Stromverbrauch 27.11.2020, 10:50 Uhr

Umfrage: Akzeptanz von Smart Metern wächst

Das Interesse an intelligenten Stromzählern wächst: Zehn Monate nach Beginn des sogenannten „Smart Meter-Rollouts“ möchten zunehmend mehr Verbraucher die digitale Messtechnik in ihrem Haushalt einsetzen. Die meisten hoffen dadurch tagesaktuelle Verbrauchswerte zu erhalten oder Stromfresser identifizieren zu können. Andere planen bereits die Waschmittelbestellung zu automatisieren.

Keine böse Überraschung mehr beim Blick auf den Stromzähler: Durch die flächendeckende Einführung von Smart Metern können Stromverbrauche tagesaktuell abgelesen werden. Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Keine böse Überraschung mehr beim Blick auf den Stromzähler: Durch die flächendeckende Einführung von Smart Metern können Stromverbrauche tagesaktuell abgelesen werden.

Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Mit jahrelanger Verzögerung fiel im Januar 2020 der offizielle Startschuss für die flächendeckende Einführung intelligenter Stromzähler, sogenannter „Smart Meter“. In zwei Etappen haben die Netzbetreiber jetzt bis zum Jahr 2032 Zeit, vorhandene Zähler in Unternehmen und Privathaushalten sukzessive gegen die neue Technik-Generation auszutauschen. Durch die Integration der intelligenten Messsysteme möchte man vor allem die Transparenz erhöhen: Smart Meter sind mit dem Netzbetreiber vernetzt und signalisieren ihm einen Strombedarf in Echtzeit. Dadurch wird es möglich Stromerzeugung und Verbrauch einander effizienter anzupassen und somit die Auslastung des Leitungsnetzes zu optimieren. Die intelligente Erfassungstechnik gilt daher als zentraler Bestandteil einer digitalen Infrastruktur zum Gelingen der Energiewende – und die Bereitschaft der Verbraucher, die Technologie zu nutzen, steigt. Dies belegt eine repräsentative Telefon-Umfrage des Branchenverbandes Bitkom mit 1.005 Personen.

Mehrwert durch Transparenz: Nutzer digitaler Technik erkennen viele Vorzüge

Mittlerweile können sich vier von zehn (41 %) Deutschen vorstellen, einen Smart Meter zu nutzen. Zu Jahresbeginn – vor dem Rollout – lag der Wert noch bei 36 %. Die weit überwiegende Mehrheit derjenigen, die bereits von einem Smart Meter profitiert oder sich dafür interessiert, möchte auf diese Weise jederzeit eine verbrauchsgenaue Stromabrechnung einsehen können (73 %). Rund zwei Drittel (63 %) möchten mit den intelligenten Messsystemen Geräte mit hohem Stromverbrauch in ihren Haushalten identifizieren. Jeder Fünfte (20 %) gibt an, grundsätzlich gerne die neueste Technologie im Haus haben zu wollen. Es gibt darüber hinaus aber noch weitere Ansätze, wie man von der mittels Smart Meter gewonnenen Transparenz profitieren könnte: Beispielsweise interessieren sich sieben Prozent der Befragten für die Möglichkeit, mit Hilfe der neuen Messtechnik Hinweise zu bekommen, wenn ältere oder kranke Angehörige in deren eigener Wohnung von der üblichen Tagesroutine abweichen und zum Beispiel kein Licht einschalten. Fünf Prozent möchten mit Hilfe der Smart Meter gerne automatisch Verbrauchsprodukte wie Waschmittel oder Spülmaschinentabs nachbestellen, wenn die Geräte eine bestimmte Anzahl an Durchläufen absolviert haben.

Unkenntnis bei vielen Verbrauchern: Smart Meter – was ist das?

Es gibt aber auch kritische Rückmeldungen: Von denen, die keinen Smart Meter nutzen wollen, sehen 39 % keinen Nutzen darin, 30 % geben an, die Geräte seien zu teuer und 26 % meinen, der Einbau und die Installation seien zu aufwendig. Jeder Fünfte sorgt sich zudem um den Missbrauch persönlicher Daten und ähnlich viele (19 %) haben generell kein Interesse an Smart-Home-Anwendungen. Zwölf Prozent haben Angst vor Hacker-Angriffen auf die Smart Meter und neun Prozent nehmen an, die Technik sei noch nicht ausgereift. Konstant geblieben ist übrigens der Anteil derjenigen, die angaben, noch nie etwas von Smart Metern gehört oder gelesen zu haben. Ihr Anteil unter den Befragten lag im Herbst wie zu Jahresbeginn bei 42 %. „Smart Meter machen unsere Energie-Infrastruktur intelligent. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg anlässlich der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse und fordert: „Um das Interesse der Bürger noch weiter zu erhöhen, brauchen wir schnellstmöglich Anwendungen, die auf die Smart-Meter-Technologie aufsetzen und den Menschen einen Mehrwert bieten.“

 

 

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