+++Anzeige+++ 01.09.2021, 11:00 Uhr

Sondergetriebe erfüllen außergewöhnliche Anforderungen: Optimale Lösungen für komplexe Antriebsaufgaben

Keine Frage: Für viele getriebetechnische Anforderungen bieten Standardmodelle die richtige Lösung. Wenn es aber zum Beispiel um besonders anspruchsvolle Antriebsaufgaben geht, spezielle Einbausituationen vorliegen oder der Einsatzort besondere Anforderungen verlangt, sind anwendungsspezifische Sondergetriebe gefragt. Ihre Entwicklung setzt nicht nur technisches Know-how voraus, sondern auch einen engen Dialog zwischen Hersteller und Kunde.

Sondergetriebe (im Vordergrund) kommen zum Einsatz, wo Standard- oder modifizierte Standardgetriebe an Grenzen stoßen. Ihre Entwicklung erfolgt im engen Dialog zwischen Hersteller und Kunde. Foto: Neugart GmbH

Sondergetriebe (im Vordergrund) kommen zum Einsatz, wo Standard- oder modifizierte Standardgetriebe an Grenzen stoßen. Ihre Entwicklung erfolgt im engen Dialog zwischen Hersteller und Kunde.

Foto: Neugart GmbH

Der Vorteil von Standardgetrieben liegt auf der Hand: Sie sind kosteneffizient und normalerweise auch in kleineren Mengen kurzfristig lieferbar. Ein leistungsfähiger Hersteller sollte deshalb ein möglichst breites Portfolio an Standardmodellen anbieten, das idealerweise auch Standardgetriebe für besondere Anwendungen wie beispielsweise zum Einsatz in Fahrerlosen Transportfahrzeugen oder in hygienesensitiven Umgebungen umfasst.
Standardmodelle haben aber natürlich auch einen Nachteil: Sie sind oft ein Kompromiss zwischen verschiedenen Anforderungen oder für bestimmte Leistungsbereiche überdimensioniert. Gerade bei besonderen Aufgabenstellungen kann sich deshalb die Entwicklung einer Sonderlösung oder auch die individuelle Anpassung eines Standardgetriebes lohnen. Der Weg zur optimalen anwendungsspezifischen Antriebslösung führt dabei immer über die enge Abstimmung mit dem Kunden.

Sondergetriebe

Spezielle Anforderungen, die ein Sondergetriebe erforderlich machen können, gibt es viele: Sie können sich zunächst einmal aus der Antriebsaufgabe selbst ergeben, etwa wenn ein Motor mehrere Achsen gleichzeitig antreiben soll. Zudem gibt es Einbausituationen und andere konstruktive Zwänge, die nach neuen Lösungen verlangen. Sehr oft bilden aber auch branchen- und anwendungsspezifische Faktoren den Ausgangspunkt für ein Sondergetriebe, zum Beispiel wenn dieses im direkten Kontakt mit Lebensmitteln oder unter rauen Umgebungsbedingungen eingesetzt werden soll.
Beispiele aus dem Neugart-Kundenkreis finden sich in so unterschiedlichen Hightech-Anwendungen wie Kernspintomographen, Lackierrobotern oder Automatisierungssystemen für die Agrarindustrie. Und auch im Gleisbau: Die ROBEL Bahnbaumaschinen GmbH, ein Markt- und Technologieführer für Gleisbaumaschinen im bayerischen Freilassing, verbaut Sondergetriebe mit zwei Abtriebswellen. Diese sind zudem so robust ausgeführt, dass sie den besonderen Umgebungsbedingen auf einer Gleisbaustelle über Jahre standhalten.
Ein weiteres Beispiel ist die Torqeedo GmbH, die Sondergetriebe von Neugart erfolgreich in elektrischen Bootsmotoren einsetzt. Das Unternehmen mit Sitz in Gilching bei München ist ein Vorreiter im Bereich der maritimen Elektromobilität. Keim der Geschäftsidee war das Verbot von Verbrennungsmotoren auf dem Starnberger See, dem die Gründer vor über 15 Jahren mit einem ersten elektrischen Bootsantrieb begegneten. Heute gehört Torqeedo zur Deutz AG und vertreibt international Außen- und Innenborder, elektrische Antriebe und Hybridantriebe im Leistungsbereich von 0,5 bis 100 kW. Für ein Außenbordermodell haben Neugart und Torqeedo zuletzt gemeinsam ein Sondergetriebe entwickelt, an dessen Abtrieb die Schiffsschraube direkt montiert werden kann. Zudem kann das Getriebe dauerhaft unter Wasser eingesetzt werden.

