Die neue Produktlinie „Black-Line“ erweitert das bestehende Portfolio von AutoStore 01.01.2019, 00:00 Uhr

„Ich finde unser System unheimlich sexy“

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Peter Bimmermann seinen neuen Posten bei dem norwegischen Systemanbieter AutoStore A. S. angetreten. Als Geschäftsführer der seinerzeit neu gegründeten AutoStore System GmbH vertritt er nun die Interessen des Intralogistik-Anbieters im deutschsprachigen Raum und CEE. Gemeinsam mit dem Manager zogen wir eine Zwischenbilanz und wagten einen Blick in die Zukunft.

Peter Bimmermann, Geschäftsführer der AutoStore System GmbH: „AutoStore“ ist schon fast mystisch. Es ist nur schwer nachvollziehbar, was im Inneren des Zauberwürfels passiert.“ Bild: Rolf Müller-Wondorf

Peter Bimmermann, Geschäftsführer der AutoStore System GmbH: „AutoStore“ ist schon fast mystisch. Es ist nur schwer nachvollziehbar, was im Inneren des Zauberwürfels passiert.“ Bild: Rolf Müller-Wondorf

LfU: Herr Bimmermann – Auto­Store war bis vor einem Jahr im deutschsprachigen Raum ausschließlich durch seine fünf Distributoren AM Automation, Dematic, Element Logic, Hörmann Logistik und Swisslog vertreten. Dann wurde die neue Gesellschaft mit Ihnen als Geschäftsführer gegründet. Welche Gründe führten zu diesem Schritt?

Bimmermann: Wie Sie sicherlich wissen, wurde AutoStore von der schwedischen Investitionsfirma EQT VII übernommen. Hierzu haben die neuen Eigentümer gemeinsam mit dem AutoStore-Management eine zukunftsorientierte Wachstumsstrategie entwickelt. Im Rahmen dieser Strategie wurde entschieden, dass das Unternehmen in den Hauptmärkten – also USA, England, Frankreich und Deutschland – mit eigenen Gesellschaften und Unternehmensvertretern präsent sein soll.

LfU: Das heißt, dass Ihre Distributoren nun in den Hintergrund rücken?

Bimmermann: Auf gar keinen Fall. Das operative Geschäft läuft nach wie vor ausschließlich über unsere Vertriebspartner. Wir als Gesellschaft haben keine einzige Anlage verkauft und werden dies auch in Zukunft nicht tun.

LfU: Sondern Ihre Aufgaben liegen wo?

Bimmermann: Meine Aufgabe sehe ich eher als übergeordnet an. Oder – anders formuliert: Ich bin für das business development in der für AutoStore wichtigen DACH-Region und CEE verantwortlich. Dafür muss ich das Produkt bekannter machen und auch mögliche Anwendungen aufzeigen. Ich halte Vorträge auf Kongressen, bin auf wichtigen Messen präsent oder besuche potenzielle Kunden für ein erstes Beratungsgespräch. Dazu gehören auch Besuche bei bereits bestehenden Anlagen – allerdings in enger Abstimmung mit unseren Vertriebspartnern. Sollte ein Geschäft dann konkret werden, übergebe ich den Interessenten an unsere Distributoren. Die spielen dann ihre Stärken und ihre Erfahrung in der praktischen Umsetzung der Kundenwünsche aus.

„AutoStore bis heute weltweit bei mehr als 300 Benutzern installiert“

LfU: Macht sich Ihr Engagement denn schon bemerkbar?

Bimmermann: Ich denke, dass unser Engagement eine deutliche Wirkung in Richtung Markt hat. Dies beweisen die Klickraten auf unseren deutschsprachigen Websites. Zudem steigerte sich der Auftragseingang insgesamt um 78 %. Und vielleicht noch eine Zahl, die für den Erfolg unseres Systems spricht: Seit der ersten kommerziellen Einrichtung im Jahr 2005 wurde AutoStore bis heute weltweit bei mehr als 300 Benutzern installiert.

