VDW: Positives Quartalsergebnis 17.05.2021, 11:48 Uhr

Werkzeugmaschinenindustrie schafft Trendwende

Der Auftragseingang in der Werkzeugmaschinenbranche ist im Plus, sowohl für das Inland, als auch das Ausland. Probleme bereiten Engpässe bei den Zulieferern.

Der VDE kann erstmals wieder ein  positives Quartalsergebnis bei den Bestellungen seit Mitte 2018 vermelden. Bild: Messe Düsseldorf/C. Tillmanns

Der VDE kann erstmals wieder ein positives Quartalsergebnis bei den Bestellungen seit Mitte 2018 vermelden. Bild: Messe Düsseldorf/C. Tillmanns

Im ersten Quartal 2021 stieg der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 %. Dies hat der VDW – Verein Deutscher Werkzeugmaschienfabriken e.V. – mitgeteilt. Dabei hätten die Bestellungen aus dem Inland um 10 % zugelegt. Die Auslandsorders notierten 35 % über Vorjahr.

Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie.

Foto: VDW

„Die Branche spürt bereits seit etlichen Monaten, dass sich die Stimmung bei den Kunden aufhellt. Nun macht sich dies auch endlich in den Zahlen bemerkbar“, sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, Frankfurt am Main, zu dem Ergebnis. Allerdings seien auch die niedrigen Ausgangswerte im ersten Quartal 2020 ursächlich für den hohen Zuwachs, denn ab März 2020 ging die Nachfrage Corona bedingt kräftig in die Knie. Der Vergleich zum ersten Quartal 2019 liefert daher ein realistischeres Bild. Dort liege der Auftragseingang insgesamt noch 14 % unter dem damaligen Stand und im Ausland auch nur 1 % darüber. „Demnach haben wir noch eine längere Strecke vor uns, bis wieder ein gutes Niveau erreicht ist“, so Schäfer.

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDW: „Die Branche spürt bereits seit etlichen Monaten, dass sich die Stimmung bei den Kunden aufhellt.“ Bild: VDW / Uwe Nölke / team-uwe-noelke.de

Für die Aufwärtsentwicklung der Auslandsbestellungen im laufenden Jahr ist den Angaben zufolge vorrangig der Nicht-Euroraum verantwortlich. Dabei heize China als Lokomotive für die Weltwirtschaft die Nachfrage an und werde unterstützt vom neuen Hoffnungsträger USA. Die Erholung finde jedoch insgesamt auf einem breiteren Fundament statt, denn auch Europa lebe wieder auf. Viele Bereiche haben demnach erheblichen Nachholbedarf. Abgerundet werde das positive Bild durch die steigende Kapazitätsauslastung vom Tiefstand mit 67 % im vergangenen Sommer auf nunmehr 79 %.

Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen

Die Beschäftigung, ein Spätindikator in der Konjunkturentwicklung, ist laut VDW rückläufig. Im Februar habe die Branche rund 7 % weniger Menschen beschäftigt als im Vorjahr. Das sind 66.800 Frauen und Männer. „Im Vergleich zum Produktions- und Bestellrückgang ist das ein sehr moderates Ergebnis. Es zeigt, wie wichtig es für die Unternehmen ist, ihr gut qualifiziertes Personal zu halten. Hier hat uns die Kurzarbeiterregel sehr geholfen“, sagt Wilfried Schäfer.

Gleichwohl haben die Unternehmen, wie der VDW ausführt, an anderer Stelle zu kämpfen. Engpässe bei den Zulieferungen behindern die Produktion. In einer aktuellen Corona-Umfrage geben fast die Hälfte der befragten Werkzeugmaschinenhersteller an, dass sie gravierende Probleme mit der Lieferung von Elektronikkomponenten, speziell Steuerungen, haben. Bei 46 % gibt es Schwierigkeiten beim Stahl und Metallerzeugnissen. „Es werden bereits Befürchtungen laut, dass die Aufträge nicht fristgerecht abgearbeitet werden können, weil die Zulieferkette empfindlich gestört ist“, berichtet Schäfer.

Der VDW erwartet für das laufende Jahr einen Produktionszuwachs von 6 %. Das Volumen von dann 12,9 Mrd. Euro liegt über dem der Finanzkrise 2009/2010, aber noch weit unter den Rekordjahren 2018 und 2019.

Von VDW/Udo Schnell

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