Umsatzwachstum 08.12.2021, 09:45 Uhr

Sensoren und Halbleiter weiter gefragt

Trotz starker Lieferengpässe positive Umsatz- und Auftragseingangsentwicklung bei Sensoren. Auch der Halbleitermarkt wächst weiterhin.

Die Hersteller von Sensorik und Messtechnik und die Halbleiterbranche verzeichnen Umsatzwachstum. Foto: PantherMedia/albln

Die Hersteller von Sensorik und Messtechnik und die Halbleiterbranche verzeichnen Umsatzwachstum.

Foto: PantherMedia/albln

Die Mitglieder des AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. haben im dritten Quartal ein Umsatz von plus minus null Prozent erwirtschaftet, verglichen mit dem Vorquartal. Vergleicht man die Umsatzentwicklung mit dem Ergebnis des dritten Quartals 2020 zu 2021, ergibt sich ein deutliches Umsatzplus von 25 %. Dies ist das Ergebnis der Umfrage des Verbandes unter seinen rund 450 Mitglieder zur wirtschaftlichen Entwicklung im dritten Quartal.

Die Auftragseingänge entwickelten sich, wie von den AMA Mitgliedern prognostiziert, mit einem Plus von 4 %, verglichen zum Vorquartal. Auffällig dabei sei, dass die kleinen bis mittelgroßen Unternehmen (KMU) im dritten Quartal deutlich höhere Auftragseingänge meldeten, als die großen Unternehmen. Die Branche erwartet den Angaben zufolge für das laufende Quartal eine moderate Steigerung von weiteren 2 %.

Die Hersteller für Sensorik und Messtechnik erwarten ein Plus beim Umsatz. Grafik: AMA

Deutliche Abstriche meldeten die AMA Mitglieder allerdings weiterhin aufgrund von Liefer- und Materialengpässen, so der Verband weiter. Fast 80 % der AMA Mitglieder hätten angegeben, weiterhin unter Materialengpässe durch Lieferanten zu leiden und die Branche rechnet damit, dass dieser Zustand bis Mitte, viele eher bis Ende kommenden Jahres anhalten wird.

Lieferengpässe dauern weiter an. Grafik: AMA

Gefragt wurden die AMA Mitglieder auch nach Bestellzurückhaltung der eigenen Kunden aufgrund von deren Materialengpässen. 28 % der AMA Mitglieder bestätigten eine solche Zurückhaltung bei den eigenen Kunden. „Rund 80 % der Unternehmen der Branche leiden momentan unter Lieferschwierigkeiten aus Materialmangel, durch Engpässe bei ihren Zulieferern. Unsere Mitglieder schätzten, dass das noch ein halbes bis ganzes Jahr so weitergehen wird,“ sagt Thomas Simmons, AMA Geschäftsführer. „Gleichzeitig geht es der Branche aktuell sehr gut. Fast so, als hätte es Corona nicht gegeben. Die Umsätze blieben im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal stabil, das allerdings auf einem Niveau von plus 25 % im Vergleich zum dritten Quartal 2020. Die AMA Mitglieder erwarten für das laufende Quartal weiter steigende Umsätze, die Auftragseingänge wachsen seit anderthalb Jahren ohne Unterbrechung,“ sagt Thomas Simmons, AMA Geschäftsführer. „Bleibt abzuwarten, ob und in wie weit sich diese Lieferschwierigkeiten auf die Umsätze auswirken werden.“ 

Thomas Simmons, AMA Geschäftsführer: "Die AMA Mitglieder erwarten für das laufende Quartal weiter steigende Umsätze, die Auftragseingänge wachsen seit anderthalb Jahren ohne Unterbrechung,“

Foto: AMA/Eva Oertwig

Bereits in der vergangenen Woche konnte Stephan zur Verth, Vorsitzender der ZVEI-Fachgruppe Halbleiter-Bauelemente, deutliches Wachstum für den Halbleitermarkt verkündigen: „Weltweit wächst der Halbleitermarkt im laufenden Jahr zwischen 21 und 27 % auf 533 bis 559 Mrd. Dollar. Treiber dieses hohen Wachstums sind die Digitalisierung sowie die grüne Transformation mit ihrer großen Nachfrage nach CO2-mindernden Technologien“. 

