Beim Supply Chain Network Design von Bosch unterstützt ein Planungssystem aus der PSI Logistics Suite 01.07.2019, 00:00 Uhr

IT für intelligentes Netzwerk-Design

Im Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch unterstützt das strategischen Analyse- und Planungssystem PSIglobal aus der PSI Logistics Suite die wirtschaftliche Gestaltung effizienter logistischer Netze mit komplexen Kostenstrukturen. Die digitale Transformation beim Supply Chain Network Design erschließt Einsparpotenziale im zweistelligen Prozentbereich.

Um Waren und Erzeugnisse stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu machen, setzt Bosch auf das strategischen Analyse- und Planungssystem PSIglobal aus der PSI Logistics Suite. Bild: Bosch

Um Waren und Erzeugnisse stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu machen, setzt Bosch auf das strategischen Analyse- und Planungssystem PSIglobal aus der PSI Logistics Suite. Bild: Bosch

Insgesamt 15 Geschäftsbereiche mit weltweit 60 Produktgruppen, 270 Produktionswerke, 800 Logistikzentren, 20 000 direkte Lieferanten und 250 000 Kunden zählen zum Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch. „Auf dem Weg zum führenden Anbieter im Internet der Dinge und für Mobilitätslösungen schaffen wir für unsere Kunden täglich begeisternde Produkte“, erläutert Dr. Christian Lippolt, Abteilungsleiter Logistics Consulting bei Bosch, die Hintergründe der Konzernstruktur. „Das bedeutet für uns, dass wir Waren und Erzeugnisse stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar machen.“ Das zielt insbesondere auf maximale Effizienz und Wirtschaftlichkeit der logistischen Netze. Bosch hatte frühzeitig die strategische Bedeutung der Logistik für den Unternehmenserfolg erkannt und ihren Ausbau konsequent gefördert. So wurde das Unternehmen für die Gestaltung seiner Supply Chains unter anderem 2017 mit dem Deutschen Logistik Preis ausgezeichnet. Die Logistiknetze werden bei Bosch in der Abteilung Logistics Consulting kontinuierlich überprüft und optimiert. Dabei ist Dr. Lippolt unter anderem für die Methoden des Supply Chain Network Design (SCND) verantwortlich.

Dr. Christian Lippolt, Abteilungsleiter Logistics Consulting bei Bosch: „Unter den Instrumenten für das Supply Chain Network Design bringt die Szenario-Optimierung und -Evaluierung mit der von uns eingesetzten Software für uns den größten Nutzen.“

  Bild: Bosch

Funktionsübergreifender Ansatz

Bei der Überprüfung und gegebenenfalls Optimierung der vorhandenen Logistiknetze sowie der Gestaltung neuer Netzwerke verfolgt Bosch einen ganzheitlich funktionsübergreifenden TCO-Ansatz. „Der berücksichtigt nicht allein die Logistik, sondern bezieht unter anderem auch Einkauf, Fertigung und die Entwicklungen der Absatzmärkte ein“, erklärt Dr. Lippolt. Es gilt, die Prozesse und Strukturen der eigenen Produktionsstätten, Lagerstandorte, Beschaffungs- und Distributionswege, -transporte und Tarife ebenso zu berücksichtigen, wie die der Lieferanten und Kunden.

Bei derart komplexen Projekten erfordert allein die Analyse der Ist-Situation eine Simulationssoftware, die nicht nur in der Lage ist, die vorhandenen Prozess- und Produktdaten zu erfassen und zu visualisieren. Sie muss vielmehr auch die Einzelfaktoren gegeneinander abwägen können. Fragestellungen, wie etwa Transportkosten gegen Standortwahl modellhaft beantworten. Daraus lassen sich die Kostenstrukturen ablesen – und durch entsprechende Veränderungen optimieren. Wenn es zudem um strategische Entscheidungen, die zukunftsfähige Auslegung des Netzes, Standortwahl, Marktfaktoren oder die Verteilung von Volumina, Kapazitäten und Ressourcen geht, ist Szenario-Technologie gefordert, die in Wenn-Dann-Modellen die Auswirkungen von Veränderungen der jeweiligen Faktoren auf das Netzwerk aufzeigt.

