Rapid.Tech 3D 09.06.2021, 15:38 Uhr

Digitale Messe zum Additive Manufacturing

Die Rapid.Tech 3D findet am 22. und 23. Juni rein digital statt. Anwender stellen Lösungen zu Software, Prozesse & Konstruktion sowie Werkzeug-, Modell- & Formenbau vor.

Die Rapid.Tech 3D am 22. und 23. Juni findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt. Foto: Messe Erfurt

Die Rapid.Tech 3D am 22. und 23. Juni findet in diesem Jahr ausschließlich digital statt.

Foto: Messe Erfurt

Die Rapid.Tech 3D kann auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Wie der Veranstalter, die Messe Erfurt, mitteilt, sollen zahlreiche Foren stattfinden, auf denen Anwender Beispiele für nachhaltige Lösungen für das Additive Manufacturing (AM) vorstellen.

Daten, Prozesse und Systeme passgenau aufzubereiten und zu verknüpfen, heißt der „rote Faden“ für nachhaltig erfolgreiches AM, so die Messe weiter. „Das ist ein Themenkomplex mit vielen Stellschrauben. Er beginnt bei der Identifikation von Teilen, für die sich eine additive Fertigung anbietet, führt über die spezifische Gestaltung und Absicherung von Prozessen mit erprobten Werkzeugen bis hin zur Nutzung neuer Technologien wie Blockchain. In dieser Bandbreite werden wir zum Forum Software, Prozesse & Konstruktion innovative Lösungen präsentieren. Das zentrale Auswahlkriterium für die Vorträge war, dass Anwender zu Wort kommen und beste Beispiele aus der Praxis für die Praxis vorstellen“, sagen Dr. Guido Adam, Leiter der Konstruktion bei der DMG Mori Additive GmbH, und Dr. Martin Holland, Geschäftsleitungsmitglied der Prostep AG. Die AM-Fachleute verantworten die inhaltliche Ausrichtung des Forums, das am 23. Juni 2021 stattfindet. Es ist Teil des Rapid.Tech 3D-Fachkongresses, der in diesem Jahr pandemiebedingt ausschließlich digital ausgetragen wird und sich dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit verschrieben hat. 

Neue Verfahren und Lösungen

Eine neue Verfahrenskombination stellt Uwe Schulmeister von Toolcraft vor. Das Unternehmen mit Expertise im metallischen 3D-Druck ergänzt die Pulverbett-Technologie (L-PBF) um eine Pulverdüse (LMD). Damit kann den Angaben zufolge das AM-Einsatzspektrum vom Schichtaufbau über Hybridbauweisen bis hin zum Aufbringen komplexer Konturen erweitert werden. Wie Bauteile für den Metall-3D-Druck identifiziert werden, wie sich durch die Designfreiheit neue Lösungsansätze in der additiven Fertigung ergeben und welche Kriterien für ein Serienproduktion zu berücksichtigen sind, erläutert Erik Schröder von Trumpf. Welche Effekte sich aus der Simulation verschiedener Produktionsszenarien für die ganzheitliche Gestaltung einer automatisierten AM-Fertigung ableiten lassen, ist Inhalt des Vortrags von Fabian Tieck vom 3D-Drucksysteme-Hersteller EOS. Den Know-how-Schutz mittels Blockchain-Technologie in der additiven Fertigung demonstrieren Marvin Krecht von Weidmüller Interface und Andreas Hoppe von SLM Solutions an einem Beispiel aus dem Schaltschrankbau.

