Change Readiness Index 2022 10.12.2021, 10:02 Uhr

Digitalisierung: Viel Bewegung, aber kein Wandel

Viele Unternehmen haben weiterhin Schwierigkeiten, den digitalen Wandel strategisch anzugehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung unter Führungskräften.

Studie: Deutsche Unternehmen konnten ihre Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den vergangenen Jahren insgesamt nur leicht steigern. Foto: PantherMedia/peshkow

Studie: Deutsche Unternehmen konnten ihre Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den vergangenen Jahren insgesamt nur leicht steigern.

Foto: PantherMedia/peshkow

Trotz turbulenter Zeiten und drängender Themen wie etwa Digitalisierung und Nachhaltigkeit konnten die deutschen Unternehmen ihre Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den vergangenen Jahren insgesamt nur leicht steigern. Zu diesem Ergebnis kommt der „Change Readiness Index 2022“ der Unternehmensberatung Staufen. Wie Staufen mitteilt, konnte im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 der zum dritten Mal erhobene Index nur um einen Punkt auf nun 56 zulegen. Für die Erhebung mit einer Skala von maximal 100 Punkten wurden im Rahmen der Studie „Unternehmen im Wandel“ mehr als 350 Top-Führungskräfte deutscher Unternehmen befragt, heißt es weiter.

Grad der Veränderung im Unternehmen. Grafik: Staufen AG

Gleichzeitig hätten 77 % der Befragten angegeben, dass sich ihr Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren stark verändert habe. Zum Vergleich: In der 2019er-Studie lag dieser Wert nur bei 67 %. „Diese auf den ersten Blick scheinbar widersprüchlichen Studienergebnisse bestätigen genau das, was wir schon seit vielen Monaten aus den Unternehmen hören“, sagt Wilhelm Goschy, CEO der Staufen AG. „Obwohl Eigentümer, Führungskräfte und Mitarbeitende das Gefühl haben, dass in ihren Unternehmen kein Stein auf dem anderen bleibt, kommen die Betriebe bei wesentlichen Themen in der Tiefe nicht oder nur sehr langsam voran.“

Wichtigste Treiber für den Wandel. Grafik: Staufen AG

Der nach 2017 und 2019 zum dritten Mal erhobene Change Readiness Index (CRI) erfasst den Angaben zufolge die Wandlungsfähigkeit in den Bereichen Strukturen, Prozesse, Führungs- und Unternehmenskultur sowie Mitarbeitende und Qualifikationen. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektroindustrie sowie dem Automotive-Sektor. „Der Druck auf diese Branchen wird immer größer“, so Staufen-Vorstand Goschy. „Es ist heute keine Frage mehr, ob sich die Unternehmen wandeln wollen. Vielmehr entscheidet das Tempo, in der sie sich an veränderte Bedingungen anpassen können, über ihre Wettbewerbs- und damit am Ende auch ihre Überlebensfähigkeit.“

Gesamtindex, auf einer Stufe von 0 (gar nicht) bis 100. Grafik: Staufen AG

Ist der so oft zitierte Corona-Katalysator sei aber keine Einbildung, ist Unternehmensberater Goschy überzeugt. „Die vor allem auf den Feldern Digitalisierung und New Work gemachten Erfahrungen bieten enorme Chancen.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass Unternehmen, in denen beispielsweise die anfängliche Homeoffice-Euphorie sehr schnell in Ernüchterung umgeschlagen ist, oder bei denen die Innovationskraft in Remote-Zeiten gefährlich schwächelt, auch schon vor Corona ihre Baustellen hatten.

Wilhelm Goschy, CEO der Staufen AG: „Obwohl Eigentümer, Führungskräfte und Mitarbeitende das Gefühl haben, dass in ihren Unternehmen kein Stein auf dem anderen bleibt, kommen die Betriebe bei wesentlichen Themen in der Tiefe nicht oder nur sehr langsam voran.“

Foto: Staufen AG

„In den vergangenen Jahren waren die Unternehmen sehr damit beschäftigt, die Arbeit so gut wie möglich auch unter Pandemie-Bedingungen fortzuführen. Die ein oder andere Hausaufgabe ist ihnen dabei unerledigt aus dem Blick geraten“, resümiert Goschy. „Jetzt müssen sie über die akuten Herausforderungen hinausblicken und den Wandel aktiv gestalten.“

Über die Studie „Unternehmen im Wandel“:

Für den „Change Readiness Index 2022“ hat die Unternehmensberatung Staufen nach eigenen Angaben insgesamt 363 Unternehmen in Deutschland zum Thema „Unternehmen im Wandel“ befragt. Von den befragten Unternehmen kommen 68 % aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektroindustrie und der Automobilindustrie. Die Studie steht bei Staufen zum kostenlosen Download bereit. 

Von Staufen/Udo Schnell

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