen ausreichend Durchlass zu bieten. Mithilfe von Wendeln kann sich das deniway-System kurzfristig auf ein sehr hohes Hallenniveau hinauf- und dann auch wieder hinabwinden. Kleinere Steigungen schafft der modular aufgebaute Plattenkettenförderer über vertikales Anheben des Transportweges. Dank ihres geringen Gewichts und ihres flexiblen Layouts lassen sich deniway-Anlagen in vielen Umgebungen implementieren. Selbst die Decken von Bestandsimmobilien sind meist statisch in der Lage, eine deniway-Linie zu tragen.

Basis für Altkarton- entsorgung

Die Umsetzung eines Materialflusssystems zur Entsorgung von Altkartons birgt für Fördertechnik-Entwickler eine Reihe von Fallstricken. Dazu gehört, dass sich einzelne Kartons auf ihrem Weg zur Verdichterpresse ineinander verhaken und so das System durch Staus zum Stillstand bringen. Darüber hinaus setzen kleine Zellstoffpartikel und Staub der Fördertechnik derart zu, dass sie im regelmäßigen Turnus gesäubert und gewartet werden muss, um nicht auszufallen. Die Ferag-Ingenieure umgingen bei ihrer waste conveyor-Lösung gezielt solche Probleme. Sie entschieden sich aus gutem Grund für ein Konzept, das auf der ursprünglich für den Transport von Zeitungen und Zeitschriften entwickelten deniway-Technologie basierte. Deren unschätzbarer Vorteil: Sie erweist sich als ganz und gar immun gegenüber Papierabrieb. Zudem arbeitet sie praktisch verschleißfrei. Letzteres führt dazu, dass das Ferag-System kaum gewartet werden muss. Diesem Aspekt verdankt eine deniway-Anlage unter anderem ihre niedrigen Betriebskosten. Dank der rollenden Abstützung erweist sich die Ferag-Technologie zudem als sehr energieeffizient. So benötigt sie nur eine geringe Anzahl von Antrieben. Beispielsweise reichen ein bis zwei Elektromotoren mit 1,6 Kilowatt Leistung auf den bei Zalando in Brieselang/Berlin oder DHL in Hamburg realisierten Förderstrecken aus. Deren Länge beträgt immerhin 410 bzw. 351 Meter.

Sehr leise Technik schont das Gehör

Ein weiterer Pluspunkt, den eine deniway-Anlage mit sich bringt, macht sich vor allem dort positiv bemerkbar, wo Menschen im unmittelbaren Kontakt mit der Fördertechnik arbeiten müssen. Wer auch immer in die Nähe des Ferag-Systems kommt, ist überrascht, wie leise die Plattenförderkette rollt. Damit punktet die deniway-Technologie auch beim Thema Lärmemission. Dieses Kriterium spielt meist eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, dass Mitarbeiter eine Innovation an ihrem Arbeitsplatz schnell akzeptieren.

Hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern: Die Ferag-Lösung zur Entsorgung von Altkartonage bietet ein ergonomisches und zugleich geräuscharmes Arbeitsumfeld. Bild: Ferag

So begrüßen es die Beschäftigten bei Zalando und DHL, wo erste Anlagen zur Entsorgung von Altkartonage laufen, dass sie weiterhin ohne Gehörschutz ihre Aufgaben verrichten können – obwohl die deniway-Linie nur im geringen Abstand über ihren Köpfen schwebt.

Durchgängiges System

Den Schweizern war es sehr wichtig, ein durchgängiges, absolut betriebssicheres System ohne störende Übergänge anzubieten. Deshalb rüsteten sie das deniway-System durch zahlreiche Detailmodifikationen so auf, dass es alle Herausforderungen meistert, die der Transport von leeren Pappschachteln mit sich bringt. Dazu zählen beispielsweise zusätzliche Leitbleche und Trichterblätter im Kurvenbereich, die ein Herabfallen der Kartons selbst bei sehr eng gestalteten Radien verhindern. Obendrein tragen diese Maßnahmen dazu bei, dass die Verpackungsreste, ohne ineinander zu verkeilen und ohne zu stocken, durch die Kurve geschoben werden. Der Clou kommt am Ende der Förderstrecke: Dort zeigt sich nämlich, dass die Schweizer Ingenieure wirklich an alles gedacht haben. Denn ihre in jeder Hinsicht ausgefeilte Systemlösung impliziert sogar die Möglichkeit, dass die Materialzuführung automatisch von einer Presse zur nächsten wechselt, sobald eine davon voll ist. Damit erlaubt das Ferag-System nicht nur eine reibungslose sondern auch eine kontinuierliche Altkartonentsorgung rund um die Uhr. 

Hans Jürgen JünglingFreier Journalist aus Herrenberg

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