Markt- und Technologiestudie 20.07.2021, 15:00 Uhr

Aachener Institut untersucht Potenzial von Wasserstoff

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein der zukünftigen Wirtschaft. Das IVK der RWTH Aachen sucht für eine Studie Partner aus der Industrie.

Das IKV sucht Partner zur Identifikation von Potenzialen von Werkstofftechniken in der Wasserstoffwirtschaft: Foto: IVK

Das IKV sucht Partner zur Identifikation von Potenzialen von Werkstofftechniken in der Wasserstoffwirtschaft:

Foto: IVK

Wasserstoff wird ein wichtiger Baustein für das Erreichen einer CO2-neutralen Wirtschaft. Mit dem Ziel, Anwendungsmöglichkeiten für Kunststoffe sowie die zukünftigen wissenschaftlichen und entwicklungstechnischen Herausforderungen in diesem Themenfeld zu identifizieren, führt das IKV (Institut für Kunststoffverarbeitung, RWTH Aachen) eine Markt- und Technologiestudie durch und sucht dafür interessierte Partner. Wie das IVK ausführt, bietet die Initiative außer dem bereitgestellten Know-how eine Plattform für den Austausch von Anwendungs-, Material- und Produktionswissen über die Wasserstoffwertschöpfungsketten hinweg. Die Studie ist für eine Dauer von 12 Monaten ausgelegt, das Kickoff-Meeting soll am 29. September 2021 stattfinden.

Ganzheitliche Betrachtung der Wasserstoffwertschöpfungskette

Die wirtschaftliche Bedeutung von Techniken zur nachhaltigen Nutzung von Wasserstoff wird durch umfangreiche Investitionen unterstrichen, so das IVK. Die meisten Regierungen großer Industrienationen förderten sowohl die Industrie als auch die Privatwirtschaft mit dreistelligen Milliardenbudgets, um die Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben. Das Hauptwachstumsfeld werde in der Energieumwandlung liegen, was einen Innovationsschub im Transportwesen, im Bauwesen und vielen anderen Branchen auslösen werde.

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Signifikante Effizienzsteigerungen beim Erzeugen, dem Transport, dem Speichern und dem Umwandeln von Wasserstoff werden, wie es weiter heißt, nur durch Innovationen stimuliert, die durch Materialien und entsprechende Verarbeitungstechniken möglich werden. Mehr denn je ermögliche eine intelligente Kombination verschiedener Materialien Effizienzsteigerungen sowohl beim Herstellen anspruchsvoller Komponenten als auch bei deren Einsatz in einer kritischen Umgebung.

Ganzheitliche Betrachtung der Wasserstoffwertschöpfungskette. Grafik: IVK

Ganzheitliche Betrachtung der Wasserstoffwertschöpfungskette. Grafik: IVK

Im Rahmen der Markt- und Technologieanalyse werde am IKV ein branchenübergreifendes Industrienetzwerk kooperieren, um neue Möglichkeiten für die Realisierung sicherer, kosteneffizienter und langlebiger Komponenten zu identifizieren. Die Studie werde unter anderem den Stand der Technik analysieren, detaillierte Markteinblicke bereitstellen und Informationen über aufkommende Techniken und Trends liefern. Darauf aufbauend werden Szenarien für die weitere Umsetzung von Kunststofftechniken in komplexen Materialsystemen entwickelt und eine F&E-Roadmap für die Forschungsplattform des IKV abgeleitet.

„Wir werden die wissenschaftlichen und entwicklungstechnischen Herausforderungen identifizieren, die in den kommenden Jahren für die bestmögliche Einbindung von Kunststoffen in die Wasserstoffwirtschaft angegangen werden müssen“, formuliert Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann, Leiter des IKV, die Zielvorgabe der Studie.

Die Initiative wird vom IKV mit seiner ausgewiesenen Expertise in industrierelevanter F&E und Prof. Rudolf Stauber mit langjähriger Erfahrung in der Umsetzung neuer Werkstoffsysteme in Großserienanwendungen geleitet.

Industrielle Abläufe werden sich ändern

Prof. Dr. rer. nat. Rudolf Stauber, Gründer und Geschäftsführer von stauber.engineering ist sicher: „Die Wasserstofftechnologie wird in den nächsten Jahrzehnten eine Vielzahl von industriellen Abläufen maßgeblich verändern. Für dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld wird die Kunststofftechnik einen systematischen und umfassenden Ansatz für technische Lösungen unterstützen.“

Die Teilnahme biete die Möglichkeit, sich langfristig in eine strategische Kooperationsgemeinschaft und in die Technologieentwicklung für Kunststoffe in der Wasserstoffwirtschaft einzubringen.

Vernetzung über Projekttreffen und Workshops

Projekttreffen und Workshops mit externen Experten zu Wasserstoffsystemen werden den Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen den industriellen Projektteilnehmern aus dem Anwendungs-, Material- und Produktionsbereich sicherstellen. Letztendlich soll eine Plattform für nachhaltige Partnerschaften zur Umsetzung innovativer Techniken geschaffen werden und eine langfristige Strategiegemeinschaft entstehen, die sich auch nach Abschluss der Studie regelmäßig austauscht.

Wer an der Teilnahme interessiert ist oder mehr Details wissen möchte, findet auf der Homepage des IVK weitere Informationen.

Von IVK/Udo Schnell