Auch der europäische Markt habe sich 2021 sehr gut entwickelt. Dieser wachse im laufenden Jahr um rund 20 % auf 45 Mrd. Dollar. Ähnlich sei die Entwicklung in Deutschland: Hier verzeichne der Markt ebenfalls ein hohes Umsatzwachstum von etwa 20 % auf 14 Mrd. Dollar. Die Prognose des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie für den Halbleitermarkt falle deshalb optimistisch aus: „Im kommenden Jahr erwarten wir weltweit eine Umsatzsteigerung in der Spanne von 4 bis 10 % auf 556 bis 615 Mrd. Dollar“, so zur Verth. „In Europa gehen wir von plus 8 % auf 49 Mrd. Dollar aus.“ 

Europa im weltweiten Vergleich

Um die Position Europas im Vergleich zu den USA und China zu bestimmen, hat zur Verth den Bezug der Chip-Herstellung zu bestimmten Parametern aufgezeigt. Den die Einordnung der Position Deutschlands in diesem Vergleich, hängt davon ab, unter welchem Blickwinkel man den Vergleich anstell. Die von zur Verth betrachteten Paramter sind

  • Standort der Halbleiter-Fabrik,
  • Design und Entwicklung von Chips
  • sowie die Elektronikproduktion, bei der Chips verbaut werden.

So werden etwa 23 % aller Chips in Fabriken produziert, die in China stehen, doch handelt es sich dabei größtenteils nicht um chinesische Unternehmen. Knapp 8 % aller Chips werden am Standort Europa gefertigt und rund 10 % in den USA.

Europa im weltweiten Vergleich. Grafik: ZVEI

Weltweit werden 50 % aller Chips von US-Unternehmen designt und entwickelt. Dagegen werden nur 5 % aller Chips von chinesischen Unternehmen designt und entwickelt. Zwar ist der chinesische Anteil am Welthalbleitermarkt bezüglich Design und Entwicklung gering, doch er wächst schnell. Europa besitzt mit einem Anteil von 9 % aktuell noch einen nahezu doppelt so hohen Anteil wie China.

Hinsichtlich der Elektronikproduktion handelt es sich bei China tatsächlich um den weltweit größten Zielmarkt für Halbleiter-Bauelemente, denn etwa jeder dritte Chip wird dort verbaut. Im Gegensatz dazu liegt der Anteil Europas an den weltweiten Halbleiter-Abnehmermärkten nur bei 9 %.

Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland und Europa stärken

Positiv sei, dass die Koalitionsvereinbarung der kommenden Regierung die bedeutende Rolle der Halbleiterindustrie anerkenne und die Mikroelektronik als bedeutende Schlüsseltechnologie fördern wolle. Allerdings müsse der Ankündigung schnelles Handeln folgen. „Nur dann gehören Deutschland und Europa auch in Zukunft zu den weltweit sieben in der Halbleiterbranche aktiven Regionen“, so zur Verth. Für den aktuellen Versorgungsengpass gibt es laut zur Verth keine kurzfristige politische Lösung. Wichtig sei die Konzentration auf mittelfristige Projekte, beispielsweise IPCEI für Mikroelektronik und Kommunikationstechniken. Es müsse jetzt darum gehen, die technische Souveränität Europas langfristig zu sichern. Dafür müssen vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verbessert werden. „Der ZVEI hat von Beginn an am IPCEI mitgearbeitet und setzt sich momentan dafür ein, dass das Projekt Fahrt aufnimmt. Vorhaben wie IPCEI, der European Chips Act, die europäische Industrieallianz für Prozessoren und Halbleitertechnik müssen schnellstmöglich angegangen werden, damit wir in Deutschland und Europa ein attraktives Investitionsklima gestalten können“, so zur Verth

Von AMA/ZVEI/Udo Schnell

Top Stellenangebote

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf-Firmenlogo
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Ingenieurin / Ingenieur (m/w/d) für den Bereich "Digitale Werkzeuge" Freising-Weihenstephan
Technische Universität Bergakademie Freiberg-Firmenlogo
Technische Universität Bergakademie Freiberg W3-Professur "Erschließung und Nutzung des Untergrundes" Freiberg
Hochschule Ravensburg-Weingarten-Firmenlogo
Hochschule Ravensburg-Weingarten Professur (W2) Elektrische Antriebstechnik Weingarten
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten Professur (W2) Technologien für mobile Robotik in Produktion und Service Kempten
Fachhochschule Bielefeld-Firmenlogo
Fachhochschule Bielefeld Professurvertretung (W2) für das Lehrgebiet Ingenieurinformatik Bielefeld, Gütersloh
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Fachhochschule Münster Professur für "Physikalische Chemie" am Fachbereich Chemieingenieurwesen Münster
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Fachhochschule Münster Professur für "Betriebssysteme" am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik Münster
Fachhochschule Münster-Firmenlogo
Fachhochschule Münster Professur für "Anorganische Chemie" am Fachbereich Chemieingenieurwesen Münster
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf-Firmenlogo
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Professur für "Digitale Werkzeuge in den Ingenieurwissenschaften" Freising-Weihenstephan
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt Professur (W2) für Elektromagnetische Verträglichkeit und Simulation Bad Neustadt a.d. Saale
Zur Jobbörse