Zwei Beispiele für gemeinsam realisierte Antriebslösungen von Neugart: Anwendungsspezifische Sondergetriebe für die ROBEL Bahnbaumaschinen GmbH (links) und die Torqeedo GmbH (rechts). Foto: Neugart GmbH

Zwei Beispiele für gemeinsam realisierte Antriebslösungen von Neugart: Anwendungsspezifische Sondergetriebe für die ROBEL Bahnbaumaschinen GmbH (links) und die Torqeedo GmbH (rechts).

Foto: Neugart GmbH

Modifizierte Standardgetriebe

Oft muss es aber gar kein komplett neues Sondergetriebe sein. Denn viele Aufgaben lassen sich auch durch Modifikationen an Standardgetrieben schnell und unkompliziert lösen. So kommen beispielsweise in Verpackungsmaschinen, die für komplexe Anwendungen oft spezifische Antriebslösungen benötigen, häufig modifizierte Standardgetriebe zum Einsatz.
Die Basis dafür bildet ein geeignetes Standardgetriebe aus dem breit gefächerten Neugart-Portfolio. Während Gehäuse, Lagerung und Verzahnungsteile dabei unverändert bleiben, können Abtriebswelle, Spannsystem oder Motoradapter auf vielfältige Art und Weise anwendungsspezifisch angepasst werden. Ebenso sind Sonderlackierungen oder spezielle Beschichtungen wie eine Vernickelung möglich.
Der Vorteil: Der Entwicklungsaufwand ist bei modifizierten Standardgetrieben naturgemäß geringer als bei kompletten Sonderlösungen, da nur wenige Bauteile geändert werden müssen. Häufig werden bestehende Komponenten nur neu kombiniert, um die passende Lösung für den Kunden zu finden. Deshalb ist eine schnelle Verfügbarkeit der Bauteile garantiert. Mustergetriebe wie auch Serienlieferungen können in entsprechend kurzer Zeit realisiert werden.

Viele Aufgaben lassen sich auch durch Modifikationen an Standardgetrieben schnell und unkompliziert lösen. Foto: Neugart GmbH

Viele Aufgaben lassen sich auch durch Modifikationen an Standardgetrieben schnell und unkompliziert lösen.

Foto: Neugart GmbH

Entwicklungs- und Fertigungskompetenz als Voraussetzung

Entwicklung und Fertigung anwendungsspezifischer Sonder- und modifizierter Standardgetriebe erfordern besondere Kompetenzen auf Seiten des Herstellers. Das betrifft insbesondere die Auslegung, Umsetzung und Optimierung von Verzahnungsteilen. Neugart hat dafür eigens eine spezialisierte Abteilung, das Neugart Verzahnungs-Kompetenzzentrum (kurz VKZ). Hier wird für jedes Getriebe die ideale Verzahnungsgeometrie errechnet, egal ob Standard- oder Sondergetriebe. Auch neue Fertigungs- oder Härteverfahren für Verzahnungsteile werden im VKZ entwickelt.
Neugart baut sowohl schräg- als auch geradverzahnte Getriebe und deckt damit sämtliche Möglichkeiten ab. Nur die wenigsten Getriebehersteller können beide Verzahnungsarten im eigenen Haus fertigen. Entwicklung und Fertigung aller Getriebe findet am deutschen Produktionsstandort Kippenheim statt – gestützt auf die Expertise aus über 90 Jahren Erfahrung und jährlich rund 400.000 weltweit ausgelieferten Planetengetrieben. Das Spektrum an Sondergetrieben von Neugart umfasst dabei auch Stirnradgetriebe sowie Winkelgetriebe mit geradverzahnten oder spiralbogenverzahnten Kegelrädern oder mit Hypoid-Kegelrädern.

Wirtschaftliche Vorteile von Sondergetrieben

Nicht zuletzt macht sich der Einsatz von kundenspezifischen Sondergetrieben in wirtschaftlicher Hinsicht bezahlt. Denn der einmalige Engineering-Aufwand amortisiert sich über den Mehrwert – zum Beispiel, weil die entsprechende antriebstechnische Aufgabe anders gar nicht zu lösen gewesen wäre, oder weil sich der zur Verfügung stehende Platz durch Sonderbauformen effizienter ausnutzen lässt. Außerdem können Sondergetriebe unter Umständen anwendungsspezifisch einfacher und damit günstiger ausgelegt werden als vergleichbare Standardprodukte. Diese Einsparungen addieren sich mit zunehmender Stückzahl.

Von Marcel Geurts, Neugart GmbH

Marcel Geurts, Produktmanagement
Neugart GmbH
Keltenstr. 16 – 77971 Kippenheim
Tel.: +49 7825 847-0
Fax: +49 7825 847-2999
E-Mail: sales@neugart.com
Website: www.neugart.com