Kombinierte Optimierung von Produktion und Logistik

„Für diese Anforderungen setzen wir auf ein strategisches Analyse- und Planungssystem“, erklärt Dr. Lippolt. Seit 2017 arbeitet Bosch bei der Optimierung und Gestaltung seiner logistischen Netze mit dem strategischen Analyse- und Planungssystem PSIglobal aus der PSI Logistics Suite. Die modular konzipierte Standardsoftware der PSI Logistics, Berlin, ist mit ihrem Funktionsumfang konsequent auf die Analyse und durchgängige Optimierung der operativen, taktischen und strategischen Planung- und Steuerungsebenen logistischer Netze ausgelegt.

Die modular konzipierte Standardsoftware der PSI Logistics ist mit ihrem Funktionsumfang konsequent auf die Analyse und durchgängige Optimierung der operativen, taktischen und strategischen Planung- und Steuerungsebenen logistischer Netze ausgelegt. Bild: Bosch

Die Programmfunktionen ermöglichen unter anderem die kombinierte Optimierung von Produktion und Logistik. Die eingesetzte Szenariotechnologie löst in Analyse- und Simulationsmodellen zudem zielführend und effizient sowohl strategische (etwa Standort- und Strukturoptimierung) als auch taktische (beispielsweise Lagerkapazitätsauslastung) Fragestellungen von Logistikprojekten. „Unter den Instrumenten für das Supply Chain Network Design bringt die Szenario-Optimierung und -Evaluierung mit der von uns eingesetzten Software für uns den größten Nutzen“, urteilt Abteilungsleiter Lippolt. „Wir profitieren vor allem von integrierten Optimierungsalgorithmen sowie der Erweiterbarkeit und dem flexiblen Design von Datenschnittstellen.“

Mit dem Modul „Pick-up & Delivery“ etwa verfügt PSIglobal über einen komplexen Algorithmus für die Tourenplanung. Features zur Integration freier Geodaten wie Open Street Maps steigern die Informationsqualität und den Detailgrad bei der Visualisierung von Tracking & Tracing-Anwendungen. Parallel dazu sorgt der kontinuierliche Abgleich von den Ist- mit den Planungssoll-Daten für eine durchgängige Optimierung sowohl der operativen als auch der taktischen sowie der strategischen Planungs- und Steuerungsebenen.

Die Kernfunktionen des Systems bieten überdies umfassende Analysemethoden zur Ermittlung, Aufbereitung und strukturierten Auswertung relevanter Kennzahlen (KPI). Wettbewerbsdifferenzierendes Merkmal der Software: PSIglobal kann alle gängigen Datenformate lesen, die heterogenen Daten aus unterschiedlichen Quellen nutzungs- und anwendungsgerecht formatieren und mit ihnen arbeiten, ohne dass sie in Zwischenschritten harmonisiert werden müssen. Diese Beherrschung und Integration polystrukturierter Datenmassen, ihre bedarfsgerechte Bereitstellung in Echtzeit, ihre zielgerichtete Aufbereitung, Analyse und Interpretation sowie die daraus ableitbaren, belastbaren Prognosen prädestinieren PSIglobal im Dialog mit ERP-Systemen überdies als zentrale Datendrehscheibe in Big Data-Konzepten.

