Geschäftsjahr 2020 04.05.2021, 11:45 Uhr

Automatisierer Pilz mit Umsatzrückgang

Pilz meldet für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 286,2 Mio. Euro; dies ist im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 11,3 %.

Das Automatisierungsunternehmen Pilz investiert weiter in die Entwicklung neuer Produkte sowie die Aus- und Weiterbildung. Bild: Pilz GmbH & Co. KG

Das Automatisierungsunternehmen Pilz investiert weiter in die Entwicklung neuer Produkte sowie die Aus- und Weiterbildung. Bild: Pilz GmbH & Co. KG

„Unsere Geschäftstätigkeit im letzten Jahr war insbesondere durch die durch Corona hervorgerufenen Krisen bestimmt: Wir blicken auf ein Jahr 2020 zurück, das unserem Unternehmen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr viel abverlangt hat. Aber es ist uns gelungen, uns gemeinsam gegen die Krisen zu stemmen und Stand zu halten. Dafür sind mein Bruder und ich dankbar“, erklärt Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG.

Familienunternehmen in dritter Generation: Seit 2018 bilden Susanne Kunschert und Thomas Pilz die Geschäftsführung der Pilz Gruppe. Bild: Pilz GmbH & Co. KG

Im Geschäftsjahr 2020 erzielte die Pilz Gruppe den Angaben zufolge einen Umsatz von 286,2 Mio. Euro und damit 11,3 % weniger Umsatz als 2019. Die Mitarbeiterzahl habe weltweit 2.440 Personen zum Stichtag 31.12.2020 betragen und sei damit um 4,2 % gesunken. In Deutschland ging die Mitarbeiterzahl um 3,4 % zurück: Von 1.128 auf 1.091 (31.12.2020). Dieser Rückgang in Deutschland basiere ausschließlich auf Rentenabgängen und natürlicher Fluktuation. Betriebsbedingte Kündigungen im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise konnten vermieden werden, führt das Unternehmen aus. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe das Unternehmen seine Ausbildungsaktivitäten wie geplant fortführen können: Alle Auszubildenden seien nach Ende ihrer Ausbildung übernommen worden und 16 neue Azubis bei Pilz 2020 ins Berufsleben gestartet.

Auch wenn sich die Auftragslage in den letzten Monaten stabilisiert hat, bleiben aufgrund der Corona-Pandemie genauere wirtschaftliche Prognosen für 2021 schwierig. „Dennoch blicke ich voller Zuversicht und kraftvoll auf 2021! Ich bin voller Vertrauen, dass wir das Jahr gut meistern!“, so Kunschert.

Exportanteil konnte gesteigert werden

Wie Pilz ausführt, konnte das Unternehmen als Ergebnis der verstärkten weltweiten Marketing- und Vertriebsaktivitäten seinen Exportanteil weiter steigern. Dieser liege nun bei 75,2 % (+ 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019).

Pilz ist traditionell ein innovatives Unternehmen, heißt es weiter. Das bleibe auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten so: So hielt Pilz auch 2020 seine F&E-Quote weiter bei über 21 %.

Aktueller Beleg der Innovationskraft sei die Markteinführung des Sicherheitsschaltgerätes myPNOZ Anfang 2021. Auf Basis eines durchgängigen digitalen Konzeptes könne Pilz mit diesem Produkt sichere Lösungen anbieten, die nach kundenspezifischen Anforderungen individuell in Losgröße 1 gebaut werden – im Sinne von Industrie 4.0. Für den Anwender bietet das Sicherheitsschaltgerät ein komplett neues digitales Kundenerlebnis mit Blick auf Auswahl und Konfiguration, Bestellung sowie Installation von Industriekomponenten. Offizielle Bestätigung erfuhr das neuartige Produkt kurz nach seiner Vorstellung: Im Rahmen der virtuellen Hannover Messe 2021 war myPNOZ als einer von drei Finalisten für den renommierten Hermes-Award, den „Industrie-Oscar“, nominiert.

Von Pilz/Udo Schnell

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