LfU: Das klingt sehr gut. Wo sehen Sie denn die Stärken Ihrer Lagerlösung?

Bimmermann (lächelnd): Autostore ist nach meiner Ansicht unheimlich sexy.

LfU: Wie meinen Sie das denn?

Bimmermann (jetzt lachend): Nun – viele Dinge passieren bei unserem System im Verborgenen. In einem mehr oder weniger großen Lagerwürfel, in den niemand hineinschauen kann geschehen Dinge, die sich nicht nachvollziehen lassen. Das macht Autostore schon fast mystisch.

LfU: Sicher – aber es gibt doch auch gut sichtbare Elemente.

Bimmermann (wieder ernster): Natürlich. Wir haben fünf Standard-Module: die Roboter, das Grid, die Ports (Arbeitsstationen), die Bins (Behälter) und den Controller (Steuerung). Das ist noch gut nachvollziehbar. Die Roboter fahren über das Grid, um auf die Lagerartikel, die in den Behältern gelagert werden, zuzugreifen. Sie liefern, holen und bringen die Bins zu den Ports oder Arbeitsstationen, wie die Kommissionieraufträge es vorgeben. Jeder Roboter kann auf jeden Behälter zugreifen und jeder Behälter kann an jede Arbeitsstation gebracht werden. Die scheinbar schwer ergründbaren Geheimnisse des Systems aber liegen woanders: Wie kommt das System an die ganz unten lagernde Kiste? Warum nimmt gerade dieser Roboter die Box auf, obwohl ein anderer viel näher dran war? Und – ganz wichtig – was passiert im Inneren des Lagerwürfels?

LfU: Das leuchtet ein. Sehen Sie denn noch andere Stärken des Systems?

Bimmermann: Auf jeden Fall. Nur sexy sein würde ganz sicher nicht ausreichen. Viel wichtiger für den Anwender ist, dass unser automatisches Lagersystem über eine sehr hohe Lagerdichte verfügt. Auf engstem Raum können wir sehr viel Ware lagern und schnell auslagern. Zudem ist unsere Lösung sehr flexibel in Bezug auf spätere Systemerweiterungen. Das heißt, dass ein Kunde zunächst mit einer kompakten Lagerlösung beginnen kann, die er je nach Geschäftsentwicklung problemlos und schnell durch zusätzliche Behälterstellplätze oder Roboter erweitern kann. Und dies mit kurzen Projektrealisierungszeiten im laufenden Betrieb. Darüber hinaus ist unser System an nahezu jede örtliche Gegebenheit anpassbar. Selbst um die Ecke herum bauen ist kein Problem. Und – was sicher auch nicht ganz unwichtig ist: Autostore ist so energieeffizient, dass für den Betrieb ganz normale 230 V-Steckdosen als Stromversorgung ausreichen.

LfU: Nachdem Sie jetzt so viele Vorteile aufgezählt haben sollten wir auch über die Nachteile des Systems sprechen. Es gibt Kritiker, die an AutoStore die langsame Prozessgeschwindigkeit bemängeln. Wie entgegen Sie diesem Vorwurf?

Bimmermann (erneut lächelnd): Ich bin sehr froh, dass Sie diese Frage stellen. Denn genau zu dieser Problematik werden wir während der kommenden LogiMAT mit der neuen Produktlinie „Black-Line“ als Weltpremiere eine neue Lösung vorstellen. Damit erweitern wir unser bestehendes Portfolio um eine Variante für höhere Durchsatz-Anforderungen. Sie ist besonders interessant für Anwender mit hohen oder sehr volatilen Durchsatzanforderungen. Wer diese Optionen nicht benötigt, der kann natürlich bei der bisherigen Systemlösung bleiben.

LfU: Herr Bimmermann, wir danken für das aufschlussreiche Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolgt bei der Vorstellung Ihrer neuen Produktlinie.

Rolf Müller-Wondorf

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