Werkzeuge für die Wertschöpfung

Vorteile wie Designfreiheit und Ressourceneffizienz spielt AM bereits seit Jahren im Werkzeug-, Modell- und Formenbau aus. Es geht um Werkzeuge, mit denen eine deutliche Wertschöpfung erreicht werden kann – anders als bei Bauteilen. Aktuelle Anwendungen stehen im Forum Werkzeug-, Modell- & Formenbau des Rapid.Tech 3D-Fachkongresses am 22. Juni 2021 auf dem Programm. „Wir haben den Fokus auf bewusst praxisnahe Beispiele gelegt und zeigen auf, wie AM-Lösungen ein nachhaltiges Wirtschaften schon bei Werkzeugen und im Produktionsprozess fördern“, erklärt der Programmverantwortliche Dr. Eric Klemp, Geschäftsführer der 4D Concepts GmbH.

Über das richtige Maß von Individualität und Standardisierung für herausragende Produkte und den Aufbau einer effizienten und nachhaltigen AM-Produktion – gerade im täglichen Spannungsfeld der Arbeit von KMU – spricht Ingrid Prestien vom 3D-Druck-Dienstleister Cipres. Im Besonderen geht es um Ressourcenmanagement und Materialeinsparungen. Wie sich solche bereits möglichen Einsparungen mit additiver Fertigung noch weiter ausreizen lassen, thematisiert Lucas Adler von Hermle Maschinenbau. Er stellt die MPA-Technologie sowie Anwendungsbeispiele dafür im Werkzeugbau vor. Bei diesem Verfahren können verschiedene pulverförmige Materialien zu gradierten Werkzeugeigenschaften führen. Damit lassen sich die Eigenschaften im Bauteil lokal und zielgerichtet verändern.

Foren zu Medizintechnik und Mobilität

Außer den Foren Software, Prozesse & Konstruktion sowie Werkzeug-, Modell- & Formenbau stehen die bewährten Sessions Automobil & Mobilität; Luftfahrt; Medizin-, Zahn- & Orthopädietechnik; AM Wissenschaft sowie das Fraunhofer-Forum Kompetenzfeld Additive Fertigung auf dem Programm des Rapid.Tech 3D-Fachkongresses. Mit den Foren AM in Bauwesen & Architektur sowie Neues aus AM kommen in diesem Jahr zwei weitere Themenbereiche hinzu.

Das Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik am 23. Juni 2021 stellt aktuelle 3D-Druck-Anwendungen vor.

Foto: Messe Erfurt

Das Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik am 23. Juni 2021 stellt aktuelle 3D-Druck-Anwendungen vor. Die neue EU-Medizinprodukteverordnung und ihre Auswirkungen auf die additive Fertigung ist ebenfalls Thema zum digitalen Rapid.Tech 3D-Fachkongress. 

Der 3D-Druck habe gerade in den ersten Monaten der Corona-Pandemie sein Potenzial gezeigt, so der Veranstalter. Mit der Möglichkeit, nahezu beliebige Datensätze zu materialisieren und damit fehlende Teile zu produzieren, sei AM zum rettenden Tool geworden. Damit konnten schnell erste Engpässe bei Masken und Beatmungsgeräten gemildert sowie Voraussetzungen für konventionelle Serienproduktionen geschaffen werden.

„AM hat seine Stärken unter diesen extremen Bedingungen voll ausgespielt. Dazu tragen die Erfahrungen, die gerade in der Medizintechnik bei der Nutzung additiver Technologien bereits vorhanden sind, sehr gut bei. AM bleibt ein stark wachsendes Segment im medizinischen Bereich. Nicht zuletzt deshalb, weil die Prozessbeherrschung weiter zugenommen hat und es immer mehr Fortschritte bezüglich Präzision und Reproduzierbarkeit gibt. Einige Beispiele werden wir auf dem Forum Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik zur digitalen Rapid.Tech 3D am 23. Juni 2021 vorstellen und ebenso die neuen regulatorischen Anforderungen thematisieren“, erklärt Ralf Schumacher, Head CMX Digital Solutions der schweizerischen Medartis AG. Er verantwortet die inhaltliche Ausrichtung des Forums.

Das detaillierte Tagungsprogramm ist abrufbar unter: www.rapidtech-3d.de/fachkongress

Von Messe Erfurt/Udo Schnell

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