Lieferanten, Kunden und Transporttarife importiert

Auch in der täglichen Praxis beim Supply Chain Network Design von Bosch überzeugt das System in unterschiedlichsten Anwendungen. Dabei geht es „nicht allein um die Überprüfung von einzelnen Relationen und einfachen Strukturen, sondern um eine übergreifende Netzwerkanalyse mit komplexen Kostenstrukturen“, so Dr. Lippolt. Die wurde erstmals 2017 für ein komplettes Netzwerk der 15 Geschäftsbereiche auf Basis der vorhandenen Ist-Daten durchgeführt. Mit dem PSIglobal ermittelte das Supply Chain Network Design dabei Optimierungsvarianten zu vorhandenen Strukturen. Dazu wurden die erfassten Ist-Werte aller Bosch-Werke und Lagerstandorte der Geschäftsbereiche in PSIglobal importiert und sukzessive die jeweiligen Lieferanten, Kunden und Transporttarife in die Simulationsmodelle eingepflegt. Mit dem Analyse- und Planungssystem konnten die Schlüsselelemente, Kostentreiber, maßgeblichen Parameter und entscheidenden Faktoren für das Netzwerk-Design weiter konkretisiert und Einsparpotenziale bei Netzwerkkosten wie Zoll-, Bestand- und Transportkosten in Höhe von 13 % realisiert werden.

Nach den Erfolgen beim Netzwerk-Design bestehender Netzwerke wird PSIglobal das SCND von Bosch nun auch bei der Analyse, Gestaltung und Optimierung logistischer Netze für neue Produktgruppen unterstützen. „Die Anforderungen bei der Planung und Gestaltung neuer Netze sind allerdings etwas andere“, charakterisiert Dr. Lippolt ein weiteres Anwendungsfeld, bei dem Bosch auf das PSIglobal setzt. „Wir verfolgen ein übergreifendes Product Lifecycle Management, das bereits beim Produktentwicklungsprozess beginnt. Bei der übergreifenden kombinatorischen Betrachtung von Produktion, Produktlebenszyklus und Logistik binden wir überdies dynamische Effekte ein.“

Langfristig kostenoptimiertes Netzwerk

So definieren sich Anforderungen an das zu gestaltende, künftige Netzwerk für Neuprodukte unter anderem aus der Berücksichtigung von Absatzmärkten und Produktlebenszyklus. Das Netzwerk wird beispielsweise nicht allein auf ein so genanntes Anlaufwerk ausgerichtet, das auf die Produktherstellung, das Procurement, Einkauf, Lagerung und Produktionsversorgung ausgerichtet ist. Eingang in die Planungen finden zudem unter anderem Optionen für künftig etwa notwendige Erweiterungen der erforderlichen Kapazitäten. Dabei zeigt PSIglobal weitere Stärken, weil sich alle Faktoren in das System einbinden, mit ihm variieren, simulieren und abbilden lassen. Schlüsselsegmente, so der SCND-Verantwortliche, seien auch dabei neben den Herstellungskosten insbesondere Zoll, Transport, Verpackung und Lagerlogistik. Für ein langfristig effizientes, kostenoptimiertes Produktnetzwerk müssten sie im Zusammenspiel mit Einkauf, Produktion und Absatzmärkten zusammengeführt und unter optimalen TCO-Strukturen in Einklang gebracht werden.

Dazu fließen während des Entstehungsprozesses von Produkt und Produktionsprozessen alle zusätzlich ermittelten Informationen sukzessive in die Planungen des Logistiknetzwerkes ein. „Sie werden je nach Erfordernis in das System eingepflegt und das Netzwerk kontinuierlich weiter detailliert“, erläutert Dr. Lippolt das Vorgehen zur Gestaltung der optimalen Supply Chain. Mit der Szenariotechnologie im PSIglobal werden die Veränderungen in die Planungsmodelle einbezogen, deren Auswirkungen auf die Strukturen und TCO überprüft und die Modelle entsprechend weiter optimiert. „Damit bietet das Analyse- und Planungssystem hervorragende Entscheidungsgrundlagen“, urteilt Dr. Lippolt. „Ein bestehendes Netzwerk später zu optimieren, ist äußerst aufwendig und schwierig. Wir können das Gros der Variablen von vorn herein in die ganzheitliche Betrachtung einbeziehen und das Netzwerk bestmöglich planen und gestalten.“

