Industrie 4.0 13.04.2021, 13:36 Uhr

Wechsel beim Vorsitz der Plattform Industrie 4.0

Turnusgemäß zur Hannover-Messe hat der Vorsitz des Lenkungsausschusses der Plattform Industrie 4.0 gewechselt. Frank Melzer von Festo hat den Vorsitz an Frank Possel-Dölken von Phoenix Contact übergeben. Bereits im März hatte der Forschungsbeirat der Plattform mit Peter Liggesmeyer und Gisela Lanza neue wissenschaftliche Sprecher gewählt.

Leitbild 2030 für Industrie 4.0 - Digitale Ökosysteme global gestalten: Grafik: Plattform Industrie 4.0

Leitbild 2030 für Industrie 4.0 - Digitale Ökosysteme global gestalten: Grafik: Plattform Industrie 4.0

Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management bei Festo, hat turnusgemäß auf der Hannover-Messe den Vorsitz des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0 übergeben. Der Lenkungskreis sei das zentrale Steuerungsorgan der Plattform, heißt es. Wie Festo mitteilt, bleibt das Unternehmen im Leitungsgremium der Plattform vertreten und engagiert sich auch weiterhin für die digitale Transformation der Industrie. Digitale Zwillinge für Industrie 4.0, souveräne Dateninfrastruktur und ökologisch nachhaltige Produktion durch dezentrale Intelligenz sowie Qualifizierung stehen im Fokus.

Die offizielle Amtsübergabe des Lenkungskreisvorsitzes der Plattform Industrie 4.0 fand auf der Hannover-Messe statt – Corona bedingt rein virtuell. Melzer, Vorstand Product and Technology Management, zog eine positive Gesamtbilanz und wünschte seinem Nachfolger, Dr. Frank Possel-Dölken, Chief Digital Officer und Mitglied der Geschäftsführung von Phoenix Contact, alles Gute für die Fortführung der Plattform: „Mich begeistert immer wieder die organisationsübergreifende Zusammenarbeit in der Plattform, in der wir gemeinsam seit nunmehr zehn Jahren den Prozess der digitalen Transformation der Industrie maßgebend mitgestalten. Wir haben mit der Plattform Industrie 4.0 bereits einiges erreicht, es gibt aber weiterhin noch viel zu tun im Hinblick auf eine sichere, digital vernetzte und ökologisch nachhaltige Produktion.“

Festo Technik-Vorstand Dr. Frank Melzer übergibt nach zwei Jahren Amtszeit seinen Vorsitz des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. an seinen Nachfolger. Foto: Festo SE & Co. KG

Festo Technik-Vorstand Dr. Frank Melzer übergibt nach zwei Jahren Amtszeit seinen Vorsitz des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. an seinen Nachfolger.

Foto: Festo SE & Co. KG

In den letzten beiden Jahren seien die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbilds 2030 für die Industrie 4.0 sowie die Gründung der europäischen GAIA-X Association und der Industrial Digital Twin Assocation (IDTA) wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einer breiten Implementierung von Industrie 4.0 in modernen Produktionssystemen gewesen.

Leitbild 2030 für Industrie 4.0 - Digitale Ökosysteme global gestalten: Grafik: Plattform Industrie 4.0

„Mit dem Leitbild 2030 haben wir einen gemeinsamen Handlungsrahmen zur globalen Gestaltung von digitalen Ökosystemen geschaffen, mit den drei Hauptsträngen Souveränität, Interoperabilität und Nachhaltigkeit. GAIA-X wird mit einer sicheren und vernetzten Dateninfrastruktur einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität in Europa schaffen. Die Nutzerorganisation IDTA wird dem Digitalen Zwilling für Industrie 4.0, also der in der Plattform konzipierten herstellerübergreifenden und interoperablen Verwaltungsschale, zum Durchbruch verhelfen. Im Zusammenspiel werden neue Geschäftsmodelle möglich, die auch einen wichtigen Beitrag zu einer krisenfesten und ökologisch nachhaltigen Wertschöpfung leisten“, so Melzer.

