Ressourceneffizienz 18.08.2021, 13:55 Uhr

Mit neuen Geschäftsmodellen Ressourcen sparen

Ein aktuelle Analyse des VDI beschreibt industrienahe Geschäftsmodelle; ein Kongress nimmt das Thema aus dem Blickwinkel der Autoindustrie in den Fokus.

Die aktuelle Kurzanalyse „Neue Geschäftsmodelle und Ressourceneffizienz“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) zeigt, wie innovative Wertschöpfung im industriellen Umfeld auch Material und Energie sparen kann. Foto: VDI ZRE

Die aktuelle Kurzanalyse „Neue Geschäftsmodelle und Ressourceneffizienz“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) zeigt, wie innovative Wertschöpfung im industriellen Umfeld auch Material und Energie sparen kann.

Foto: VDI ZRE

Wertschöpfung neu denken und Ressourcen sparen: Neue Trends führen dazu, dass klassische Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden oder ganz neue Wege wirtschaftlichen Handelns entstehen. Die aktuelle Kurzanalyse „Neue Geschäftsmodelle und Ressourceneffizienz“ des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) zeigt, wie innovative Wertschöpfung im industriellen Umfeld auch Material und Energie sparen kann. 

Wie das VDI ZRE ausführt, lässt sich das konventionelle Geschäftsmodell vieler Unternehmen, eine Maschine oder Anlage zu entwickeln, zu fertigen und zu vertreiben, weiterdenken. Eine Möglichkeit ist, die Maschine nicht zu verkaufen, sondern sie dem Kunden ausschließlich für die Nutzung zu überlassen oder ein Service im Zusammenhang mit der Produktnutzung anzubieten. Die Vermietung von Produkten oder weitere Dienstleistungen sind an sich keine wirklich neuen Ideen. Diese jedoch verstärkt auf industrielle Anwendungsfelder zu übertragen, ermöglicht neue Wege der Wertschöpfung und birgt Potenziale für mehr Ressourceneffizienz.

Ökonomischer und ökologischer Erfolg

Die steigende Bedeutung von ökologischer Nachhaltigkeit spiegelt sich in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle wider, so das VDI ZRE weiter. Ressourcen zu sparen ist nicht nur aus ökonomischer Sicht lohnend, sondern wird zunehmend auch von der Politik und den Verbraucherinnen und Verbrauchern mit Nachdruck eingefordert. Wird Letzteren beispielsweise ein Produkt nur für den tatsächlichen Verbrauch überlassen, kann ein ökonomischer und ökologischer Erfolg erzielt werden. In diesem Fall ermöglicht die anschließende Rückführung der Produkte an den Hersteller eine bessere Wiederaufbereitung, wodurch Ressourcen eingespart werden können. Auch der zunehmende Einsatz des 3D-Drucks für Kleinstserien oder zur Ersatzteilherstellung sind Beispiele für neue Geschäftsmodelle, die zur Schonung von Ressourcen beitragen können.

Megatrends geben die Richtung vor

Megatrends wie die Digitalisierung und Green Economy bieten ganz neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Geschäftsmodellen oder stellen Anforderungen, denen man gerecht werden muss, um im Wettbewerb zu bestehen. Es zeichnet sich ab, dass innovative Geschäftsmodelle im industriellen Kontext vor allem im Bereich der hybriden Wertschöpfung entstehen werden. Darunter wird die Erweiterung beziehungsweise Kombination von Produkten und Dienstleistungen verstanden. Häufig spricht man dabei auch von Produkt-Service-Systemen.

Die neue Kurzanalyse des VDI ZRE zeigt neue Geschäftsmodelle auf, identifiziert damit verbundene Chancen und Herausforderungen und beschreibt, wie sich industrienahe Modelle entwickeln lassen. Zahlreiche Beispiele geben Einblicke in die Praxis, mit einem Fokus auf die Umsetzbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen.

Pöppelmann auf VDI-Fachkongress

Welche konkreten Lösungen aus der Industrie es gibt, zeigt zum Beispiel das Unternehmen Pöppelmann K-Tech auf der Begleitausstellung des internationalen Fachkongresses „Plastics in Automotive Engineering – PIAE 2021“ des VDI. Der Kunststoffspezialist aus Lohne demonstriert nach eigenen Angaben auf dem Wissensforum am 8. und 9. September 2021 in Mannheim unter anderem den erfolgreichen Einsatz von Rezyklaten und zeigt anhand eines aktuellen Beispiels, wie sich echte Kreislaufwirtschaft auch in der Automobilbranche realisieren lässt.

PIAE – Internationaler Fachkongress zu Kunststoffen im Automobilbau – ist den Angaben zufolge der weltweit größte Kongress für Kunststoff im Auto. Auf der Veranstaltung des VDI-Wissensforum, werden seit über 40 Jahren mit rund 20 Vorträgen von Automobilherstellern und Zulieferern aktuelle kunststofftechnische Anwendungen und deren Einsatz im Bereich Interieur/Innenraum, Exterieur, Motor, Werkstoffe und Technologien beleuchtet. Die Teilnahme ist vor Ort und auch im Live-Stream möglich.