Einbindung von KI-Methoden und Verfahren

Als Anbieter für das Internet der Dinge setzt Bosch grundsätzlich auf die umfassende Digitalisierung seiner Logistikprozesse. Mit dem Datenmaterial im PSIglobal steht dem Unternehmen ein digitaler Zwilling des gesamten SC-Netzwerks mit allen relevanten Daten aus dem ERP-System und anderen Datenbanken zur Verfügung. Ergänzt wird das Datenmaterial durch zusätzliche Informationen wie Tarife, bestehende Anlagen und Lager, die Verkehrsinfrastruktur und die verfügbaren Ressourcen. „Damit ergeben sich für uns interessante Ansätze etwa für ein automatisiertes Abweichungsmanagement“, resümiert Dr. Lippolt. „Damit werden die Ist-Daten kontinuierlich analysiert, mit den Plan-/Zielvorgaben abgeglichen und Abweichungen ausgewiesen. Andererseits lassen sich Kostentreiber automatisiert identifizieren, Varianten in Risikoanalysen einbinden und entsprechende Szenarien ableiten.“

Unter anderem vor diesem Hintergrund legt PSI Logistics die Standardprodukte ihrer Logistics Suite gegenwärtig mit Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) wie etwa Fuzzy Logic, neuronale Netze oder Deep Learning auf die weitere Automatisierung funktionaler Prozesse aus. Für PSIglobal bedeutet das etwa eine automatisierte Identifikation und den konzertierten Abgleich von Schlüsselkostentreibern, Risiken und Potenzialen – selbstständig und selbstlernend auf Basis hinterlegter Definitionen. Innovative Software-Entwicklungen, die bei Anwendern wie Bosch bereits auf hohes Interesse stoßen.

Redaktion

Top Stellenangebote

HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg-Firmenlogo
HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Professur für das Lehrgebiet "Instrumentelle Analytik und Downstream Processing" Hamburg
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung-Firmenlogo
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Wissenschaftlicher Referent (m/w/d) in dem Fachgebiet FA 4 "Planfeststellung und Genehmigung von Endlagern" Berlin
THD - Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
THD - Technische Hochschule Deggendorf Professur (W2) für das Lehrgebiet: Bauphysik / Baukonstruktion Deggendorf
HOCHSCHULE LANDSHUT Hochschule für angewandte Wissenschaften-Firmenlogo
HOCHSCHULE LANDSHUT Hochschule für angewandte Wissenschaften W2-Professur (m/w/d) für das Lehrgebiet "Massivbau" Landshut
Vermögen und Bau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Diplom-Ingenieurinnen/Diplom-Ingenieure (FH/DH) bzw. Bachelor (w/m/d) der Fachrichtung Elektrotechnik, Versorgungstechnik oder einer vergleichbaren Fachrichtung verschiedene Standorte in Baden-Württemberg
VDI Fachmedien GmbH & Co. KG Unternehmen für Fachinformationen-Firmenlogo
VDI Fachmedien GmbH & Co. KG Unternehmen für Fachinformationen Chefredakteur (m/w/d) für die Redaktion Bauingenieur Düsseldorf
DI - Die Ingenieure GmbH-Firmenlogo
DI - Die Ingenieure GmbH Berechnungsingenieur (m/w/d) FEM Ulm
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences Professur (W2) "Umwelttechnik und Ressourcenmanagement" Düsseldorf
Private Hochschule für Wirtschaft und Technik gGmbH-Firmenlogo
Private Hochschule für Wirtschaft und Technik gGmbH Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (w/m/d) oder Entwicklungsingenieur:in (w/m/d) Diepholz
Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) Elektrotechnik / Elektronik Ingelheim
Zur Jobbörse