Ziel: „Intelligentester Campus der Welt“ 10.09.2021, 07:47 Uhr

Universität Birmingham startet „Living Lab“

Es ist ein Selbstversuch in eigener Sache: Durch den komplexen Einsatz von intelligenter Analyse-Technologie will die Universität Birmingham den eigenen Energieverbrauch optimieren und zugleich die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz für die Studierenden in der Praxis erfahrbar machen.

Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und vernetzter Senortechnik soll der Edgbaston-Campus der Universität Birmingham zum intelligentesten Campus der Welt werden. Foto: Siemens

Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und vernetzter Senortechnik soll der Edgbaston-Campus der Universität Birmingham zum intelligentesten Campus der Welt werden.

Foto: Siemens

In den britischen West Midlands arbeitet man derzeit an einem Projekt, das weltweite Strahlwirkung entwickeln soll. Der Plan: Die Standorte der Universität Birmingham im Vorort Edgbaston sowie in der Luxus-Enklave Dubai sollen in den „intelligentesten globalen Campus der Welt“ verwandelt werden. Dafür werden in Kooperation mit dem Industriepartner Siemens umfangreiche digitale Sensor- und Analysetechnologien, Künstliche Intelligenz und dezentrale Energieerzeugungssysteme erprobt. Auch alternative Konzepte zur Änderung des Nutzerverhaltens sollen in dem „Living Lab“ entwickelt werden.

„Campus der Zukunft“ mit über 23 000 IoT-Sensoren

Im Rahmen des Projekts werden Daten aus der Gebäudetechnik, der Anlageninfrastruktur und den Energiesystemen der Universität erfasst und für Innovation, Forschung und Entwicklung sowie Lehre genutzt. Ab Herbst werden dafür in der ersten Phase des umfassenden Energieeffizienzprojekts auf dem Universitätsgelände 23 000 IoT-Sensoren installiert. Bis Ende 2021 möchte die Universität Birmingham als erste Hochschule der Welt die Internet-of-Things-Technologie (IoT) weitflächig einführen. „Als eine der größten Universitäten Großbritanniens mit mehr als 38 000 Studierenden weltweit ist die Universität bereits ein Energie-Prosumer. Die entsprechenden Technologien werden in dem System, an dem wir nun gemeinsam arbeiten, weiter optimiert“, so Matthias Rebellius, Vorstandsmitglied der Siemens AG und CEO von Smart Infrastructure. Partnerschaften dieser Art seien außerordentlich wichtig, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, neue Technologien zu testen und zu entwickeln sowie effiziente und nachhaltige Energieinfrastrukturen zu schaffen. Professor Tim Jones, Provost und Vice-Principal der Universität Birmingham, erläuterte die ambitionierte Vision der Universität: „Unser Ziel ist es, den Campus der Zukunft zu schaffen, indem wir mithilfe modernster Technologien unsere Standorte in Edgbaston und Dubai zu den intelligentesten der Welt machen. Damit möchten wir das Erlebnis unserer Studierenden verbessern, neue Forschungs- und Innovationsmöglichkeiten schaffen und gleichzeitig unseren CO2-Fußabdruck deutlich verringern.“ Die genaue Untersuchung von Energiebedarf und -erzeugung anhand von Live-Daten biete den Studierenden eine außergewöhnliche Gelegenheit für angewandtes Lernen. Siemens wird im Rahmen der Kooperation ein Team von Doktoranden an der Universität in Großbritannien und auf dem Campus Dubai sponsern. Deren Forschungsprojekte werden von dem Technologiekonzern und der Universität gemeinsam konzipiert und gehen auf wesentliche Herausforderungen in den Bereichen Daten, Technologie, urbane Systeme und Netto-Null-Ziele ein.

Breites Engagement für den Klimaschutz

Bei der Verbesserung der betrieblichen Nachhaltigkeit hat die Universität Birmingham nach eigenen Angaben bereits beträchtliche Fortschritte erzielt. Unter anderem habe sie ihr Ziel für 2020 erreicht, die CO2-Emissionen um 20 % zu senken. Außerdem sind die Verantwortlichen bestrebt, die Umweltverträglichkeit der Gebäude weiter zu verbessern. So sollen jährlich 2 856 Tonnen CO2 eingespart werden – rund fünf Prozent der derzeitigen Emissionen der Hochschule. Anfang 2020 ist die Universität Birmingham zudem dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten, der weltweit größten Initiative für unternehmerische Verantwortung. Damit hat sie sich verpflichtet, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und ihre Forschungswirkung zu maximieren. Als Teilnehmer des Universitätsnetzwerks der 26sten UN-Klimakonferenz (COP26) wird die Universität darüber hinaus im November in Glasgow vertreten sein.

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