Sanitärtechnik: Dauerthema Hygiene 08.03.2021, 08:10 Uhr

Pandemie: Anforderungen an den Sanitärbereich wachsen

Hygienische Lösungen für Trinkwasserinstallationen und Sanitärräume sind seit Beginn der Corona-Pandemie gefragter denn je. Mit schmutz- und bakterienresistenten Oberflächen, berührungsloser Bedienung und hygienischen Komfort-WCs präsentiert die Sanitärwirtschaft auf der ISH digital smarte Produkte für wachsende Anforderungen in nahezu allen Anwendungsbereichen.

Mit der weltweiten Pandemie-Erfahrung rückt die Sauberkeit im Sanitärbereich im Alltag wie auf der ISH digital verstärkt in den Fokus – egal, ob für Schulen, Hotels, öffentliche Toiletten, Freizeiteinrichtungen oder das private Badezimmer: hygienische Konzepte und den neuen Anforderungen genügende Produkte sind allerorten gefragt. Der Schutz vor Bakterien und Viren hat für Sanitäreinrichtungen im öffentlichen ebenso wie für den privaten Bereich eine bisher in dieser Ausprägung unbekannte Priorisierung erlangt – eine Herausforderung für Architekten und Projektplaner ebenso wie für renovierungswillige Konsumenten. Insgesamt habe sich die Sensibilität des Verbrauchers für Sauberkeit und Sicherheit durch die aktuellen Entwicklungen deutlich erhöht, so Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Die gute Nachricht: Lösungsangebote hierfür seien seitens der Industrie bereits vorhanden. „Im Bereich Hygiene muss das Bad nicht neu erfunden werden“, sagt Wischmann und ergänzt: „Das Badezimmer ist sowieso einer der saubersten Räume in der Wohnung. Das liegt an den Oberflächen und den modernen Produkten, die hier heute bereits zum Standard gehören.“

Hygiene-Anforderungen im öffentlichen Bereich besonders hoch

Im halböffentlichen und öffentlichen Raum hat das Thema Hygiene aktuell eine noch weit größere Relevanz als im privaten Segment. Die Hospitality-Branche beispielsweise muss neue Hygienekonzepte entwickeln. Aber auch viele sanitäre Einrichtungen für Büroräumlichkeiten, Event-Locations oder im öffentlichen Raum müssen auf Basis der erhöhten Hygieneanforderungen angepasst und umgerüstet werden. Auch hier bietet die Sanitärwirtschaft zahlreiche Lösungen an. Betrachtet man den Bereich Krankenhaus und Pflege, bekommt das Thema Hygieneanforderungen eine noch größere Bedeutung. Laut der Helios-Kliniken-Gruppe infizieren sich jedes Jahr etwa 600.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern mit Keimen. Rund 400.000 dieser im Krankenhaus erworbenen Infektionen sind nicht vermeidbar – auch wenn in der Hygiene des Hauses alles richtig gemacht wurde. Diese Infektionen werden durch patienteneigene Keime verursacht. Aber: Rund 200.000 der in deutschen Kliniken erworbenen Infektionen können vermieden werden, indem Hygieneregeln streng eingehalten werden.