Corona als Enabler der Digitalisierung

Wie Festo ausführt, wurde bereits letzten Sommer im Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0“ aufgezeigt, dass Industrie 4.0 zur Bewältigung der Corona-Krise beitragen kann. „Gerade ist eine enorme Bereitschaft da, den nächsten Digitalisierungssprung zu erreichen – sowohl in den Unternehmen als auch in der Politik“, sagt Melzer. Folgerichtig hat das Bundeswirtschaftsministerium im milliardenschweren Konjunkturpaket und Investitionsprogramm für den Fahrzeugbau die digitale Transformation der Produktion in der Zulieferindustrie aufgenommen.

Festo werde auch weiterhin die digitale Transformation der Industrie vorantreiben – im Leitungsgremium der Plattform Industrie 4.0 und darüber hinaus. Besonderes Augenmerk legt Festo nach eigenen Angaben auf die Nutzung des Digitalen Zwillings für intelligente Komponenten, Systeme und Prozesse sowie auf dezentrale Automatisierungslösungen mit KI und – über Festo Didactic – auf Qualifizierungslösungen für eine vernetzte und ökologisch nachhaltige Produktion. Festo engagiere sich deswegen im Vorstand der IDTA oder in der Leitung der Task Force „Industrie 4.0 & Nachhaltigkeit“ der Plattform Industrie 4.0 und arbeite dabei eng mit den Industrieverbänden sowie weiteren Umweltakteuren zusammen. „Industrie 4.0 bietet wesentliche Lösungen für eine moderne Kreislaufwirtschaft und die Minimierung des CO2-Fußabdrucks an. Wir helfen dabei, große Zukunftsherausforderungen zu lösen“, so Melzer.

Forschungsbeirat hat neue wissenschaftliche Sprecher gewählt

Bereits im März haben die Mitglieder des Forschungsbeirats der Plattform auf ihrer virtuellen Sitzung Peter Liggesmeyer als wissenschaftlichen Sprecher und Gisela Lanza als seine Stellvertreterin gewählt. Der von Acatech koordinierte Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0 berät als strategisches und unabhängiges Gremium die Plattform Industrie 4.0, ihre Arbeitsgruppen und die beteiligten Bundesministerien, insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Mit seinen aktuell 32 Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft setzt er sich für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sowie vorwettbewerbliche Umsetzungsplanung von Industrie 4.0 in der deutschen Wirtschaft ein.

Der neue Sprecher Peter Liggesmeyer ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern und seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering: Dependability am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Kaiserslautern. Von 2014 bis 2017 leitete er als Präsident die Gesellschaft für Informatik (GI e.V.). Er ist seit über sieben Jahren Mitglied im Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0.

Peter Liggesmeyer, Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE. (Bild: Fraunhofer IESE)

Peter Liggesmeyer, Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE. (Bild: Fraunhofer IESE)

Seine Stellvertreterin Gisela Lanza ist Mitglied der Institutsleitung des wbk Instituts für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Sie leitet den Bereich Produktionssysteme, der sich in Forschung und Praxis schwerpunktmäßig mit den Themen Globale Produktionsstrategien, Produktionssystemplanung und Qualitätssicherung befasst. Seit über sieben Jahren engagiert sie sich als Mitglied im Forschungsbeirat.

Gisela Lanza ist Mitglied der Institutsleitung des wbk Instituts für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). (Bild: KIT/Markus Breig)

Gisela Lanza ist Mitglied der Institutsleitung des wbk Instituts für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). (Bild: KIT/Markus Breig)

Über die Plattform Industrie 4.0:

Die Plattform Industrie 4.0 ist das zentrale Netzwerk in Deutschland, um die digitale Transformation in der Produktion voranzubringen. Im Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden wirken über 350 Akteure aus über 150 Organisationen aktiv in der Plattform mit. Als eines der größten internationalen und nationalen Netzwerke unterstützt die Plattform deutsche Unternehmen – insbesondere den Mittelstand – dabei, Industrie 4.0 zu implementieren, etwa indem sie existierende Industrie 4.0-Praxisbeispiele bei Unternehmen bekannt macht und in die Fläche trägt. Zudem gibt sie mit konkreten Handlungsempfehlungen wichtige Impulse und verweist auf Unterstützungsangebote und Testumgebungen. Die zahlreichen internationalen Kooperationen der Plattform unterstreichen ihre starke Rolle in den internationalen Diskussionen rund um das Thema Industrie 4.0.

Von Udo Schnell

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