Tiefgreifender Wandel durch Digitalisierung 01.01.2019, 00:00 Uhr

Digitalisierung ist alles – und nichts ohne Mensch und Technik

Viele produzierende Unternehmen erfahren durch die Digitalisierung einen tiefgreifenden Wandel. Industrie 4.0 ist längst keine Vision mehr – Menschen, Maschinen, Produkte, Rohstoffe, Ladungsträger, Transportmittel und Standorte sind zunehmend vernetzt.

Tom Preller ist Vice President Sales bei der viastore Systems GmbH in Stuttgart. Bild: viastore

Tom Preller ist Vice President Sales bei der viastore Systems GmbH in Stuttgart. Bild: viastore

Produktion und Logistik verschmelzen, die Prozesse sind immer enger verzahnt, Handhabungsaufgaben automatisiert. Die Wertschöpfungskette ist vom Rohstofferzeuger bis zum Endverbraucher digitalisiert, an der Durchgängigkeit arbeiten Wissenschaftler und Praktiker mit Hochdruck. Das Ziel ist die Senkung der Umlaufbestände, mehr Flexibilität und Profitabilität – auch bei Losgröße 1.

Grundvoraussetzung für diese Entwicklung sind leistungsfähige, intelligente und prozessübergreifende Materialfluss-Lösungen. Warehouse- und Materialfluss-Management-Systeme steuern alle Informations- und Güterflüsse ganzheitlich und sind mit anderen Soft- und Hardware-Systemen im Unternehmen vernetzt. Doch Software und Steuerung sind nur dann wirksam, wenn die richtige Hardware die Aufgaben umsetzt. Deshalb erfordert es eine durchdachte Gesamtanlage, um dem Kunden den höchsten Nutzen zu bieten. In diesen Systemen kommen Technologien wie Hochleistungs-Shuttlesysteme, FTS oder automatische Routenzugbeladung zum Einsatz. Nur wenn Software und Systeme optimal zusammenspielen, ist Smart Manufacturing möglich.

„Künstliche Intelligenz kann die gesamte Prozesskette in der Intralogistik revolutionieren“

Um die künftigen Anforderungen sich selbst organisierender Fabriken zu erfüllen, bedarf es weiterer technologischer Entwicklungen bei Big Data, künstlicher Intelligenz und Blockchain. Die Beherrschung der Datenmenge und -komplexität ist ein Schlüsselfaktor. Künstliche Intelligenz kann die gesamte Prozesskette in der Intralogistik revolutionieren. Schon heute kommt KI bei Predictive Maintenance zum Einsatz, wo sie mittels Prognosen die Lebensdauer und den optimalen Wartungszeitpunkt von Maschinen voraussagt. Auf diese Weise können Anlagenbetreiber die Reparaturen oder den Austausch von Teilen frühzeitig planen, was zu mehr Produktivität führt. Die Prognose von Eintrittswahrscheinlichkeiten wird in Zukunft auch in anderen Bereichen eingesetzt. Es ist denkbar, dass intelligente Systeme das Bestellverhalten von Kunden analysieren und daraus auf künftige Bestellungen schließen. Dadurch können Händler und Produzenten die Nachfrage besser einschätzen und Bestände planen. Die Blockchain-Technologie entwickelt sich ebenfalls rasant und birgt sehr viel Potenzial. Sie ermöglicht es Anwendern, Abläufe sicherer und transparenter zu gestalten – auch in Logistik und Produktion. Deshalb ist ihre Bedeutung für die Industrie als langfristig sehr hoch einzuschätzen.

Der wesentliche Aspekt für den Erfolg der Digitalisierung ist die Mitarbeiterakzeptanz. Digitale Transformation ist ein mehrjähriger Prozess, der alle Abteilungen eines Unternehmens betrifft. Sie schafft neue Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen und damit neue Berufsbilder. Die Arbeitswelt wird revolutioniert, die Arbeit von Menschen aber nicht überflüssig. Deshalb ist es besonders wichtig, in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren und sie auf diese Weise für die neuen Anforderungen der digitalen Welt zu qualifizieren.

Tom Preller ist Vice President Sales bei der viastore Systems GmbH in Stuttgart.

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