Sensortechnik für berührungslose Nutzung

Kontakte vermeiden: Eine im Alltag der Pandemie zwangsläufig zur Maxime gewordene Regel gewinnt auch im Sanitärsegment immer mehr an Bedeutung. Bei der Minimierung der manuellen Oberflächenkontakte hilft intelligente Technik. So haben viele Hersteller mittlerweile WC-Betätigungsplatten mit Sensortechnologie im Programm, mittels derer die Spülung berührungsfrei mit einer Handbewegung ausgelöst werden kann. Ebenfalls am Markt erhältlich: WCs mit „Mitdenk“-Funktion. Sie lösen die Spülung selbsttätig aus. Ein weiterer Vorteil dabei: Keimbildung durch Stagnationswasser – beispielsweise aufgrund von Abwesenheit der Bewohner oder Leerstand – kann auf diese Weise verhindert werden. Bei der Pflege von Waschbecken und Armaturen wird neben der verbesserten Hygiene ein weiterer Vorteil der berührungslosen Modelle deutlich: Da kein Bedienelement angefasst werden muss, tropft auch kein Wasser von den Händen auf den Mischer. Dadurch kommt es zu weniger Wasserflecken und Kalkrückständen auf der Armaturenoberfläche. Eine sinnvolle Ergänzung ist zudem der berührungslose Seifenspender. Neben seiner Funktion als Spender für Schaumseife oder Desinfektionsschaum am Waschtisch, kann er auch als Hygieneschaumspender am WC eingesetzt werden. Mit etwas Hygieneschaum lässt sich ein normales Toilettenpapier einfach in ein Feuchttuch verwandeln, das ohne Bedenken in die Toilette geworfen werden kann.

Fazit: In öffentlichen oder halböffentlichen Einrichtungen hat das Thema Hygiene erneut an Bedeutung gewonnen. Berührungslose Produkte werden hier zukünftig eine Schlüsselrolle spielen (müssen). Die Technik ist ausgereift und kann helfen, die auch mit der Pandemie-Erfahrung gewachsenen Hygieneanforderungen umzusetzen. Dabei unterscheiden sich die berührungslosen Armaturen optisch kaum noch von konventionellen Modellen: Aufgrund der fortschreitenden Miniaturisierung der Sensortechnologie kann das Design der Armaturen dem Umfeld der Architektur angepasst werden.

Smarte Technologie für nachhaltigen Verbrauch

Mit modernen Armaturen lassen sich darüber hinaus Wasserdurchlaufzeit, Sensorempfindlichkeit oder auch eine automatische Hygienespülung per App über ein Smartphone oder ein Tablet einstellen. Reinigungszeiten, Spülintervalle und Spüldauer werden dabei individuell angepasst. Armaturen gibt es sowohl netz- als auch batteriebetrieben, wobei die Niedrigenergie-Elektronik eine lange Lebensdauer ohne Batteriewechsel gewährleistet. „Armaturen sind heute digitale High-Tech-Produkte“, so Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Armaturen. Die Markenhersteller stellen immer den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt, so der Sprecher der Brancheninitiative Blue Responsibility. Ihr Ziel sei es, echte Mehrwerte zu schaffen, mehr Komfort zu bieten sowie Gesundheit und Lebensenergie zu steigern. Dazu gehöre auch die Stärkung der Nachhaltigkeit. Durch weniger Wassereinsatz beim WC und beim Händewaschen, Energieeinsparungen durch bedarfsgerechten Wasserfluss von warmem Wasser, die Reduzierung von Reinigungsmitteln, berührungslose Komfortfunktionen, lange Nutzungszeiten durch langlebiges Design und hohe Qualitätsstandards fördere die Branche den schonenden Umgang mit Ressourcen.

Materialien unterstützen Pflege und Hygiene

Die Pflegeeigenschaften von Sanitärprodukten sind ebenfalls oft direkt mit dem Thema Hygiene verbunden. Dank neuester antimikrobieller Technologien und Oberflächen lassen sich Waschtisch, Wanne und WC mittlerweile ohne großen Aufwand sauber beziehungsweise hygienisch rein halten. Spezielle Oberflächen mit einer in die Keramik eingebrannten Beschichtung verhindern das Anhaften von Schmutz und Kalk, sodass Rückstände mit dem Wasser leichter abfließen. Zudem helfen sie das Bakterienwachstum signifikant zu hemmen. Auch für Waschtischkonsolen und Toilettensitze gibt es ähnliche Lösungen, die ein mikrobielles Wachstum verhindern. Moderne WCs verfügen zudem über eine Wasserspülung, die ohne Spülrand auskommt und somit kaum Angriffspunkte für Bakterien oder Keime bietet. Ein weiterer Vorteil ist die Umweltfreundlichkeit bei der Pflege der Sanitärprodukte. Auf aggressive WC-Reiniger kann heute weitgehend verzichtet werden.

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