Mit Leichtbau und Rezyklaten mehr Ressourcenschonung im Fokus

Pöppelmann K-Tech steht für hochkomplexe technische Kunststoffbauteile, eingesetzt in anspruchsvollen Anwendungsfeldern. Die Produktentwicklung findet nach Eco-Design-Maßstäben statt, welche die Integration von Umweltaspekten bei der Gestaltung eines Artikels über dessen gesamten Lebenszyklus berücksichtigt. Wie das Unternehmen mitteilt, unterstützt K-Tech die Umweltziele seiner Kunden unter anderem durch innovative Herstellungsverfahren im Leichtbau. Zudem setzt der Kunststoffspezialist für seine Produkte seit über 25 Jahren auch Recyclingmaterialien ein. So beispielsweise für Fahrzeugbauteile wie Halter für Soundgeneratoren, Abdeckungen oder Batterietechnik-Gehäuse. Diese erfüllen vollumfänglich die hohen technischen Anforderungen der Kunden aus der Automobilbranche.

Präzisionsbauteil aus PCR-Kunststoff

Zu den Highlights des Programms für den Fachkongress PIAE zählt der Halter für einen Soundgenerator, den Pöppelmann K-Tech für einen renommierten Fahrzeughersteller produziert: Das technische Kunststoffbauteil besteht aus einem Kunststoffgranulat, dessen Bestandteile aus gebrauchten Kunststoffverpackungen der haushaltsnahen Wertstoffsammlungen stammt. Diese wurden zu einem serientauglichen PP GF30 verarbeitet, dessen Materialeigenschaften in Laborprüfungen überzeugten. Seit 2020 wird der Soundgenerator-Halter in Serie aus dem Post-Consumer-Rezyklat gefertigt. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll, wie sich auch in der streng regulierten Automobilbranche echte Kreislaufkonzepte realisieren lassen, führt das Unternehmen aus.

Leichtbau, Rezyklate, PCR-Einsatz: Pöppelmann K-Tech realisiert nach unterschiedlichsten Anforderungen ressourcenschonende technische Kunststoffbauteile für die Automobilindustrie.

Foto: Pöppelmann

Als Division der Pöppelmann Gruppe profitiert Pöppelmann K-Tech von der unternehmensweiten Initiative Pöppelmann blue. Diese bündele alle Aktivitäten der Gruppe, die einen geschlossenen Materialkreislauf forcieren. Sie beinhaltet unter anderem Vorgaben für kreislauffähige Produktkonzepte und treibt die Nutzung von PCR-Materialien an. Auf diese Weise sorgt sie dafür, dass ressourcenschonende Artikel zum Standard werden, und fördert die Erprobung alltagstauglicher Lösungen in Pilotprojekten mit verschiedenen Kunden. Aus Pöppelmann blue sind viele Erfolgsprojekte hervorgegangen, darunter zahlreiche für renommierte Kunden aus der Automobilbranche, betont das Unternehmen.

Von VDI ZRE/Pöppelmann/Udo Schnell

Top Stellenangebote

Mathys Orthopädie GmbH-Firmenlogo
Mathys Orthopädie GmbH Technologe / Arbeitsvorbereiter (m/w/d) Hermsdorf
Hochschule Ravensburg-Weingarten-Firmenlogo
Hochschule Ravensburg-Weingarten Professur (W2) elektrische Antriebstechnik Weingarten
Carlisle Construction Materials GmbH-Firmenlogo
Carlisle Construction Materials GmbH EHS-Manager / Manager Environment, Health & Safety (*gn) Hamburg
Carlisle Construction Materials GmbH-Firmenlogo
Carlisle Construction Materials GmbH Prozessingenieur (gn) Produktion Waltershausen
Carlisle Construction Materials GmbH-Firmenlogo
Carlisle Construction Materials GmbH Projektingenieur (gn) Waltershausen
SunCoal Industries GmbH-Firmenlogo
SunCoal Industries GmbH Leadingenieur:in Anlagenplanung (m/w/d) Ludwigsfelde
Hochschule Hannover-Firmenlogo
Hochschule Hannover W2-Professur "Technischer Vertrieb und Marketing" Hannover
Hochschule Hannover-Firmenlogo
Hochschule Hannover W2-Professur "Elektrische Antriebssysteme und Automatisierungstechnik" Hannover
Hochschule Hannover-Firmenlogo
Hochschule Hannover W2-Professur "Konstruktion, CAE und Additive Fertigung" Hannover
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Fachhochschule Münster Professur für "Informatik und Modellierung" Münster
Zur Jobbörse