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Experteninterview 27.04.2026, 16:30 Uhr

Energieeinsparung: Was bringt ein Heizkörpertausch?

Wie viel Energie lässt sich durch einen Heizkörpertausch einsparen? Laut BDH sind es bis zu 20 %. Oliver Geithe von Zehnder erklärt im Interview, worauf es dabei ankommt.

Flachheizkörper unter Fensterbank

Moderne Niedertemperatur-Heizkörper arbeiten mit niedrigeren Vorlauftemperaturen und können laut BDH bis zu 20 Prozent Energie einsparen.

Foto: Zehnder Group Deutschland

Der Austausch von Heizkörpern bietet ein höheres Energiesparpotenzial als viele denken. Im Kurzinterview erläutert Oliver Geithe, Leiter Zehnder Solutionmanagement Heizkörper und Lüftung, warum bei einer energetischen Sanierung nicht nur die Wahl des Wärmeerzeugers wichtig ist.

Energetische Sanierung qua Heizkörpertausch

HLH: Herr Geithe, wie bewerten Sie den Heizkörperaustausch als energetische Sanierungsmaßnahme?

Oliver Geithe: Der Austausch von Heizkörpern ist eine äußerst sinnvolle ­Sanierungsmaßnahme, die in puncto Einsparpotenzial oftmals unterschätzt wird. So sind bei der Wärmeübergabe laut Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Energieeinsparungen zwischen 15 und 20 % möglich.

Diese Einsparung erreicht man dadurch, dass moderne Niedertemperatur-Heizkörper mit einer um 3 °C niedrigeren Betriebstemperatur das gleiche Wärmeempfinden im Raum erreichen wie alte Heizkörper. Die Energieeinsparung ist in etwa vergleichbar mit dem Fensteraustausch oder der Abdichtung des Kellerbereichs. Zudem läuft eine Erneuerung der Heizkörper relativ einfach, ohne viel Schmutz und Lärm ab – bei kurzer Amortisationszeit.

Oliver Geithe, Leiter Zehnder Solutionmanagement Heizkörper und Lüftung. Foto: Zehnder Group Deutschland

HLH: Wenn man sich zuerst für die Erneuerung der Heizungsanlage entschließt, kann man die alten Heizkörper auch später noch austauschen?

Geithe: Das wäre am falschen Ende Geld gespart. Die Heizungsanlage inklusive Wärmeerzeugung und -verteilung ist ein sensibles Gesamtsystem, bei dem alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein müssen. Wird nun ein regenerativer Wärmeerzeuger installiert, sollten natürlich auch die Heizkörper mit niedrigen Systemtemperaturen kompatibel sein. Ansonsten kann die beabsichtigte Energieeinsparung schnell verpuffen: Hohe Vorlauftemperaturen, lange Reaktionszeiten oder ungleiche Wärmeabgabe wären mögliche negative Konsequenzen.

Was es beim Heizkörpertausch zu beachten gilt

HLH: Worauf sollte man beim Heizkörperaustausch unbedingt achten?

Geithe: Zunächst sollten neue Heizkörper vom Fachhandwerker in puncto Baugröße und Leistung auf die jeweiligen räumlichen Bedingungen optimal ausgelegt werden. Dann sollte man darauf achten, dass es sich auf jeden Fall um Austauschmodelle handelt, die millimetergenau auf die vorhandenen Rohrleitungen der alten Heizkörper passen.

So entfallen mühsame Aufstemmarbeiten mit Schmutz, Lärm und zusätzlichen Kosten. Viele Heizkörperhersteller bieten dafür spezielle Austauschheizkörper an.

HLH: Gibt es für Niedertemperatur-Heizkörper eigentlich auch Förderung?

Geithe: Ja, bei einer Erneuerung der Heizungsanlage inklusive Austausch der alten Heizkörper können Immobilienbesitzer verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Solange die Vorlauftemperatur der neuen Heizungsanlage bei maximal 55 °C liegt, wird dabei auch der Einbau von neuen Heizkörpern gefördert.

(Zehnder Group Deutschland / Marc Daniel Schmelzer)